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Filmkatalog

Über den Filmkatalog

Bildausschnitt: beleuchteter, festlicher, vertäfelter Filmvorführraum

Dieter Schumann
Lene und die Geister des Waldes

  • Produktionsjahr 2020
  • Farbe / LängeFarbe / 99 Min.
  • IN-Nummer IN 4505

Aus anfänglichem Widerwillen gegen die geplanten Sommerferien im Bayerischen Wald wird bei der zehnjährigen Lene bald große Abenteuerlust, denn dort gibt es mythische Figuren, Schildkrötenrennen, Leuchtpilze und Baumhäuser; und ganz nebenbei geht es um solch große Fragen wie die Verpflichtungen des Menschen als Teil der Natur.

Aus Norddeutschland in den Bayerischen Wald, wo die Menschen seltsam sprechen, geht es in den Sommerferien für die zehnjährige Lene, die nicht gerade begeistert ist von diesem Urlaubsziel. Doch schnell findet sie Freunde, mit denen man tolle Sachen erleben kann, von Schildkrötenrennen, Leuchtpilzebestaunen bis Baumhäuserbauen; und sie lernt mythische Gestalten kennen, wie den Nationalparkranger Waldobelix oder die Legende vom Wald-Peter, der sich einst beim Spielen im Wald verlief, ins Teufelsloch gefallen und als Wassertropfen in alle Wurzeln des Waldes geschlüpft war.
Mit Staunen werden wir mitgenommen in den urigen Wald, für den sich der Film sehr viel Zeit lässt, für seine Geräusche, die Landschaft, die Bäume, die Tiere und das Wasser, und auch für die Menschen, die sich dem Wald verbunden fühlen, wie die Wald-Ursel, die einmal sagt: „Der Wald ist nicht für die Menschen da. Er hat ein Lebensrecht an sich. Weil der Mensch die Kraft hat, so vieles kaputt zu machen, hat er auch die Verpflichtung, das, was um ihn herum ist, zu erhalten.“



Pressestimmen:

„Der Mecklenburger Regisseur Dieter Schumann nennt Flüstern & Schreien von 1988 und Wadans Welt von 2010 als seine bislang wichtigsten Filme. Der erste bietet einen ungewohnten Einblick in einen Teil der Musikszene der DDR, im zweiten gibt Dieter Schumann Werftarbeitern an der Ostsee Gesicht und Stimme während einer erneuten Schiffbaukrise. Mit Lene und die Geister des Waldes hat der 66-jährige Regisseur einen dritten wichtigen Film fertig. (…)
‚Der Bayerische Wald ist Hoffnung. Die Hoffnung ist nicht umsonst grün’ – das sagt Ursula Sauer, von allen nur die Waldursel genannt. Sie hatte letztlich Regisseur Dieter Schumann dazu gebracht, seinen Film so zu machen, wie er jetzt zu sehen ist: ‚Wir hatten eine sehr intensive Beziehung, wir waren 14 Tage da’, erzählt er über die Entstehung des Films. Ursula Sauer habe ihn gefragt, für wen er den Film mache. Und dabei ist herausgekommen, dass es das Wichtigste sei, den Kinder wieder die Natur nahezubringen – ‚und zwar Natur in ihrem ursprünglichen Zustand.’ 50 Jahre sei die Waldursel jeden Tag von morgens bis abends im Wald gewesen, sagt Schumann. Ursula Sauer sagt: ‚Der Wald ist nicht für den Menschen da, er hat ein Lebensrecht an sich.’
Von der Waldursel also zu den Kindern, doch da ergab sich in Bayern ein Problem. ‚Die sprachen alle Bayerisch, du hast sie kaum verstanden’, erzählt Schumann. Zudem hätten die Leute auf jede Frage gesagt: ‚Siehst du doch, weißt du doch.’ Deshalb habe das Filmteam einen Kunstgriff angewandt. ‚Wenn man Besuch bekommt, wird Altvertrautes wieder spannend, man zeigt es den anderen’, erzählt Schumann. Daher habe man Besucher in den Bayerischen Wald gelotst, die kein Bayerisch verstehen: eine Mecklenburger Familie, vor der die Menschen hochdeutsch sprechen mussten.
So trifft Lene aus Mecklenburg gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Vater auf Kinder und Erwachsene in Bayern. ‚Das war natürlich eine Herausforderung: Wie strukturierst du den Film’, erzählt Schumann. Der Film habe Kinder nicht überfordern sollen, er solle spannend und nah an den jungen Zuschauern bleiben. Daraus sei die Idee geboren, eines der beiden Mecklenburger Mädchen, Lene, als Identifikationsfigur in den Mittelpunkt zu stellen.“
(Axel Seitz, ndr.de, 4.5.2020)


Ein „Waldkinderfilm“ auf dem Dokfest München: Alexa Hennings im Gespräch mit Dieter Schumann, Bayern 2, 12.5.2020

Hennings Es ist das Märchenhafte in der Wirklichkeit und das Wirkliche im Märchenhaften, das die Kinder in ihren Ferien erfahren. Die Geschichten vom Wald-Peter, der einst im Teufelsloch verschwand, die rätselhafte alte Frau, die Wald-Ursel genannt wird, der hünenhafte Wald-Obelix. Der entpuppt sich als Nationalpark-Ranger, Ursel hat moderne Trekking-Stöcke und Florian, der – vielleicht, wer weiß? – wiedergeborene Wald-Peter, trägt eine Zahnspange. Es ist etwas anderes als ein Dokumentarfilm vielleicht erwarten lassen würde: Also keine Wohllebenhafte Ich-erkläre-euch-jetzt-mal-den-Wald-Haltung, sondern: Sinnliche Erfahrung, Phantasie inklusive.
Schumann Unser Film heißt dann auch in der Überschrift: Der Waldkinderfilm. Und wir haben aber das ganze Aufklärerische, Informative weitestgehend draußen gelassen. Und gesetzt auf dieses Erlebnishafte, Freudvolle und Spielerische. Der Film erzählt, wie Kinder Erlebnisse haben können. Wie sie Abenteuer erleben können.
Hennings Der Weg bis hin zu diesem Film war für Regisseur Dieter Schumann mindestens so verschlungen wie ein einsamer Pfad im Wald. Für ein Filmprojekt mit dem Greifswalder Biologen Michael Succow, Träger des Alternativen Nobelpreises, bereiste er ursprüngliche Wälder.
Schumann Wir wollten zunächst einen anderen Film machen. Und zwar hieß der: Europas magische Wälder. Einen Erwachsenenfilm.
Hennings Ein Jahr lang waren Dieter Schumann und sein Kameramann Rainer Schulz in Nationalparks in ganz Europa unterwegs.
Schumann Und da in dieser Zusammenarbeit und dem Kennenlernen dieser Nationalparks und wie sie funktionieren, stieß ich darauf: Warum sind die so auf Kinder und Familien ausgerichtet? Und da haben sie uns das erklärt: Diejenigen, die am weitesten entfernt sind und am wenigsten Kontakt haben mit Natur und Wäldern, das sind die Kinder. Weil sie so stark mediengeprägt aufwachsen und diesen Kontakt verlieren. Und ich habe in dieser Zeit auch eigene Enkel bekommen und habe gedacht: Du musst einen Film für Kinder machen! (…)
Schumann Es ist ein beobachtender Film. Der nicht auf Überwältigung der Zuschauer, der Kinder setzt, sondern auf ihre beobachtende Wahrnehmung. Wie weit wird der bestehen in dieser Welt, in der heute viele schnelle und laute Reize auf Kinder niederprasseln?
Hennings Dieter Schumann hofft auch auf die Eltern und Großeltern, die vielleicht sagen: So war es in unserer Kindheit auch. Das sollen unsere Kinder und Enkel auch erfahren. Durch diesen Waldkinderfilm – und natürlich durch gemeinsame Entdeckungen zwischen Moosen und Blättern.“

Frederik Lang (16.11.2020)

Produktionsland
Deutschland (DE)
Produktionszeitraum
2019/2020
Produktionsjahr
2020
Farbe
Farbe

Länge
Langfilm (ab 61 Min.)
Gattung
Dokumentarfilm
Genre
Heimatfilm
Thema
Beziehung / Familie, Heimat, Freundschaft, Umwelt / Ökologie / Klimawandel
Zielgruppe
Juniorfilm (7-11 Jahre)

Rechteumfang
Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
Anmerkungen zur Lizenz
Beteiligung an Festival ist ausnahmsweise erwünscht.
Lizenzdauer bis
09.09.2027
Permanente Sperrgebiete
Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)

Verfügbare Medien
DCP, Blu-ray Disc, DVD
Originalfassung
Deutsch (de)

DCP

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar), Tschechisch (cs)
Anmerkung zum Format
DCP sind unverschlüsselt

Blu-ray Disc

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar)

DVD

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar)