„About Dam and Hofit“
Gali Blay & Leila Zelli

"About Dam and Hofit" by Leila Zelli and Gali Blay | 1000 x 1000 px © Gali Blay & Leila Zelli | Courtesy of the Artists

About Dam and Hofit ist die Geschichte einer verbotenen Freundschaft zwischen Dam, dem Gipfel des Damavand im Iran, und Hofit, einem Flugzeug der israelischen Luftwaffe. Ihre unerwartete Begegnung eröffnet die Möglichkeit, eine Freundschaft gegen alle Widrigkeiten neu zu denken.

Das letzte Werk des Programms schließlich befasst sich mit der Entstehung einer unwahrscheinlichen Freundschaft. Gali Blay & Leila Zellis About Dam and Hofit (2022) ist ein kurzer Animationsfilm, in dem sich Dam, der Gipfel des Damavand im Iran, und Hofit, ein Aufklärungsflugzeug der israelischen Luftwaffe, begegnen und ein Gespräch beginnen.

Seit der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 haben der Iran und Israel ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen, beide Regierungen haben geschworen, den jeweils anderen anzugreifen, sobald sich die Gelegenheit ergibt, und jegliche Beziehung zwischen Iraner*innen und Israelis wurde verboten. In gewisser Weise ist der Film eine Metapher für die Beziehung zwischen den beiden Künstlerinnen - Blay aus Israel und Zelli aus dem Iran -, da er seine beiden Hauptfiguren dazu herausfordert, eine Verbundenheit aufzubauen und sich eine andere Geschichte für sich selbst jenseits kultureller und politischer Konflikte vorzustellen. Für mich liegt die Kraft dieser Animation genau in dem Antagonismus, den die beiden Figuren geerbt haben; es liegt Hoffnung in ihrer Erkenntnis, dass die Strukturen und Orientierungen, die ihnen vorschreiben, dass sie keine Verbindung eingehen können, abgebaut werden können, wenn wir offen sind und einander mit Neugier begegnen. So wie wenn Hofit, das Flugzeug der israelischen Luftwaffe, zu erklären versucht, warum es sein Zuhause verlassen, hat: „Ich möchte ein anonymes Flugzeug sein. Ein Flugzeug, das um die ganze Welt reist und jede Art von Grenze, jeden Ort überqueren kann. Niemand weiß, wohin du fliegst, woher du kommst, das spielt auch keine Rolle. Ja, ich möchte einfach nur ich sein, Hofit.“ „Schön, dich kennenzulernen, Hofit. Ich bin Dam“, lautet die Antwort. Während sich das Gespräch weiterentwickelt, erinnern uns Blay und Zelli daran, dass es zwar leicht ist, mit Menschen auszukommen und ihnen nahe zu sein, die auf den ersten Blick so aussehen oder denken wie wir, die eigentliche persönliche Arbeit jedoch beginnt dann, wenn wir offen dafür sind, ein Gespräch zu beginnen und reale oder imaginäre Klüfte zu überbrücken, die uns von anderen Menschen trennen. „Fühlst du dich frei in diesem Zwischenraum?“, fragt Dam. „Ich fühle mich frei, mir Dinge so vorzustellen, wie ich es möchte, und nicht so, wie andere wollen, dass ich sie mir vorstelle.“ Die Geschichte von Dam und Hofit könnte die Geschichte von jeder Person sein, die beschlossen hat, Vorurteile hinter sich zu lassen.

Angesichts des aktuellen Krieges, der sich zwischen den USA, Israel und dem Iran entfaltet, nimmt das Gespräch zwischen Dam und Hofit eine dringlichere Dimension an.

Text von Erandy Vergara Vargas

Gali Blay & Leila Zelli

Gali Blay & Leila Zelli

Gali Blay & Leila Zelli | © Courtesy of the artists

Gali Blay
Gali Blay ist eine in Berlin lebende Animationsfilmemacherin mit fast 15 Jahren Erfahrung in der Gestaltung komplexer visueller Erzählungen, die die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verwischen.

Ihre Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Erzählkunst, wobei sie häufig handgefertigte Miniaturen, Kulissen und Requisiten einsetzt, um komplexe Themen zum Leben zu erwecken. Derzeit entwickelt sie die Animationsserie Electric Water, ein von wahren Begebenheiten inspiriertes Projekt, das sich über zwei Welten erstreckt – über und unter der Wasseroberfläche –, in denen menschliches Drama und die Geheimnisse der Tiefsee aufeinanderprallen.

Blay hat unter anderem an der Erstellung der Miniaturkulissen für Wes Andersons The Wonderful Story of Henry Sugar and Asteroid City mitgebaut. Neben Kooperationen mit Künstler*innen wie Leila Zelli (About Dam und Hofit, 2022) untersuchen ihre Filme menschliche Verbindungen, Konflikte und Hoffnung. Ihre Arbeiten wurden international auf Festivals gezeigt und ausgezeichnet, und u.a. bei Spark Animation (Kanada), PÖFF Shorts (Estland) und dem Athens Animfest (Griechenland) gezeigt.

Ihre Projekte wurden zudem weltweit in Galerien und Festivals präsentiert, darunter die Jerusalem Design Week, der Salone del Mobile (Mailand), die Wall Street Gallery (Eindhoven) und Fresh Paint (Tel Aviv).

Blay hat einen BFA der Bezalel Academy of Arts and Design und einen MFA (cum laude) in Social Design der Design-Academy Eindhoven. Geboren in New York und aufgewachsen in Israel, erschafft sie ihre künstlerischen Welten heute in ihrem Atelier in Berlin.

Leila Zelli
Leila Zelli wurde in Teheran (Iran) geboren und lebt und arbeitet in Montreal. Sie hat einen Master-Abschluss (2020) und einen Bachelor-Abschluss (2016) in Bildender und Medienkunst der UQAM und beschäftigt sich mit dem Bezug zu Vorstellungen des „Anderen“ bzw. dem „Anderswo“, insbesondere im Kontext des geopolitischen Raums, der oft mit dem umstrittenen Begriff „Naher Osten“ bezeichnet wird. Sie schafft „In-situ“-Installationen, die aus Bildern, Videos und Texten bestehen, die sie oft im Internet und in sozialen Netzwerken sammelt. Daraus entstehen visuelle und akustische Erlebnisräume, die zum Nachdenken über den Zustand der Welt, über die Beziehung zum „Anderen“ und über die Tragweite des Handelns für die Menschheit anregen.

Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Musée d’art de Joliette, auf der Toronto Biennale (2024), im Musée des beaux-arts de Montréal, bei Dazibao (2023), in der Galerie Pierre-François Ouellette (2023–2021), in der Galerie Bradley Ertaskiran (2020), beim Conseil des arts de Montréal (2019–2020) und in der Galerie de l’UQAM (2024, 2020, 2019, 2015) gezeigt.

Ihre Werke sind nun Teil der Sammlungdes Musée d’art contemporain de Montréal, der Sammlung des Musée des beaux-arts de Montréal, der Sammlung Prêt d’œuvres d’art des Musée national des beaux-arts du Québec, der Sammlung des Musée d’art de Joliette, der Sammlung des Musée d’art contemporain de Baie-Saint-Paul sowie der Sammlung der Caisse de dépôt et placement du Québec.