Kansk | Videofilmfestival
SIBIR INDIO

Kansk
© Evy Schubert

Ein Kurzfilm von Evy Schubert

Wie stellen sich die Menschen von Kansk in den Augen eines westeuropäischen Neuzeit-Indianers dar? Dieser Frage geht die Berliner Videokünstlerin Evy Schubert in ihrem experimentellen Kurzfilmprojekt „Sibir Indio“ nach. Die Arbeit wird im Rahmen des 17. Internationalen Videofilmfestival in Kansk gezeigt – mit Unterstützung des Goethe-Instituts Nowosibirsk.
Das Internationale Videofestival findet seit 2002 jedes Jahr im sibirischen Städtchen Kansk statt. Genreübergreifend werden hier zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Videokunst, Neue Dramaturgie, Neue Musik, Poesie, Theater und Architektur präsentiert. Kansk – das klingt, in russischer Aussprache, ein wenig nach Cannes – und so tritt der spezielle Charme eines Filmfestivals hier in ein Verhältnis mit den sibirischen Kontrasten Die Regisseurin heftet sich an die Fersen der Festivalbesucher und kommt dabei der einzigartigen Atmosphäre von Kansk auf die Spur. Ihr Protagonist ist der Schauspieler Wener Eng, der sich als Neuzeit-Indianer um eine Völkerverständigung im Rückwärtsgang bemüht: Was, so ist die Frage, verschlägt einen westeuropäischen Indianer nach Sibirien, und warum reist er immer weiter Richtung Osten? Welchen Spuren folgt er, und welche Begegnungen erwarten ihn? Offen und neugierig treten die Künstler in einen Austausch mit Stadtbewohnern und Festivalbesuchern. Sie diskutieren, was sie alle zusammen als Weltbürger verbindet und welche Erkenntnisse aus solchen Begegnungen zu gewinnen sind. Der Film wird während des Filmfestivals gedreht und bis 2019 produziert.

Evy Schubert ist eine Regisseurin und Videokünstlerin aus Berlin. Geboren 1981, studierte sie Fotografie und Philosophie an der Pariser Sorbonne, Kommunikationswissenschaften und Soziologie in Erfurt und Theaterwissenschaften in Berlin. Die Regie-Ausbildung absolvierte sie im Volksbühnentheater in Berlin, wo sie mit Regisseuren wie Herbert Fritsch und Dimiter Gotscheff zusammenarbeitete. Evy Schuberts Werke, die häufig auf internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurden, dringen zu den Grenzen von Theater-, Film- und Performance-Kunst vor. Ihr Film „Dominus Dixit“ wurde beim Kansker Filmfestival von 2016 ausgezeichnet.

Werner Eng ist Schauspieler und seit der Spielzeit 2017/18 Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne. Geboren 1967 in Brasilien, absolvierte er ein Schauspiel- und Regiestudium an der Novalis Schule für Sprachgestaltung und Dramatische Kunst in Stuttgart. Erste Engagements an der Novalis Bühne Stuttgart, am Theater St. Pölten und dem Jungen Theater Göttingen. 1995 Auszeichnung mit dem Youngster of Arts Europe. Seit 2001 freischaffend, u. a. in Basel, Wien, Graz, Zürich, Magdeburg, Dessau und in Berlin am Maxim Gorki Theater und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Arbeiten mit Regisseuren wie Sebastian Hartmann, Lukas Langhoff, Sebastian Baumgarten und Herbert Fritsch. 2006 festes Ensemblemitglied des Hans Otto Theaters in Potsdam. Filmengagements u. a. in »Elf Onkel« (Regie: Herbert Fritsch, 2010) sowie in Filmen unter der Regie von Evy Schubert.
 

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