File Not Found

File Not Found ©Goethe-Institut

March 1, 2026 to October 30, 2027

FILE NOT FOUND Protect archives. Defend democracy. is a collaborative project bringing together archivists, artists, and scholars to develop strategies for resilient, accessible, and diverse archival practices. At its core lies a central question: How can the archive itself become a site of resistance?

In vielen Ländern vollzieht sich derzeit ein tiefgreifender autoritärer Wandel. Grundwerte, historische Narrative und Archive – Orte, an denen kulturelles Gedächtnis, widerständiges Wissen und alternative Perspektiven bewahrt werden – geraten zunehmend unter Druck. Materialien, die diese politischen Veränderungen in Frage stellen, werden zensiert, umgedeutet oder ausgelöscht.

Das globale Archivprojekt „FILE NOT FOUND“ des Goethe-Instituts reagiert darauf, indem es einen transnationalen Austausch zwischen den bereits Betroffenen und denen initiiert, die sich bisher vielleicht noch sicher gefühlt haben. Es lädt die Teilnehmenden dazu ein, künstlerische und utopische Gegenstrategien zu entwickeln, zu erproben und zu präsentieren – oder bewusst zu verbergen –, unter anderem während eines Aufenthalts bei „The ArQuives“ in Toronto.

Die daraus entstehenden Arbeiten können subversiv, aktivistisch, forschungsorientiert oder akademisch sein. Sie bewegen sich zwischen Sichtbarkeit und Verschlüsselung, Offenlegung und Verbergung und eröffnen neue Räume für Strategien der Resilienz.

„FILE NOT FOUND“ ist eine internationale Initiative unter der Leitung des Goethe-Instituts Portugal, Amsterdam und Washington in Zusammenarbeit mit Gerador.

Phase 1: RETREAT

Ein internationales Treffen im März 2026 brachte Fachleute zusammen, die in unterschiedlichen politischen und kulturellen Kontexten mit Archiven arbeiten. Durch Dialog, Workshops und gemeinsame Sitzungen identifizierten die Teilnehmenden gemeinsame Herausforderungen, tauschten Erfahrungen aus und erarbeiteten Strategien für eine resiliente, verantwortungsvolle Archivpraxis – und legten damit den Grundstein für alle nachfolgenden Aktivitäten.

Phase 2: RESIDENZEN

Von Herbst 2026 bis Frühjahr 2027 absolvieren zehn Künstler*innen Präsenzresidenzen bei zehn Partnerarchiven in verschiedenen Ländern. Jede Residenz geht auf die spezifischen Gegebenheiten und Schwachstellen der jeweiligen Institution ein und entwickelt kreative Ansätze – neue Erzählungen, konzeptuelle Experimente oder Schutzstrategien, die zwischen Sichtbarkeit und Diskretion oszillieren –, um Archive unter Druck zu stärken.

Phase 3: AUSSTELLUNG

Das Projekt endet im Herbst 2027 mit einer öffentlichen Ausstellung im BLMK Cottbus, Deutschland, und einer begleitenden Publikation. Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse der Residenzen, mal offen, mal in verdeckter oder verschlüsselter Form, je nach Sensibilität des Materials. Die Publikation bündelt die gewonnenen Erkenntnisse und Methoden und dient als langfristige Ressource zur Stärkung des kulturellen Gedächtnisses, zum Schutz von Archiven und zur Förderung demokratischer Werte in unsicheren Zeiten.

Teilnehmende Archive

Über 20 Archive aus verschiedenen Teilen der Welt nahmen an der ersten Phase des Projekts teil und trafen sich im März 2026 in Lissabon zu vier Tagen des Austauschs, der Reflexion und des gemeinsamen Nachdenkens.

In der zweiten Phase richten 10 ausgewählte Archive eine Künstlerresidenz aus, die sich der Erforschung und Entwicklung von Strategien widmet, die dazu beitragen, dass Archivräume angesichts äußerer Belastungen widerstandsfähig und belastbar bleiben.

THE ARQUIVES, Toronto, Kanada

The ArQuives – Kanadas LGBTQ2+-Archiv – ist eines der größten unabhängigen 2SLGBTQIA+-Archive weltweit. Der Auftrag von The ArQuives besteht darin, Materialien in jeglicher Form von und über 2SLGBTQIA+-Personen in Kanada zu erwerben, zu ordnen und zu bewahren. Die Einrichtung bietet öffentliche Programme und Zugang zu Informationen an, um das Bewusstsein für die Geschichte und die Forschung im Bereich 2SLGBTQIA+ zu fördern. Durch seine Einstellungspraktiken, die Einbindung von Freiwilligen, die Ansprache von Gemeinschaften, die in seinen Sammlungen unterrepräsentiert sind, die Förderung neuer, von der Community initiierter Projekte sowie gemeinschaftsspezifische Programme setzt sich The ArQuives dafür ein, dass systemische Formen der Marginalisierung ein Ende finden, und strebt eine zukünftige Welt an, in der 2SLGBTQIA+-Personen akzeptiert, wertgeschätzt und gefeiert werden. The ArQuives war 2018 Partner des Projekts „Queer As German Folk“ des Goethe-Instituts Toronto.

Der Gastkünstler wird in Kürze bekannt gegeben.
  • DOCUMENTA ARCHIV, Deutschland
  • ARSENAL FILMINSTITUT, Deutschland
  • ACERVO BAJUBÁ, Brasilien
  • CHINA MODERN ART ARCHIVE, China
  • KURDISTAN CENTRE FOR ARTS & CULTURE, Irak
  • IMAGINE IC & THE NEED FOR LEGACY, Niederlande
  • VEHA ARCHIVE, Polen
  • NATIONALMUSEUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST, Portugal
  • SOUTH AFRICAN HISTORY ARCHIVE, Südafrika

Weiterführende Links:

File Not Found
Offene Ausschreibung
The ArQuives

Kontakt:

filenotfound@goethe.de