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18:00 Uhr
„Undine“
Filmaufführung |Montagskino bei Goethe: „Undine“
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Bibliothek Goethe-Institut Warschau, Warszawa
- Sprache Auf Deutsch mit englischen Untertiteln
- Preis Eintritt frei
In der Reihe „Montagskino bei Goethe“ zeigen wir den Film „Undine“ von Christian Petzold aus dem Jahr 2020 auf Deutsch mit englischen Untertiteln.
Eine übernatürlich schöne Frau, die jeden Mann liebt, der sie ruft, ihn jedoch töten muss, wenn er sie verlässt – das ist der mythische Wassergeist Undine. An Land und bei den Menschen kann sie nur leben, wenn sie einen Geliebten hat. Christian Petzold nimmt sich dieses Stoffes an und versetzt ihn in die deutsche Gegenwart zwischen Berlin und Bergischem Land.
Undine (Paula Beer) ist Historikerin, sie arbeitet als Museumsführerin in Berlin. In der Mitte Berlins und dem historischen, soziologischen und archäologischem Grund, auf dem dieses Areal gebaut ist, kennt sie sich aus, genauso wie mit der flinken Auswahl von Bluse und Kostüm. Schön ist sie ganz nebenbei, und ihre Art, Wissen über die auf trocken gelegtem Sumpfland gebaute Stadt zu vermitteln, ist so professionell wie anmutig. Undine, die Sagenfrau, heißt hier vollständig Undine Wibeau. Eines Sommertags vor Dienstbeginn, genaugenommen vor Filmbeginn, wird sie von ihrem Freund Johannes (Jakob Matschenz) auf der Terrasse des Museumcafés verlassen. Er habe jemanden kennengelernt, sagt er. Tja, so spielt das Leben. Aber wie spielt eine abservierte Frau, die mit mythischen Wassern gewaschen ist? Sie erwidert: „Wenn Du mich verlässt, muss ich Dich töten.“
Christian Petzold variiert den romantischen Mythos von der geheimnisvollen Wasserfrau zu einer Erzählung über eine entzauberte Gegenwart. Und er modernisiert, in der Nachfolge von Ingeborg Bachmanns Erzählung Undine, die Fantasie von der verhängnisvollen Wasserfrau zum Projekt eines Ausstiegs aus einer alternativlosen Wiederholungsschleife. Denn seine Undine wehrt sich ebenso gegen die Ohnmacht der Verratenen, wie gegen die Wirkmacht des Fluchs, und sie verliebt sich neu, in Christoph (Franz Rogowski), der als Industrietaucher Arbeiten in der versunkenen Welt eines Stausees im Bergischen Land verrichtet. Mit traumwandlerischer Sicherheit hat Petzold den Sagenstoff ins Reich seines Kinos geholt. Präzise Alltagsgesten werden mit Gespenstischem verknüpft, und seine Undine-Geschichte findet sich wie selbstverständlich in einer hybriden Welt zwischen Märchen, Unterwasserabenteuerfilm und Gegenwartsrealismus verortet.
Christian Petzold
Christian Petzold wurde 1960 in Hilden geboren und studierte Germanistik und Theaterwissenschaften in Berlin. 1994 schloss er sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie ab. Er ist einer der wichtigsten Regisseure des zeitgenössischen deutschen Films. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen wie unter Anderem den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm für „Die innere Sicherheit“ (2001) und den Deutschen Filmpreis in Silber als bester programmfüllender Spielfilm für „Barbara“ (2012).
Undine
Deutschland, 2020, 90'
Regie und Drehbuch: Christian Petzold
Kamera: Hans Fromm
Besetzung: Paula Beer, Franz Rogowski, Maryam Zaree, Jacob Matschenz
Produktion: Schramm Film Koerner & Weber, in Koproduktion mit Les Films du Losange
Festivalvorführungen: Berlinale 2020 (Wettbewerb), Shanghai 2020, Haugesund - The Norwegian International Film Festival 2020, Espoo Ciné International Film Festival 2020. Beim Deutschen Filmpreis und beim Europäischen Filmpreis 2020 war „Undine“ jeweils unter anderem in der Kategorie Bester Spielfilm nominiert.
Nach der Aufführung laden wir zu einem Gläschen Wein ein.
Links zum Thema
Ort
Bibliothek Goethe-Institut Warschau
ul. Chmielna 13A
Zugang ul. Chmielna 11
00-021 Warszawa
Polen
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