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Max Mueller Bhavan | Indien

Jaffna Lab

Das Seaweed Lab in Sri Lanka war das zweite Format dieser Reihe und fand vom 18. bis 29. Mai 2026 in Jaffna statt. Die Teilnehmenden erforschten Meeresalgen als regeneratives Designmaterial unter der Anleitung von Violaine Buet (Frankreich) und Dr. Kamal Wasala (Sri Lanka).

Colombo Lab Bio Design South Asia © Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan

Über das Lab

Algen sind weit mehr als nur eine einfache Meeresvegetation, die in den Gewässern rund um Sri Lanka reichlich vorkommt – sie verfügen über einzigartige Eigenschaften und ein enormes Potenzial. Im Gegensatz zu Landpflanzen benötigen Algen weder Süßwasser noch Dünger oder fruchtbare Böden, um zu gedeihen, und wachsen deutlich schneller als viele terrestrische Nutzpflanzen. Dank ihrer natürlichen Fähigkeit, Kohlendioxid sowie überschüssige Nährstoffe aufzunehmen, leisten sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Ozeanversauerung und der Eutrophierung von Gewässern.

Algen sind reich an bioaktiven Inhaltsstoffen wie Alginaten und besitzen zahlreiche bislang wenig genutzte regenerative und gesundheitsfördernde Eigenschaften. Von der Wiederherstellung mariner Ökosysteme bis hin zum Ersatz fossiler Rohstoffe – ihre Vielseitigkeit macht Algen zu einer vielversprechenden Ressource der sogenannten Blue Economy, deren Potenzial weiter erforscht werden sollte.

Das Lab lädt die Teilnehmenden dazu ein, mit Algen an der Schnittstelle von Biologie, Design und Architektur zu arbeiten. Durch praktisches Experimentieren – Kultivieren, Formen, Beobachten und gemeinsames Gestalten mit Algensystemen – wird untersucht, was es bedeutet, gemeinsam mit einem lebenden Organismus zu entwerfen, der sich nicht einfach an Anweisungen hält. Welche Formen, Strukturen und Denkweisen werden möglich, wenn Wachstum selbst zur Methode und Struktur wird? Was geschieht, wenn das Material eigene Handlungsspielräume besitzt? Welche Gestaltungsansätze entstehen, wenn die Kontrolle mit einem lebenden System geteilt wird?

In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen untersucht das Lab, wie Algennetzwerke zirkuläre, ressourcenschonende Produktionsweisen und regenerative Materialsysteme unterstützen können. Darüber hinaus eröffnet es grundsätzliche Fragestellungen zu materieller Eigenwirksamkeit, ökologischem Denken und alternativen Designphilosophien, die auf der sich wandelnden Beziehung zwischen Mensch und lebendiger Materie beruhen.

Projektmentor*innen

Teilnehmende Künstler*innen

Projektpartner