Performance
Duette mit Abstraktion

Runner | Serge Charchoune, 1943 Oil on canvas
Runner | © Serge Charchoune, 1943 Oil on canvas

Im Rahmen des Projekts THEATRUM

MMOMA

Tickets Die „Duette mit Abstraktion“ werden speziell für das THEATRUM Festival und basierend auf ausgewählten Werken der bildenden Kunst aus der Sammlung des Moskauer Museum für Moderne Kunst (MMOMA) entwickelt. In vier Tagen finden im MMOMA vier Tänze im Dialog mit vier Kunstwerken statt. Der Choreograf, Tänzer und bildende Künstler Julian Weber arbeitet dafür mit Musikerin Iku (Johanna Odersky) zusammen. Die Arbeit folgt keiner klassischen Dramaturgie mit narrativem Anfang und Ende, sondern wird eher als eine fortlaufende Reise verstanden, in die Besucher*innen jederzeit eintreten, verweilen und wieder aussteigen können.

Der Fokus der Performancereihe liegt auf einer physischen, somatischen und sinnlichen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Abstraktion im Kontext der bildenden Kunst. Die ausgewählten Kunstwerke umfassen fast 80 Jahre verschiedener Abstraktionsansätze und behandeln Abstraktion auf unterschiedliche Weise und von ihrem jeweiligen historischen Standpunkt aus. Die Performance schafft eine Situation, in der die Formalität der Abstraktion mit einem organischen Körper kollidiert: ein lebendiger Körper, der versucht zu kommunizieren, die Aufmerksamkeit des Kunstwerks zu erlangen, zu flirten, intim zu werden oder sogar mit dem Kunstwerk zu verschmelzen. Dabei ist dieser Körper aufgrund der musealen Beschränkungen nicht dazu in der Lage, das Kunstwerk zu berühren. Die Unmöglichkeit dieser Verschmelzung erzeugt Reibungswärme, die zum Motor des Tanzes wird. Aus der niemals befriedigten Sehnsucht nach der Vereinigung mit dem Kunstwerk wächst eine unerschöpfliche Energie.  Folglich bietet „Duette der Abstraktion“ die Möglichkeit, mit einem Kunstwerk in einen Dialog zu treten, das als gleichwertiges Gegenüber und Tanzpartner verstanden wird und mit dem man kommunizieren kann, während es gewöhnlich als totes Objekt verstanden wird.
(Julian Weber)
 
Folgende Werke aus der Sammlung des MMOMA sind Teil der Performance:
Serge Charchoune „Runner“, 1943
Vladimir Nemukhin „Dedication to Paul Cézanne“, 1989
Aidan Salakhova „Book“ from  series „Without words“, 2014-2015
The “Blue noses„ group (Vyacheslav Misin, Alexander Shaburov) From the  series „Kitchen suprematism“, 2005
 

Julian Weber © © Joel Mu Julian Weber © Joel Mu
Julian Weber (geb. 1986) ist Choreograf, Tänzer und bildender Künstler. Während seines Studiums der Bildenden Kunst an der HBK Braunschweig und der Akademie der Bildenden Künste Wien beschäftigte sich Julian Weber überwiegend mit Skulptur und Installation. 2013 absolvierte er den Bachelor in Tanz und Choreografie am HZT Berlin. Seitdem arbeitet er intensiv mit dem Zusammenspiel von Körper, Objekt und Bewegung. In den letzten Jahren hat er an zahlreichen Gruppenausstellungen teilgenommen, Performances und Einzelausstellungen realisiert und internationale Stipendien erhalten. Er arbeitet mit Künstler*innen wie Meg Stuart, Boris Charmatz und Tino Sehgal und entwickelt eigene Arbeiten an der Schnittstelle von Choreografie und bildender Kunst.
 
Johanna Odersky © © François Pisapia Johanna Odersky © François Pisapia
Johanna Odersky
(geb. 1993) arbeitet als bildende Künstlerin und Musikerin und lebt in Frankfurt am Main. Sie ist Absolventin der Städelschule (Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main). Ein Großteil ihrer Arbeit dreht sich um die Erforschung von menschlichen Erfahrungen sowie die Grenzen zwischen Körper, Geist und der Außenwelt. Ihre Arbeiten wurden auf Festivals, in Galerien und anderen Kunsträumen in Europa, Japan, Mexiko und den USA gezeigt.
 
Das Projekt THEATRUM, das vom Institut des Theaters und der Wohlfahrtsstiftung von Wladimir Potanin initiiert wurde, ist der Zusammenarbeit von Museen und Theatern gewidmet.
THEATRUM fand im Frühjahr 2019 zum ersten Mal statt und war schon im Zentrum des bereits begonnenen Prozesses der Zusammenarbeit zwischen Museum und Theater. Von Anfang an bestand THEATRUM aus drei Teilen: einem Labor zur Erforschung von Möglichkeiten zur Erstellung von Museumstheaterprojekten, einem Festival mit regionalen und großstädtischen Projekte an der Schnittstelle von Museums- und Theaterpraktiken sowie einem Geschäftsprogramm.

VORFÜHRUNGEN

8.06.2021, 9.06.2021
Von 15 bis 21 Uhr, mit Pausen (Zeitrahmen: 15:00-16:15, 16:15-17:30, 18:30-19:45, 19:45-21:00)
 
Das Projekt „Duette mit Abstraktion“ findet im Rahmen des Deutschlandjahres mit der Unterstützung des Goethe-Instituts in Moskau statt.

Details

MMOMA

Ul. Petrowka 25
Metro: Puschkinskaja, Tschechowskaja, Twerskaja
127051 Moskau

Sprache: ohne Worte
Preis: Mit Eintrittskarte ins MMOMA oder per Anmeldung (Anzahl der Einladungen begrenzt) über Website des Festivals GOLDENE MASKE und FB