Film Systemsprenger

Filmstill "Systemsprenger" © kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Do, 09.01.2020

Cinéma du Parc

3575 Avenue du parc
H2X 3P9 Montreal

Regie: Nora Finscheidt, 2019, Deutschland, 119 min.
Mit: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Maryam Zaree.
Deutsch mit französischen Untertiteln.
 
Silberner Bär Alfred Bauer Preis, Berlinale 2019

Wo immer Benni (Helena Zengel) landet, fliegt sie nach kurzer Zeit auch schon wieder raus: Das wilde 9-jährige Mädchen ist bereits zu dem geworden, was im Jargon der Kinder- und Jugendhilfe als "Systemsprenger" bezeichnet wird, ein Begriff für ganz besonders schweren Fälle. Sie wird von Einrichtung zu Einrichtung weiter gereicht, dabei will das aufbrausende Mädchen eigentlich nur eins – zurück nach Hause und zu seiner Mama. Aber Bianca () ist maßlos überfordert mit diesem zügellosen Kind, sie hat Angst vor ihrer eigenen Tochter und lässt sie immer wieder im Stich. Bennis Sachbearbeiterin von der Kinder- und Jugendhilfe versucht ihr Bestes, um eine feste Unterbringung für Benni zu finden. Schließlich heuert sie den Anti-Aggressionstrainer Micha (Albrecht Schuch) an. Wird er dort erfolgreich sein, wo alle anderen verzweifelt sind?
 
Das Regiedebüt von Nora Fingscheidt ist eindringlich und authentisch. Die junge Protagonistin Helena Zengel (bekannt aus „Die Tochter“ von Mascha Schilinski) spielt ihre Rolle mit einer Intensität, die beinahe schmerzt:
 
"Die talentierte Zengel […] hat – obwohl oder indem sie das Kindliche spielt - eine erstaunliche Reife als Schauspielerin. Es ist dieser Realismus, den sie in Bennis zerrissene Persönlichkeit, die nach Liebe und Geborgenheit hungert, einbringt und der dem Film seine intensivsten und bewegendsten Szenen verleiht." (Deborah Young, The Hollywood Reporter)
 
„In diesem sinnlichen Verfahren, das den Zuschauer auf Augenhöhe mit dem so quälenden wie gequälten Kind bringt, liegt die Stärke des Films.“ (Sabine Horst, DIE ZEIT)
 
Der Film feierte bereits international Erfolge, gewann unter anderem den Silbernen Bären bei der Berlinale 2019 und ist der deutsche Beitrag für den besten nicht-englischsprachigen Film bei den Oscars 2020.
 

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