Kollektive Formen von Care
Kuratorisches Essay
In einer zunehmend gespaltenen Welt ist rassistische, sexistische und beleidigende Sprache wieder verstärkt in den öffentlichen Raum zurückgekehrt. Dies zeigt sich in Beiträgen und Reden von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Politiker*innen und allen, die über einen Social-Media-Account verfügen und die gerade durch den Einsatz provokativer Sprache leicht an Popularität gewinnen können. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage in den Vordergrund, wie Mitglieder von Gruppen, deren Körper und Identität oft zur Zielscheibe werden, bisher und auch weiterhin:
(1) wehrhaft Diskriminierungen entgegenstehen können; (2) Alternativen zur Schaffung gerechterer Welten vorschlagen können; (3) dazu aufrufen können, Empathie zu entwickeln; (4) ihr Ringen um ihre Existenz in einer Welt mitteilen können, die sie aufgrund ihrer Identität unterdrückt; und (5) der Spaltung entgegenwirken können, die heutzutage online und offline Realität geworden ist.
Diese Auswahl an Werken lädt dazu ein, auf produktive Weise über eine feindselige Welt nachzudenken. Als rassifizierte Frau, die vor zwanzig Jahren nach Montreal eingewandert ist, habe ich persönlich Trost bei Fremden und Freund*innen gleichermaßen gefunden, besonders in schwierigen Zeiten. Menschen haben mir Solidarität entgegengebracht, als ich es am wenigsten erwartet habe. Aus diesem Grund habe ich mich auf die Suche nach Werken von in Deutschland lebenden Künstler*innen begeben, um zu erkunden, wie sie füreinander sorgen und Gemeinschaften aufbauen.
Erandy Vergara-Vargas, Kuratorin
Erandy Vergara-Vargas | © Émilie Tournevache
Erandy Vergara-Vargas (MX/CA)
https://erandyvergara.art/