Primar- vs. Sekundarstufe Fremdsprachen­lernen in der Sekundarstufe

Fremdsprachenlernen in der Sekundarstufe
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Der Fremdsprachenunterricht in der Sekundarstufe ist deutlich leistungsorientierter als in der Primarschule. Schülerinnen und Schüler, die bereits in der Primarstufe eine Fremdsprache mit viel Freude und Motivation gelernt haben, können nun in der Sekundarstufe beim Deutschlernen aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen weniger Lernbegeisterung entwickeln. 

Obwohl Deutschunterricht in jüngster Zeit auch schon an Primarschulen eingeführt wird, beginnen die Schülerinnen und Schüler an den meisten Schulen erst in der Sekundarstufe mit dem Deutschlernen. Dabei stehen sowohl den Lehrkräften als auch den Jugendlichen einige Herausforderungen gegenüber, die bei der Planung des Deutschunterrichts berücksichtigt werden sollten.

Heterogene Klassen

In einigen Ländern sind die Klassen in der Sekundarstufe in Bezug auf ihre Vorkenntnisse sehr heterogen, weil einige der Lernenden bereits in der Primarschule erste Erfahrungen mit Deutsch gemacht haben, der Großteil der Klasse jedoch noch nicht. Da häufig Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Primarschulen zu Beginn der Sekundarstufe gemischt werden, ergibt sich die Situation, dass teilweise Fortgeschrittene und Anfänger zusammen im gleichen Unterricht sitzen. Diese Situation ist eine große Herausforderung für die Lehrkräfte – aber auch für die Schülerinnen und Schüler.

Erhöhte Anforderungen

In der Sekundarstufe erhöhen sich die Anforderungen an die Lernenden, d.h., das Lernpensum sowie das Lerntempo steigen im Vergleich zu denen in der Primarschule erheblich an. Viele der Lehr- und Lernverfahren, mit denen die Lernenden in der Primarschule im Fremdsprachenunterricht vertraut waren, werden nun in der Sekundarstufe ersetzt. Somit kommt den Deutschlehrkräften neben der Vermittlung des Unterrichtsstoffes auch eine wichtige Aufgabe in der Einführung neuer Lehr- und Lernverfahren zu.

Veränderter Fokus

In der Primarschule werden Fremdsprachen meist in Anlehnung an den ganzheitlichen muttersprachlichen Erstsprachenerwerb erlernt und in handlungsorientierten und interaktiven Kontexten unter Einbezug vieler Sinne vermittelt. Dabei steht die gesprochene Sprache in Form von Spielen, Liedern, Reimen und Geschichten im Mittelpunkt. Schriftsprache wird vergleichsweise wenig verwendet. In der Sekundarstufe hingegen spielt die Bewusstmachung von Regelhaftigkeiten und Schriftlichkeit eine größere Rolle. Geschichten und Lieder im Unterricht bekommen in der Sekundarstufe mehr und mehr den Status des Zusätzlichen.

Diese Veränderungen finden sich auch in den Lehrwerken wieder. Während die Bücher in der Primarschule noch durch farbige Bilder, Spiele, Geschichten und Lieder sowie Begleitmaterialien wie Bildkarten oder Handpuppen geprägt sind, dominieren in der Sekundarstufe Texte und abstrakte Darstellungen. Dadurch wirken die Lehrwerke auf jugendliche Schülerinnen und Schüler zu Beginn oft erst einmal vergleichsweise uninteressant und gewöhnungsbedürftig. Den Fremdsprachenlehrkräften fällt dann die Aufgabe zu, den Jugendlichen den Umgang mit den neuen Lehrwerken zu erleichtern.