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18:30 Uhr

GOETHE FILMS: Bis ans Ende der Welt

Filmvorführung @TIFF Lightbox|Drehbuch von Wim Wenders und Peter Carey, nach einer Idee von Wim Wenders und Solveig Dommartin

Until the End of the World © Wim Wenders Foundation

Until the End of the World © Wim Wenders Foundation

GOETHE FILMS: Bis ans Ende der Welt

Präsentiert vom Goethe-Institut


Als ultimatives Roadmovie und moderne Odyssee konzipiert, folgt dieses über Jahrzehnte hinweg entwickelte Science-Fiction-Epos von Wim Wenders der rastlosen Claire Tourneur (Solveig Dommartin), die einem geheimnisvollen Fremden (William Hurt) nachjagt. Er ist im Besitz eines Geräts, das Blinden das Sehen ermöglicht und Traumimages ins Wachleben überträgt. Mit einem eklektischen Soundtrack, der zahlreiche Lieblingsmusiker des Regisseurs versammelt, sowie der prachtvollen Kameraarbeit von Robby Müller, führt dieses atemlose Abenteuer im Schatten des Armageddons seine Figuren bis an die Enden der Erde – und in die traumhaften Tiefen ihrer eigenen Seelen. In der triumphalen, 287-minütigen Director’s Cut-Fassung entfaltet Bis ans Ende der Welt seine volle Wirkung und nimmt seinen rechtmäßigen Platz als Wenders’ Magnum Opus ein: eine kosmische Ode an die Freuden und Gefahren des Bildes und eine prophetische Meditation über die digitale Zukunft des Kinos. (Criterion)

Um seiner blinden Frau (Jeanne Moreau) das Sehen zu ermöglichen, entwickelt Dr. Farber (Max von Sydow) ein Verfahren, mit dem die im Gehirn sehender Menschen gespeicherten Bilder direkt in das visuelle System blinder Menschen übertragen werden können. Sein Sohn Sam (Hurt) begibt sich auf eine Reise um die Welt, um die verschiedenen Stationen aus dem Leben seiner Mutter für sie zu „sehen“ und aufzuzeichnen. Die Französin Claire (Dommartin) verliebt sich in ihn und folgt ihm, während der Schriftsteller Eugene (Sam Neill), der ihre Reise dokumentiert, ihr dicht auf den Fersen ist.

Der Film wurde 1990 gedreht und spielt in der damaligen nahen Zukunft, rund um die Jahrtausendwende. Was Wenders dabei besonders (und erstaunlich vorausschauend) interessierte, ist die Frage, wie die Menschheit mit Bildern umgeht – oder zu ihrem Opfer wird. Eugene bemerkt:
„Am Anfang war das Wort. Was wäre, wenn am Ende nur noch das Bild übrig bliebe?“
Unzufrieden mit der ihm von den Verleihern aufgezwungenen „Reader’s-Digest“-Version seines Films, schuf Wenders zwei Jahre nach der Veröffentlichung einen Director’s Cut. Mit einer Laufzeit von viereinhalb Stunden entspricht dieser erstmals vollständig seinen Intentionen und dem epischen Charakter der Geschichte.

Soundtrack:
U2, Talking Heads, Elvis Presley, Lou Reed, T-Bone Burnett, Peter Gabriel, Laurent Petitgand, Can, Elvis Costello, R.E.M., Julee Cruise, Crime & The City Solution, Chubby Checker, Boulevard of Broken Dreams Orchestra, Robbie Robertson & Blue Nile, Depeche Mode, Patti & Fred Smith, Neneh Cherry, Daniel Lanois, Nick Cave & The Bad Seeds, Jane Siberry mit k.d. lang, Gondwanaland, David Darling, Mildred Hill und Patti Hill.

Der Gewinner der Goldenen Palme, Wim Wenders, blickt auf eine über sechs Jahrzehnte währende Karriere mit mehr als 50 Filmen zurück, darunter Der Himmel über Berlin, Paris, Texas und Buena Vista Social Club. Zuletzt begeisterte Wenders (geb. 1945) Publikum und Kritik mit Perfect Days (TIFF 2023), der ihm eine weitere Oscar-Nominierung einbrachte. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Neuen Deutschen Films und ist seit den 1970er-Jahren international präsent. Sein Werk – sowohl im Spiel- als auch im Dokumentarfilm – hat Generationen von Filmemacher:innen inspiriert und Zuschauer:innen weltweit geprägt.

Teil der Reihe: GOETHE FILMS: World on a Wire

Teil des Programms: (Re)Open Minds: Adapting to the Future