„About Dam and Hofit“
Gali Blay & Leila Zelli

"About Dam and Hofit" by Leila Zelli and Gali Blay | 1000 x 1000 px © Gali Blay & Leila Zelli | Courtesy of the Artists

About Dam and Hofit ist die Geschichte einer verbotenen Freundschaft zwischen Dam, dem Gipfel des Damavand im Iran, und Hofit, einem Flugzeug der israelischen Luftwaffe. Ihre unerwartete Begegnung eröffnet die Möglichkeit, eine Freundschaft gegen alle Widrigkeiten neu zu denken.

Leila Zelli und Gali Blay, 5 Min., 2022

Seit der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 haben der Iran und Israel ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Beide Regierungen haben geschworen, einander anzugreifen, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet. Jede Beziehung zwischen Iraner*innenund Israelis ist verboten. Nur an einem weit entfernten und neutralen Ort kann die Möglichkeit einer Begegnung bestehen.

Leila Zelli (aus dem Iran, lebt in Montreal, Kanada) und Gali Blay (aus Israel, lebt in Berlin, Deutschland), sind zwei kritische Künstlerinnen und Filmemacherinnen, die beschlossen haben, sich der von den Regierungen Israels und des Iran geschaffenen Erzählung von Angst und Rivalität zu widersetzen, indem sie den Kurzanimationsfilm About Dam and Hofit erschaffen haben.

Obwohl sie sich der Risiken und Hindernisse einer möglichen Zusammenarbeit zwischen einer iranischen und einer israelischen Künstlerin bewusst waren, haben sie sich im April 2019 darauf geeinigt, Grenzen zu überschreiten und die politischen Regeln, mit denen sie aufgewachsen sind, hinter sich zu lassen. Diese Zusammenarbeit zwischen einer Israelin und einer Iranerin kann eine immense Wirkung haben und ein Beispiel für die Zukunft sein. Die Freundschaft der beiden Künstlerinnen ist ein Beispiel für einen Wandel, der von gewöhnlichen Menschen ausgehen kann und nicht unbedingt von einer politischen Situation.

Das Drehbuch ist inspiriert von täglichen Gesprächen zwischen den beiden Künstlerinnen, den Fragen, die sie sich gegenseitig zu stellen wagten, und dem Vertrauen in die Freundschaft, die zusammen aufgebaut haben. Diese Treffen fanden seit dem Ausbruch von Covid-19 im März 2020 zwei Jahre lang digital statt.

Gali Blay & Leila Zelli

Gali Blay & Leila Zelli

Gali Blay & Leila Zelli | © Courtesy of the artists

Gali Blay
Gali Blay ist eine in Berlin lebende Animationsfilmemacherin mit fast 15 Jahren Erfahrung in der Gestaltung komplexer visueller Erzählungen, die die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verwischen.

Ihre Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Erzählkunst, wobei sie häufig handgefertigte Miniaturen, Kulissen und Requisiten einsetzt, um komplexe Themen zum Leben zu erwecken. Derzeit entwickelt sie die Animationsserie Electric Water, ein von wahren Begebenheiten inspiriertes Projekt, das sich über zwei Welten erstreckt – über und unter der Wasseroberfläche –, in denen menschliches Drama und die Geheimnisse der Tiefsee aufeinanderprallen.

Blay hat unter anderem an der Erstellung der Miniaturkulissen für Wes Andersons The Wonderful Story of Henry Sugar and Asteroid City mitgebaut. Neben Kooperationen mit Künstler*innen wie Leila Zelli (About Dam und Hofit, 2022) untersuchen ihre Filme menschliche Verbindungen, Konflikte und Hoffnung. Ihre Arbeiten wurden international auf Festivals gezeigt und ausgezeichnet, und u.a. bei Spark Animation (Kanada), PÖFF Shorts (Estland) und dem Athens Animfest (Griechenland) gezeigt.

Ihre Projekte wurden zudem weltweit in Galerien und Festivals präsentiert, darunter die Jerusalem Design Week, der Salone del Mobile (Mailand), die Wall Street Gallery (Eindhoven) und Fresh Paint (Tel Aviv).

Blay hat einen BFA der Bezalel Academy of Arts and Design und einen MFA (cum laude) in Social Design der Design-Academy Eindhoven. Geboren in New York und aufgewachsen in Israel, erschafft sie ihre künstlerischen Welten heute in ihrem Atelier in Berlin.

Leila Zelli
Leila Zelli wurde in Teheran (Iran) geboren und lebt und arbeitet in Montreal. Sie hat einen Master-Abschluss (2020) und einen Bachelor-Abschluss (2016) in Bildender und Medienkunst der UQAM und beschäftigt sich mit dem Bezug zu Vorstellungen des „Anderen“ bzw. dem „Anderswo“, insbesondere im Kontext des geopolitischen Raums, der oft mit dem umstrittenen Begriff „Naher Osten“ bezeichnet wird. Sie schafft „In-situ“-Installationen, die aus Bildern, Videos und Texten bestehen, die sie oft im Internet und in sozialen Netzwerken sammelt. Daraus entstehen visuelle und akustische Erlebnisräume, die zum Nachdenken über den Zustand der Welt, über die Beziehung zum „Anderen“ und über die Tragweite des Handelns für die Menschheit anregen.

Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Musée d’art de Joliette, auf der Toronto Biennale (2024), im Musée des beaux-arts de Montréal, bei Dazibao (2023), in der Galerie Pierre-François Ouellette (2023–2021), in der Galerie Bradley Ertaskiran (2020), beim Conseil des arts de Montréal (2019–2020) und in der Galerie de l’UQAM (2024, 2020, 2019, 2015) gezeigt.

Ihre Werke sind nun Teil der Sammlungdes Musée d’art contemporain de Montréal, der Sammlung des Musée des beaux-arts de Montréal, der Sammlung Prêt d’œuvres d’art des Musée national des beaux-arts du Québec, der Sammlung des Musée d’art de Joliette, der Sammlung des Musée d’art contemporain de Baie-Saint-Paul sowie der Sammlung der Caisse de dépôt et placement du Québec.