Der Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge ist eine komplex konstruierte Abschrift, bestehend aus 20 Fragmenten der inneren Monologe der Protagonisten. Es ist kein philosophischer Roman, sondern eher eine künstlerische Konstruktion der Entfremdung von der Großen Geschichte durch die subjektive Wahrnehmung der zerfallenen sowjetischen Realität in der DDR.
Durch die Stimmen verschiedener Generationen, wie die Großeltern Wilhelm und Charlotte – einstmals Kämpfer der Komintern, oder Vater Kurt – einer der wahren Zeugen der Arbeiterbewegung in der DDR, zeigt der Roman, wie unterschiedlich man "das Ende der Geschichte" erleben kann, indem man gleichzeitig versucht, nicht aus dem Leben zu fallen. Der Roman bildet eine gewisse Parallele zum Buch "Das Ende des roten Menschen" von Swetlana Alexijewitsch – aber er ist härter und weniger wie ein Bekenntnis, eher eine Analyse, also die vermeintlich "männlichere" Variante des Buchs. Eine von schwarzem Humor gefärbte Antwort auf die Frage, warum die DDR dem Untergang geweiht war…