Ausstellung, Public talk
Candida Höfer. Die Ermitage. Die Schlösser von Sankt Petersburg
Einzelausstellung im Rahmen der „Fotobiennale 2016“, des Elften internationalen Monats der Fotografie in Moskau
„Was mich auch an Räumen interessiert, ist die Mischung verschiedener Epochen, wie verschiedene Zeiten sich abbilden“, formulierte Candida Höfer einmal ein zentrales Anliegen ihrer Arbeiten: die Überlagerung verschiedener Zeitebenen, die in den Stilbrüchen der Architektur und der Inneneinrichtung augenscheinlich wird. Die international wohl bekannteste deutsche Künstlerin im Medium Fotografie arbeitete im Sommer 2014 fast zwei Wochen in Sankt Petersburg und Umgebung und fotografierte die Innenräume verschiedener Schlösser und Herrenhäuser. Unter dem Titel „Candida Höfer. Gedächtnis“ wurden diese Arbeiten im Rahmen des Projektes „Eremitage 20/21“ im Sommer 2015 in der Staatlichen Eremitage ausgestellt.
Auf Initiative und mit Unterstützung des Goethe-Instituts Moskau hat das Multimedia Art Museum nun einige dieser Werke nach Moskau gebracht und bereitete in Kooperation mit Nadezhda Sinjutina, Kuratorin der Abteilung für zeitgenössische Kunst der Staatlichen Ermitage, eine Einzelausstellung Candida Höfers im Rahmen der „Fotobienale-2016“ vor.
Der so genannten Düsseldorfer Schule um Berndt und Hilla Becher zugerechnet, wurde Candida Höfer (geb. 1944 in Eberswalde, Deutschland) bekannt durch die Fotografien öffentlicher und halböffentlicher, meist menschenleerer Innenräume – Wartesäle, Hotellobbys, Kuranlagen, Banken, Universitätshörsäle, Bibliotheken, Theater, Archive und Museen … Über mehrere Jahrzehnte zeigen die Fotoserien von Candida Höfer Kunstschatzsammlungen weltweit – etwa die Säle des Louvre und der Uffizien, der Portugiesischen Königsbibliothek in Rio de Janeiro und des Teatro della Scala in Mailand oder des Teatro Olimpico in Vicenza. Dabei erfüllen die von der Künstlerin ausgewählten Orte eine ähnliche Funktion: Sie dienen der Wahrung und Übertragung kultureller Erinnerung.
Wie Nadezhda Sinjutina zur Ausstellung schreibt, bieten die Fotos von Candida Höfer „eine seltene Gelegenheit nicht nur das einheitliche Bild des Raumes zu bekommen, sondern auch seine innere Struktur zu enthüllen. Wir sehen darauf den Saal vom Fußboden bis zur Decke innerhalb eines Bildes, das uns mit seiner Tiefe und Detailliertheit beeindruckt. Alle Besonderheiten der Räume – ihre geometrische Form und Aufteilung, Decke und Beleuchtung, mögliche Funktionen und Auseinandersetzungen mit Menschen und endlich architektonische Illusionen – werden sehr gut sichtbar. Dieses Ergebnis wird hauptsächlich dadurch erreicht, dass die Künstlerin in ihrer Arbeit nur die vorhandene Beleuchtung benutzt, häufig begnügt sie sich mit dem Naturlicht. Das Licht ist nämlich das Hauptinstrument, um die Einzelheiten zu offenbaren oder zu verstecken, architektonische Kunststücke und funktionelle Aufteilung innerhalb des Raumes zu schaffen. Frontal aufgenommen, manchmal so symmetrisch aufgebaut, dass man sie für abstrakte Ornamente halten kann, zeigen die Interieurs auf den Höfer´s Fotos ein sauberes, destilliertes Bild der Architektur und ihres Zusammenspiels mit dem Menschen, soweit es mit den Mitteln eines anderen Mediums überhaupt möglich ist. Die Künstlerin zerstört die dem Beobachter eigene Wahrnehmungsdiskretion beim Ansehen der Architektur und gibt auf diese Weise den öffentlichen Räumen von Museen, Archiven und Bibliotheken die Aura eines einmaligen Kunstwerkes zurück.“
Im Rahmen der Ausstellung von Candida Höfer „Die Ermitage. Die Schlösser von Sankt Petersburg“ zeigt das Multimedia Art Museum den Dokumentarfilm „Sprachlose Räume“ (2015, 50 Min.). Mehrere Jahre lang begleitete Regisseur Rui Xavier die Künstlerin zu Hause und während der Arbeit, bei der Vorbereitung von Ausstellungen in Düsseldorf, London und São Paolo. Das Ergebnis dieser mehrjährigen Beobachtungen ist ein eindrückliches Filmporträt der Künstlerin – sprachlos, wie die von Candida Höfer fotografierten. Die Person der Künstlerin bleibt auf ihren Wunsch fast immer außerhalb des Bildes.
- 31. März, Do., 14:00 / 16:00
- 2. April, Sa., 15:00 / 17:00
- 3. April, So., 15:00 / 17:00
- 6. April, Mi., 14:00 / 16:00
- 8. April, Fr., 17:00 / 19:00
- 10. April, So., 17:00 / 19:00
- 13. April, Mi., 15:00 / 17:00
- 15. April, Fr., 17:00 / 19:00
- 16. April, Sa., 17:00 / 19:00
- 21. April, Do., 15:00 / 17:00
- 23. April, Sa., 17:00 / 19:00
- 24. April, So., 17:00 / 19:00
- 28. April, Do. , 15:00 / 17:00
- 30. April, Sa., 17:00 / 19:00
- 1. Mai, So. , 17:00 / 19:00
- 5. Mai, Do., 17:00 / 19:00
- 7. Mai, Sa. , 17:00 / 19:00
- 8. Mai, So., 17:00 / 19:00
Details
Multimedia Art Museum Moskau
Ostozhenka 16
Metro: Kropotkinskaja, Park kultury
11902 Moskau
Sprache: Russisch, Deutsch
Preis: Ausstellung: 500 Rubel, Studenten 250 Rubel, Rentner und Schüler 50 Rubel
Public talk: Eintritt frei!
+7 495 6371100/55 info@mdf.ru
Online-Registrierung: mk@mdf.ru