Zwischen Ost und West

Gyarmati Eszter © Postkarte aus der Sammlung von Gyarmati Eszter

Aus dem Anlass des Berliner Mauerfalls eröffneten wir eine Community-Ausstellung.
Im Rahmen der Ausstellung wollten wir durch private Erinnerungsstücke ein Gesamtbild von Ost- und West-Deutschland aus der Zeit vor und um 1989 zeigen. Unter anderen wurden private Fotos, Pressefotos und Kunstfotos präsentiert, sowie Erinnerungen, Post- und Landkarten. Die Vielfältigkeit der Medien und der Perspektiven ermöglichten es uns, die Geschichte Deutschlands und unsere Geschichten über das Land besser kennenzulernen.

Zwischen Ost und West: Community Ausstellung

1989: Das Jahr der Wunder 

In der Nachkriegsgeschichte der Staaten in der sowjetischen Einflußzone gibt es viele Gemeinsamkeiten. Der Ausbau der kommunistischen Diktatur, die Sowjetisierung, erfolgte nach einem bestimmten Drehbuch, weist ein bekanntes Muster auf. Und trotz der vielen Gemeinsamkeiten gibt es auch Unterschiede und Sonderwege.

Bereits nach Stalins Tod im März 1953 erschienen die ersten Risse in den kommunistischen Machtstrukturen. Die Bevölkerung der DDR wehrte sich gegen die Willkür, es kam zum Aufstand vom 17. Juni. In Ungarn wurde die Revolution im Herbst 1956 ebenfalls brutal niedergeschlagen. Die Niederschlagung der beiden Aufstände bedeuteten traumatische Erfahrungen für die Beteiligten und gleich auch eine kollektive Erfahrung auch im ganzen Ostblock und sogar für die jüngere Generationen.
Die Staatsmacht und die Staatsparteien waren in ihrer Legitimation erschüttert: nur mit Hilfe von sowjetischen Panzern konnten sie ihre Macht langfristig nicht halten. Paralell zu mehr Kontrolle wurde ein gewisser Wohlstand praktisch als „Entschädigung“ geboten, besonders für diejenigen, die sich den Kurs anpassten. Das Verhältnis der Menschen zur Staatsmacht wurde von den Ereignissen geprägt: In der DDR wuchs die Anzahl derjenigen, die das Land Richtung Westen bis zum Mauerbau (1961) verließen; in Ungarn folgten die Jahre der kollektiven Lähmung, des kollektiven Schweigens, „die Zeit stand still“.

Die Erreignisse in der Tschechoslowakei 1968 bedeuteten für viele neue Hoffnungen, aber zeitgleich blicken viele auch mit Sorgen auf Prag. Das Scheitern des „Prager Frühlings“ stoppte auch die wirtschaftlichen Reformen in den anderen sozialistischen Staaten, es waren wieder alle Hoffnungen auf ein besseres Sozialismus ausgelöscht. Hoffnung und Scheitern begleiteten auch die Geschehnisse in Polen (1979-81).

1989 gelingt jedoch das bislang Unvorstellbare: die Staatsmacht zerfällt. Sommer 1989 wurde der eiserne Vorhang in Ungarn zum ersten Mal geöffnet und letztendlich abgebaut, beim Paneuropäischen Picknick im August kam es zur Massenflucht von ca. 600 DDR-Bürgern. Im September erfolgte die vollständige Grenzöffnung für die DDR-Bürger bei Sopron. Im November fiel die Berliner Mauer und damit das Symbol der deutschen und der europäischen Teilung. Bis Ende Dezember 1989 stürzten alle kommunistischen Diktaturen im Ostblock.

Die Sowjetunion spielte beim Ausbau und Befestigung der kommunistischen Diktaturen eine entscheidende Rolle: ohne ihre militärische Präsenz hätten auch die Aufstände nicht niedergeschlagen werden können. Aber auch Dank der Entscheidung von Gorbatschow, 1989 nicht einzuschreiten, konnten die Diktaturen in den meisten Ostblockstaaten ohne Gewalt, nach Massenprotesten und mit aktiver Beteiligung der Bürger gestürzt werden.

Dr. Slachta Krisztina, Historikerin
 

  • Péteri Attila © Péteri Attila

  • Brandenburger Tor_Peteri Attila © Péteri Attila

  • Danka Attila © Danka Attila

  • Danka Attila © Danka Attila

  • Bacso-Marton Erika © Bacso-Marton Erika

Bilder und Geschichten









Mitwirkende
Karin Bacsinszky, Bács Béla János, Bedő Iván, Dr. Bernáth Árpád, Danka Attila, Martin Fejer, Fekete László, Gyarmati Eszter, Jana Hensch, Kemény Zsolt, Marton Erika, Dr. Péteri Attila, Steinbach Szilvia, Fortepan

Übersetzung
Sophia Matteikat

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