|
19:00 Uhr
Hay Que Caminar
Konzert|Musikkonzert des Duo Aventure
-
Goethe-Institut Athen, Athen
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei
- Teil der Reihe: ATHENS MUSIC WEEK 2026
ORIRI für Blockflöten, Gitarre und Tape (Erstaufführung, Auftrag des Duo Aventure)
Guillaume de Machaut (ca. 1305 - 1377)
Claudin de Sermisy (1490 - 1562)
Miguel de Fuenllana (ca. 1525 – 1590)
John Baldwine (1560 – 1615)
ORIRI (Gastmahl):
Uzors neues Werk bindet sich in vielfältiger Weise zurück an Werke und Stilistik der musikalischen Renaissance, welche mit Eigenem kontrastieren und verschmelzen. Zwischen den Sätzen von ORIRI werden in diesem Programm Werke der Renaissance vorgetragen, wobei Machauts Rondeau Doulz viaire gracieus Ausgangspunkt für Uzors Komposition ist und in wechselnden Facetten im 2., 3. und 4. Satz in Erscheinung tritt.
„ORIRI (Gastmahl) betritt Pfade, die meine Musik zu offenen Räumen mit viel Licht, Melos und
Resonanz führen sollen. Als Komponist, der sich einer genauen Notation und größtmöglichem
Gespür für den Klang verpflichtet, sind die Öffnung zum Zufälligen und die Reduzierung des
Klangmaterials eine Herausforderung.
Im Herzen des Stücks wird eine Parodie von Machaults Rondeau Doulz viaire gracieus meiner
Passacaglia gegenübergestellt. Die Ordnung des mittelalterlichen Klangs mit den ausgeklügelten
Zeitmaßen und himmlischen Proportionen stand im Gegensatz zu einer Gesellschaft, die in ihrem
hierarchischen und violenten Wesen Zuflucht zu Kunst und Kalkül findet – Musik schimärenhafter
Reinheit, deren verschlungene Verse Ersatz weder für Erotik noch für soziale Gerechtigkeit bieten
können.
Die Überlagerung der poetischen Perspektive mit der politischen wird durch eine klangliche
Verstörung verdeutlicht, welche mit einer sechsteltönigen Stimmung die funktionale Beziehung
zwischen den Akkorden aufhebt.
In ORIRI stehen sich Ost und West gegenüber, nicht feindlich, sondern neugierig, in
Gastfreundschaft, disputierend. Flöte und Gitarre sind hier Brücken von Ost zu West, von Irak zu
Santiago, von Monolog zur Begegnung, vom Disput zum Symposium der Stimmen.“ (Charles Uzor)
Programm:
ORIRI (Gastmahl) hat 5 Sätze und dauert 45-50 MinutenI Hayquecaminar... enunaarcada
II Rondeau
III Passacaglia
Passacaglia Double I
Double II
Double III
IV Rondeau Double
V Hay que caminar... al fin del mundo
Aufbau:
Guillaume de Machaut (1300 – 1377) Doulz viaire gracieus
Charles Uzor (* 1961) Oriri: I Hay que caminar … en una arcada
II Rondeau
Calliope Tsoupaki (* 1963)Charavgi for renaissance recorder (1994)
Charles Uzor (*1961) Oriri: III Passacaglia
Passacaille Double I – II – III
IV Rondeau Double
Claudin de Sermisy (∼490 ─ 1562) Aies pitié
Au pres de vous
Miguel de Fuenllana (∼1525 ─ 1600) 2 Bicinias from «Libro de musica para Vihuela,
Intitulado Orphenica lyra» (1554): Fecit potentiam (Josquin)
Suscepit Israel (Morales)
Charles Uzor (*1961) Oriri: V Hay que caminar … al fin del mundo
Guillaume de Machaut (1300 ─ 1377) Doulz viaire gracieus
Das Konzert wird von der Schweizerischen Botschaftin Griechenland unterstützt.
Teilnehmende:
-
1981 in Berlin geboren, erhielt ihren ersten Blockflötenunterricht im Alter von 6 Jahren. An der
Universität der Künste Berlin studierte sie Diplommusikerziehung Blockflöte bei Prof. Gerd
Lünenbürger.
2005 zog sie nach Bern, um dort bei Carsten Eckert an der Hochschule der Künste Konzertdiplom
Blockflöte zu studieren. 2006 gewann sie den 3.Preis desNicati-Wettbewerbs (Interpretation
zeitgenössischer Musik der Schweiz). 2008 schloss sie ihr zweites Studium mit Auszeichnung ab,
Schwerpunkt Interpretation zeitgenössischer Musik sowie freie Improvisation.
Während des Studiums unterrichtete sie an der Hochschule der Künste Bern das Fach
Improvisation-Komposition-Interpretation. Ihr Interesse für freie Improvisationäussertsich in der
Mitwirkung bei zahlreichen Konzerten und Projekten, unter anderem mit Fred Frith, Fritz Hauser,
Ensemble Millefleurs, Christoph Schiller, Eric Ruffing und Anna-Kaisa Meklin.
Seit einigen Jahren ist sie Mitglied des Westschweizer „Insubordination Meta Orchestra“, in dem
Musiker*innen aus der Improvisationsszene gemeinsam musikalische Konzepte umsetzen.
Teresa Hackel war an verschiedenen Schweizer Uraufführungen beteiligt. Konzertreisen führten sie
nach Berlin, Bolivien, Italien, Bukarest, Sibiu und Paris sowie an verschiedene Schweizer
Aufführungsorte. Mit der Gitarristin Virginia Aranco verbindet sie eine langjährige künstlerische
Zusammenarbeit; 2018 entstand ihre gemeinsam mit Elena Casoli aufgenommene CD „Solare“ mit
Werken von Fausto Romitelli. 2022 erschien die gemeinsam mit Karin Rüdt aufgenommene CD
„Zustandsformen“ mit Werken aus der Jahrtausendwende für Blockflöte und Gitarre.
Teresa Hackel wirktregelmässigbei den Bachkantaten der J.S. Bach-Stiftung unter der Leitung von
Ruedi Lutz mit.
Sie unterrichtet an der Musikschule Aarau sowie an den Kantonsschulen Wettingen und
Baden und wohnt in Baden (AG). 2024 wird Teresa Hackel durch das Aargauer Kuratorium
mit einem sechsmonatigem Atelieraufenhalt in London gefördert. -
Geboren in D- Saarbrücken, erhielt ihren ersten Instrumentalunterricht mit 6 Jahren.
In Saarbrücken studierte sie die Fächer Germanistik und Schulmusikerziehung.
1984 legte sie das 1.Staatsexamen Musik mit Hauptfach Klavier, Nebenfach Gesang und einer
freiwilligen Zusatzprüfung auf der klassischen Gitarre ab. Als Gitarristin erhielt sie kurz darauf den
Förderpreis der Stadt Saarbrücken.
Anschließend erwarb Karin Rüdt das Diplom im Fach Gitarre an der Universität Mainz bei
Michael Koch und nach ihrer Übersiedlung in die Schweiz das Konzertdiplom Gitarre an der
Musikhochschule Winterthur/Zürich bei Christoph Jäggin. Sie belegte Meisterkurse bei H. Käppel,
R. Smits, Karl Scheit u.a. und ist langjähriges Mitglied der deutschen Sektion des
Gitarrist:innen verbandes EGTA.
Karin Rüdt wirkt regelmässig bei Konzerten als Solistin wie auch als Mitglied des Ensemble Quasi
Fantasia und des Duo Aventure (mit Teresa Hackel) und ist bei CD-Aufnahmen zu hören mit
Musik von Daniel Weissberg, Fritz Vögelin, Sofia Gubaidulina, Charles Uzor, Jordi Rossinyol,
Anthony Gilbert, Carmen Carneci, Ulrich Stranz und weiteren. Sie regte immer wieder neue Werke
für ihr Instrument an und war an zahlreichen Uraufführungen beteiligt. Karin Rüdt konzertierte
u.a. in Dänemark, Rumänien, Griechenland und verschiedenen Orten in Deutschland und der
Schweiz.
Als Mitglied des Gong-Impro-Orchesters tritt sie ebenso mit improvisierter Musik an die
Öffentlichkeit wie als Solistin mit einem oder beiden ihrer Instrumente.
Daneben arbeitet sie gerne spartenüberschreitend, z.B. im Zusammenwirken von Musik mit
gestalterischen und literarischen Kunstformen (Konzeptierungund Realisation von
Klangskulptuernund – Installationen, Bespielen von Klangobjekten).
Seit einigen Jahren befasst sie sichausserdemim Spiel der Viola da Gamba intensiv mit Alter
Musik und neuen Klängen.
Karin Rüdt unterrichtet an der Kantonsschule Wettingen. -
Wurde 1961 in Nigeria geboren und kam während des Biafra-Kriegs in die Schweiz. Nach Abschluss
seines Studiums in Bern, Zürich und Rom studierte er an der Royal Academy of Music London
Oboe (bei Gordon Hunt) und Komposition (bei Melanie Daiken und H. W. Henze).
1990 erlangte er seinen Dip. RAM und Master in Komposition, 2005 schloss er eine Doktorarbeit
zum Thema „Melody and the Phenomenology of Internal Time Awareness“ ab.
Uzors Oeuvre konzentriert sich auf Stücke mit kleinen Ensembles und Stimme. Nach Arbeiten für
hybride Elektronik verbringt er ein Sabbatical in Berkeley bei Fred Lerdahl.
In spleen/mimicri und Nri/ mimicri (mit Luftakustik und Vogelgesängen, die um Oktaven
abgesenkt werden), zeigt sich Uzors Beschäftigung mit Mimikry und Identität und der Einfluss der
Philosophie Derek Parfits. In den 2020er Jahren entstehen Mother tongue, ein Zyklus über den
Verlust der Sprache, die Trilogie 8’46’’/ Bodycam exhibit3/ Katharsis Kalkül. George Floyd in
memoriam, wie auch das Chorwerk Hier in diesem zierl’chen Prunkgebäude (nach Robert Walser)
und Merrusch (nach Astrid Kaminski).
Uzors Präsenz bei Festivals in Viitasaari, Stockholm, Huddersfield, Glasgow, Luzern, Bern und
Berlin sowie Werkaufträge des Lucerne Festival, BBC SSO oder Bayerischen Rundfunks bringen
neue Orchesterwerke wie Parmenides Prooimion und Breaking of the Vessels.
Parallel zur Beschäftigung mit der Oper Leopold II.exhibit entstehen derzeit ein neues Stück für
das Ekmeles vocal ensemble und ein Werk für das Duo Aventure.
2025 wird Uzor Stipendiat der Civitella Ranieri Foundation.
Charles Uzor lebt in der Schweiz und in Griechenland. Seine Musik ist auf 4 CDs von Neos und col
legno veröffentlicht.
Ort
Omirou 14-16
10672 Athen
Griechenland