|
19:00–21:00 Uhr
The Library We Make
Performance und Paneldiskussion | Where Knowledge Is Not Only Stored But Practiced
-
Goethe-Institut Athen
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei
Diese Frage steht im Zentrum der Abschlussveranstaltung des Projekts Common Crafts – Common Libraries. Neun Bibliotheken der Goethe-Institute brachten Handwerkerinnen und Handwerker, Künstlerinnen und Künstler sowie lokale Gemeinschaften zusammen, um gemeinsam Bücher zu binden, zu weben, zu sticken, zu reparieren und zu pflanzen. Die Veranstaltung öffnet diese Erfahrungen für ein breites Publikum und diskutiert, welche Rolle handwerkliche Praktiken künftig in Bibliotheken spielen können.
Was verändert sich, wenn Bibliotheken das Lesen mit dem Machen verbinden? Im Fokus stehen handwerkliche Werte wie Sorgfalt, Reparatur, Entschleunigung und Lernen durch praktisches Tun. Die zentrale Frage lautet: Welche Zukunft eröffnen diese Prinzipien für Bibliotheken – und welche Auswirkungen hätten sie auf Personal, Ressourcen und Räume?
Fünf Gäste bringen ihre Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen ein: Eva Vaslamatzi berichtet aus dem Bereich Kunstgeschichte und kuratorische Praxis, Maria Varela aus der Welt des Webens, Thomas Geisler aus der Museumspraxis, Shannon Mattern ausgehend von der Idee der Bibliothek als Infrastruktur und Ioannis Trohopoulos aus der Perspektive der gesellschaftlichen und kulturpolitischen Bedeutung öffentlicher Bibliotheken.
Anhand konkreter Beispiele diskutieren sie, wie Bibliotheken, Museen und Kunstschaffende bereits heute mit handwerklichen Praktiken arbeiten – von kollektiven Webprojekten bis hin zu Sammlungen, die durch ihre Nutzung lebendig bleiben. Im Fokus steht auch die Frage, wie solche Initiativen langfristig verankert werden können.
Der Abend richtet sich an Fachleute aus Bibliotheken, Museen, Kulturinstitutionen und dem Handwerk ebenso wie an alle Interessierten, die über die Bedeutung von Handarbeit, Wissenstransfer und Gemeinschaft nachdenken möchten.
Performance und Publikation
Die Veranstaltung beginnt mit der Performance AGKAZÉ (ENGAGÉ) des Collectif MASI sowie der Präsentation der Publikation „Common Crafts – Common Libraries: Methods and Stories from Nine Cities“.In ihrer Performance versteht das Collectif MASI das Buchbinden als einen kollektiven, körperlichen und räumlichen Prozess des Verbindens. Aus den Prinzipien des handgefertigten Buchbindens entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem Lesen nicht als Repräsentation, sondern als gelebte Praxis erfahrbar wird.
Kuratorische Leitung: Eva Vaslamatzi
ÜBER DIE PANELISTEN
-
ist Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Initiator des Design Campus auf Schloss Pillnitz. Zuvor leitete er die Designsammlung des MAK Wien und war Mitbegründer der VIENNA DESIGN WEEK. Als Kurator, Autor und Hochschullehrer beschäftigt er sich international mit Design, Handwerk und materieller Kultur.
-
ist Director of Creative Research beim Metropolitan New York Library Council. Zuvor hatte sie Professuren für Medienwissenschaft, Anthropologie und Kunstgeschichte an der New School und der University of Pennsylvania inne. In ihrer Forschung und Publikationstätigkeit beschäftigt sie sich mit Medienarchitektur, urbanen Technologien sowie Wissens- und Informationsinfrastrukturen. 2025 war sie Kluge Chair in Modern Culture an der Library of Congress.
-
zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des Bibliothekswesens in Griechenland. Als langjähriger Direktor der Öffentlichen Zentralbibliothek Veria führte er diese zu internationaler Anerkennung und nahm 2010 stellvertretend für die Bibliothek den „Access to Learning Award“ der Bill & Melinda Gates Foundation entgegen. Er war Geschäftsführer des Stavros Niarchos Foundation Cultural Center, leitete das UNESCO-Programm „Athens 2018 World Book Capital“ und engagiert sich über die Organisation Future Library für die Weiterentwicklung öffentlicher Bibliotheken auf nationaler und internationaler Ebene.
-
ist interdisziplinäre Künstlerin und Assistenzprofessorin an der Universität Westmakedonien. Ihre Arbeit bewegt sich an den Schnittstellen von traditionellem Handwerk, Technologie und zeitgenössischer Kunst. Im Zentrum ihrer Forschung stehen Textilien als Träger von Wissen, Erinnerung und kultureller Weitergabe sowie die Frage, wie traditionelle Techniken in gegenwärtigen Kontexten neu interpretiert werden können.
-
ist freie Kuratorin und Autorin mit Sitz in Athen. Nach ihrem Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Athen und an der Sorbonne in Paris widmet sie sich in ihrer kuratorischen Forschung der Frage, wie traditionelle Volkspraktiken, Rituale und metaphysische Elemente als alternative Wissenssysteme in der zeitgenössischen Kunst erscheinen. Sie arbeitete als kuratorische Assistentin am Palais de Tokyo in Paris sowie als Co-Kuratorin des unabhängigen Kunstraums DOC! und kooperierte mit zahlreichen Kulturinstitutionen in Griechenland und international, darunter die Onassis Foundation, annexM des Athener Megaron und die SAHA Associationin Istanbul.
Collectif MASI
Das Collectif MASI wurde 2018 von der griechisch-armenischen Architektin und Urban-Szenografin Mandlène Anipsitaki sowie dem französischen Soziologen Simon Riedler gegründet. Ausgehend von der Wechselwirkungzwischen Mensch und Umwelt verstehen sie Räume und deren Potenziale als ihr zentrales Material. Ihre Praxis entwickelt soziale Skulpturen im öffentlichen Raum, aus denen ein international ausgestelltes Archiv hervorgeht. Nach ihrem Gründungsprojekt Rope Network in the Urban Fabric (2018–2019), das in Zusammenarbeit mit zahlreichen Universitäten in Südamerika entstand, leben und arbeiten sie heute zwischen Athen und Paris. Zu ihren Kooperationspartnern zählen unter anderem Eleusis 2023, VSP, ARTWORKS, Salon de Montrouge, Nuit Blanche, die Biennale de Bonifacio, KKARC sowie das Kunstmuseum Moritzburg.
Ort
Omirou 14-16
10672
Griechenland