Writing On
Readings & conversations with authors from conflict areas

Inmitten der Zerstörung Inmitten der Zerstörung © Rami Bakhos

Autorinnen aus Syrien, Afghanistan, Saudi-Arabien, Jemen, Deutschland und Kanada über das Ankommen in einer neuen Kultur

Das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung, die parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen, hat Autoren, die auf Grund der Konflikte in ihren Heimatländern kürzlich nach Deutschland flüchten mussten, nach ihren Wünschen gefragt. "Weiter schreiben" war ihre Antwort - und der Startschuss für das gleichnamige Projekt. Die Heimat zu verlassen heißt nicht nur, eine spezielle Kultur oder einen bestimmten Lebensstil hinter sich zu lassen, sondern auch Sprache, Identität und eine Karriere. Das Projekt möchte die Türen in den deutschen Literaturbetrieb öffnen und einen professionellen, als auch literarischen eins-zu-eins Austausch zwischen den für das Projekt schreibenden Autoren und ihren deutschen Kollegen fördern.
 
"Das Projekt ist kühn, es ist mutig, es ist nicht klar, ob es funktioniert." - Tanja Dückers (Autorin und Projektteilnehmerin)
 
"Weiter Schreiben bietet durch Übersetzungen, durch Gespräche mit deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen sowie durch die Veröffentlichung von Texten online auf der Projektseite und in einer Anthologie, die nächstes Jahr im Blumenbar-Verlag erscheinen wird, das, was diese Initiative bereits im Namen trägt: Fortsetzung, Fortdauer, Erweiterung, Ausdehnung."  – Die Zeit

 
Zu Gast am Goethe-Institut Toronto:
Galal Al-Ahmadi (Saudi-Arabian/Jemen/Deutschland), Tanja Dückers (Deutschland), Rabab Haidar (Syrien), Noor Kanj (Syrien/Libanon/Deutschland), Svenja Leiber (Deutschland), Mariam Meetra (Afghanistan), Antje Rávik Strubel (Deutschland)


Lesungen in Englisch, Deutsch, Arabisch, Farsi. Diskussion auf Englisch.
Freier Eintritt


Texte (auf Deutsch, Arabisch und Farsi) gibt es im Online-Portal weiterschreiben.jetzt. Das Goethe-Institut Toronto lässt sie für die Veranstaltungsreihe in Kanada ins Englische übersetzen.

„Weiter Schreiben. Ein Portal für Literatur und Musik aus Krisengebieten“ ist ein Projekt von WIR MACHEN DAS/wearedoingit e.V., gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und das Goethe-Institut, in Zusammenarbeit mit dem Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung und der Allianz Kulturstiftung.

Weiter Schreiben Logos

 

Culture talks @ Goethe: "Das Herz eines Wolfs kochen"
6. April, 18:30 Uhr / Lesungen & Diskussion @ Goethe-Institut Toronto
Wir bringen die Autorinnen Rabab Haidar (Syrien) und Tanja Dückers (Deutschland) mit dem Autoren Ahmad Danny Ramadan zusammen, der aus Syrien geflohen ist und nun in Vancouver lebt. Sie werden aus ihren aktuellen Romanen lesen.

Culture talks @ Goethe: "Wer gibt mir mein Haus zurück?"
25. Mai, 18:30 Uhr / Lesungen & Diskussion @ Goethe-Institut Toronto
Zu Gast sind Galal Al-Ahmadi (Saudi-Arabien/Jemen/Deutschland), Noor Kanj (Syrien/Deutschland) und Svenja Leiber (Deutschland) im Gespräch mit der israelischen Autorin Ayelet Tsabari, die in Vancouver lebt.

Culture talks @ Goethe: "Erinnere dich an mich"
9. November, tba / Lesungen & Diskussion @ Goethe-Institut Toronto
Wir heißen die Schriftstellerinnen Mariam Meetra (Afghanistan/Deutschland), Antje Rávik Strubel (Deutschland) und Nelofer Pazira (Afghanistan/Kanada) willkommen für ein Gespräch über das Erinnern von Kultur(en).

 

Senator Ratna Omidvar Senate of Canada I am delighted to extend my warmest greetings to everyone attending the “Writing On” series of readings and discussions at the Goethe-Institut Toronto in 2018.
 
I especially welcome the international authors who have come to Toronto from Asia and Europe to share their voices and their stories about second chances and “writing on” after changing place. I myself arrived in Canada via Germany—as a German teacher trained at the Goethe-Institut New Delhi—and remember well both the challenges and opportunities new beginnings bring.
 
Thank you to the Goethe-Institut for entering into this intercultural and multilingual conversation with Canadian artists and audiences, and for sharing the global experience of flight and migration.
 
Please accept my best wishes for enriching exchanges and lasting encounters.
 
Sincerely,
 
The Honourable Ratna Omidvar, C.M., O.Ont.
Independent Senator for Ontario, Senate of Canada
 
Rabab Haidar Rabab Haidar Rabab Haidar lebt in Damaskus und studierte Geistes- und Literaturwissenschaften mit Schwerpunkt Englischer Literatur an der Tishreen Universität in Latakia, Syrien. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Stewardess und Sicherheitsberaterin für Gulf Airline, danach bis 2011 als vereidigte Übersetzerin Englisch/Arabisch beim Justizministerium. Sie übersetzt Lyrik vom Englischen ins Arabische und umgekehrt. Als Kolumnistin schreibt sie für verschiedene Zeitungen und Magazine. Ihr erster Roman, „Land des Granatapfels”, erschien 2012. Ihr zweiter Roman „Hasenloch“, der von der Revolution, von Feminismus und von Minderheiten handelt konnte noch nicht veröffentlicht werden. Sie ist Mitglied des Syrian Women Network.
Tanja Dückers Tanja Dückers Tanja Dückers wurde 1968 in West-Berlin geboren. Sie studierte Kunstgeschichte, Amerikanistik und Germanistik und verbrachte längere Zeit in den USA, Amsterdam, Barcelona, Prag und Krakau. Sie hat zahlreiche Romane, Hörspiele, Erzählungen, Lyrikbände und Essays veröffentlicht. Darunter auch „Himmelskörper", ein Roman über die Topographie der Erinnerungen einer Familie, aus dem sie lesen wird. Als Journalistin arbeitet Dückers für Die Zeit, den Spiegel u.a.
Danny Ramadan Danny Ramadan Ahmad Danny Ramadan arbeitet als Journalist u.a. für die Washington Post, The Guardian und Foreign Policy. „The Clothesline Swing“ ist sein erster Roman auf Englisch. Vor Kurzem hat er außerdem zwei Bände mit Kurzgeschichten auf Arabisch herausgebracht. Durch sein Engagement in der Vergangenheit in verschiedenen Organisationen im Mittleren Osten und die Erfahrungen seiner eigenen Flucht aus Syrien macht er sich für Freiwilligenarbeit, Demokratie, Soziale Gerechtigkeit und LGBTQ-Rechte von Geflüchteten stark. Danny lebt mittlerweile in Vancouver und war dort 2016 Zeremonienmeister der Gay Pride Parade. Für „Weiter schreiben“ wird er aus seinem Roman „The Clothesline Swing“ lesen, eine Reise durch die verworrenen Nachwirkungen des Arabischen Frühlings.
Noor Kanj Noor Kanj Noor Kanj wurde 1990 in Suweida/Syrien geboren und hat dort Informatik und Wirtschaftswissenschaften studiert. Sie wechselte wegen des Krieges auf die private International University for Science and Technology in Damaskus. 2014 verließ sie Syrien und zog in den Libanon. 2016 kam sie mit einem Literaturstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Gedichte der Lyrikerin wurden unter anderem im arabischsprachigen Sammelband „Neue Syrische Dichtung“ und der deutschsprachigen Anthologie „Weg sein – hier sein“ veröffentlicht.
Galal Alahmadi © Pierro Chiussi Galal Al-Ahmadi wurde 1987 in Saudi-Arabien geboren und ist einer der bekanntesten preisgekrönten Dichter des Jemen. Zudem hat Galal Alahmadi als Journalist und Redakteur für verschiedene arabische Zeitungen und Magazine gearbeitet. Bis September 2016 war er Literaturstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Galal Alahmadi hat bislang vier Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht, zuletzt „Die Stufen des Hauses steigen allein herab“ (2015). Außerdem erschienen eine Auswahl seiner Gedichte in der Anthologie „Weg sein - hier sein“. Im August 2017 erhielt er den renommierten Mohammed-Afifi-Matar-Preis, der in Kairo verliehen wird. Seit 2016 läuft sein Asylverfahren.
Svenja Leiber Svenja Leiber Svenja Leiber wurde 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf, ging 1995 nach Berlin und studierte dort Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte. Sie schloss ihr Studium mit einer Bearbeitung des "Weiblichen" bei Goethe und Thomas Mann ab, und arbeitet seit 2005 als freie Autorin. Bisher veröffentlichte sie den Erzählungsband Büchsenlicht, sowie die Romane Schipino und Das letzte Land. Für ihre Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, Lese- und Recherchereisen führten sie nach Russland, in die Ukraine, nach Kuba, Jordanien, Syrien und Israel. Ihre Texte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
Ayelet Tsabari Ayelet Tsabari Ayelet Tsabari wuchs als Tochter einer jemenitischen Familie in Israel auf. 1998 zog sie nach Vancouver, um dort Film und Fotografie zu studieren. Ihr literarisches Debut "The Best Place on Earth" hat den Sami Rohr Preis für Jüdische Literatur erhalten und wurde als New York Times Review Editor's Choice ausgewählt. Zur Zeit ist sie Writer in Residence and der Toronto Public Library.
Mariam Meetra Heike Steinweg Mariam Meetra Meetra wurde 1992 in Afghanistan geboren und studierte Journalismus und PR in Kabul. Die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin ist Mitglied des afghanischen PEN. 2013 erschien ihr erster Lyrikband „Leben am Rand“ (bislang noch nicht auf Deutsch publiziert). Sie lebt seit 2015 in Berlin.
Antje Ravic Strubel © Zaia Alexander Antje Rávik Strubel wurde 1974 in Potsdam geboren, machte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und studierte danach in Potsdam und in New York Literaturwissenschaften, Psychologie und Amerikanistik. In New York arbeitete sie nebenbei als Beleuchterin an einem Off-Theater. Bekannt wurde sie 2001, als sie bei den Klagenfurter Literaturtagen den Ernst-Willner-Preis erhielt. Außerdem wurde sie u.a. mit dem Roswitha-Preis und dem Hermann-Hesse Preis ausgezeichnet. Ihr Episodenroman "Unter Schnee", der während der turbulenten Zeit nach dem Mauerfall spielt, ist auch auf Englisch erschienen. Antje Rávik Strubel lebt und arbeitet in Berlin. 
Nelofer Pazira © Nelofer Pazira Nelofer Pazira ist eine preisgekrönte afghanisch-kanadische Regisseurin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin. Der bemerkenswerte Film ‚Kandahar‛ (Cannes 2001) basiert auf ihrer eigenen Lebensgeschichte. Als ehemalige Präsidentin von PEN Kanada und Gründerin der Dyana Afghan Frauen Förderung schreibt sie regelmäßig Beiträge für internationale Medien, wie z.B. The Guardian, The Independent und Nexus. Nelofer hat den Mittleren Osten großzügig bereist - sie erlebte die Arabische Revolution hautnah mit und verbrachte mehrere Monate in Syrien, um über den dortigen Bürgerkrieg zu berichten. Als Kulturbotschafterin für die UNESCO war sie innerhalb Afghanistans tätig. Geboren in Indien, wuchs die Afghanin in Kabul während der sowjetischen Besetzung auf, bevor sie gemeinsam mit ihrer Familie 1989 nach Pakistan floh. Von dort aus emmigrierte die Familie ein Jahr später nach New Brunswick, Kanada. Derzeit arbeitet sie an einer Dokumentation über Journalismus im Mittleren Osten.

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Die Flüge für "Weiter Schreiben" wurden freundlicherweise von der Lufthansa übernommen.
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