Vortrag Martin Rein-Cano: „Der Garten als Identitätsstifter“

Foto: © Topotek 1 © Topotek 1

Do, 25.01.2018

Goethe-Institut Warschau

ul. Chmielna 13A
Zugang ul. Chmielna 11
00-021 Warszawa

Der Garten steht im kunst- und kulturgeschichtlichen Verständnis als Sinnbild für die Verwurzelung und insbesondere für die Identifizierung der Menschen mit ihrer Umgebung. Dazu gehört, früher wie heute, das Verhältnis der Gestaltung des Gartens zu seinem Kontext. In der Befragung seiner Bezugspunkte und Spannungsfelder einerseits, seiner Brüche und Gegensätze anderseits werden unterschiedliche Ansätze auf materieller, baulicher, urbaner und gesellschaftlicher sowie geschichtlicher Weise aufgenommen, thematisiert und akzentuiert. Gärten trugen jeweils mit dem neuen Stil, bei der Geburtsstunde neuer Traditionen, zu einer starken Symbolkraft und somit zu einer neuen Identität der Epoche bei. Beispielsweise spiegelt der Barockgarten mit seinen großflächigen, geradlinigen Anlagen die formale Strenge des Absolutismus wider. Der Garten der Romantik wird hingegen mit umfassenderen Naturbildern gestaltet, die begehbaren Gemälden gleichen. Die Wege werden breiter, die Kurven sanfter, die Ausblicke weiter. Diesem Verständnis nach stellt sich die Frage nach der identitätsstiftenden Wirkung zeitgenössischer Gärten und Parks auf die Besucher*innen von heute. Hinzu kommt die Überlegung historischer Themen, die den Garten tradieren und damit verbundene Fragen nach der Übersetzung dieser in die Gegenwart. Anhand des Beispiels des Parks „Superkilen“ in Kopenhagen untersucht der Vortrag Fragen wie: „Was kann der zeitgenössische Garten heute leisten?“, „Welche Formen der Begegnung, der Kommunikation, des Austauschs und der Beziehungen werden gefördert?“, „Wie kann dadurch die emotionale Verbindung des Menschen zum Ort verstärkt werden?“ und schließlich „Welche innovativen Rolle können zeitgenössische Parks bei der zukünftigen Stadtentwicklung übernehmen?“
 
Martin Rein-Cano, Dipl.- Ing. Landschaftsarchitekt, wurde 1967 in Buenos Aires geboren. Er studierte Kunstgeschichte an der Universität in Frankfurt am Main und Landschaftsarchitektur an den Technischen Universitäten in Hannover und Karlsruhe. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er im Büro von Peter Walker und Martha Schwartz in San Francisco.
1996 gegründete er das Büro TOPOTEK 1. Martin Rein-Cano hat als Gastprofessor in Europa und Nordamerika gelehrt, zuletzt an der Harvard Graduate School of Design. Zur Zeit unterrichtet er am Dessau Institute of Architecture. Darüber hinaus hält er Vorträge an in- und ausländischen Universitäten sowie anderen kulturellen Einrichtungen und ist oft Mitglied von Jurys.
Zu seinen Projekten zählt in diesem Jahr neben Arbeiten in Deutschland und Australien auch das Aabenraa Stadtzentrum in Dänemark.

Organisation: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Im Rahmen der Initiative „Deutsch-polnische Gärten“

 

Zurück