Common Crafts – Common Libraries
HINTERGRUND
Common Crafts – Common Libraries bringt neun europäische Goethe-Institute in einem gemeinsamen Lern-, Austausch- und Entwicklungsprozess zusammen. Welche neuen Impulse können traditionelle handwerkliche Praktiken in Bibliotheken setzen – als Orte des Wissens, die weit über das bloße Anbieten von Büchern hinausgehen und Menschen durch praktisches Handeln miteinander verbinden?
Zu dieser Fragestellung trafen sich Bibliothekar*innen, Gestalter*innen und Kulturschaffende aus Armenien, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Tschechien, der Türkei und der Ukraine 2025 in Athen, um gemeinsam Ansatzpunkte und Perspektiven für die Verbindung von Handwerk und Bibliotheken zu diskutieren. Praktiken wie Töpfern, Textilarbeit, Buchbinden und Gärtnern machen traditionelles Wissen unmittelbar erfahrbar. Bibliotheken werden dabei als öffentliche Räume etabliert, in denen Wissen praktisch erprobt, reflektiert und weiterentwickelt wird.
Das Projekt verbindet handwerkliche Praxis mit nachhaltigen Arbeitsweisen und neuen Formen der Wissensvermittlung. Die regionale Bandbreite der beteiligten Expertinnen und Experten ist dabei eine besondere Stärke. Unterschiedliche Erfahrungen, Ressourcen und Kontexte schaffen die Voraussetzungen für gegenseitige Inspiration und die Weiterentwicklung von Ansätzen, die lokal verankert und zugleich überregional anschlussfähig sind.
Zugleich entfalten diese Ansätze in diversen Kontexten: Bibliotheken agieren unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen, mit eigenen Dynamiken und Ressourcen. Common Crafts – Common Libraries begreift diese Diversität als besondere Stärke – als Grundlage für Austausch, gemeinsames Erproben und nachhaltiges voneinander Lernen.
Highlights aus den Workshops
KURATORIN
EXPERT*INNEN
URBANE MODULARE GARTENANLAGE
Der urbane modulare Garten auf der Terrasse des Goethe‑Instituts Kroatien verwandelt die Bibliothek in einen offenen, nachhaltigen und inklusiven Raum des gemeinsamen Gestaltens. Das Projekt verbindet urbanes Gärtnern, Design, Handwerk und intergenerationelles Lernen in einem partizipativen Prozess, an dem Studierende, Fachleute, Bürger*innen sowie Bibliotheksnutzer*innen beteiligt sind.
Der Garten ist als modulares, mobiles und ökologisch nachhaltiges System konzipiert und durch einen Studierendenwettbewerb entstanden. Er ist Teil des regionalen Projekts Common Crafts – Common Libraries, das gemeinschaftliche, nachhaltige und inklusive kulturelle Praktiken fördert.
Studierendenwettbewerb und Entwicklung des Konzeptentwurfs
Der Wettbewerb brachte Studierende der Architektur, Landschaftsarchitektur, des Designs und der Forstwissenschaft zusammen, die Lösungen für einen modularen Garten entwickelten, der an die Terrasse der Bibliothek angepasst ist. Die Einreichungen umfassten ein Konzept, einen Pflanzplan, nachhaltige Materialien und Visualisierungen.In der zweiten Phase arbeiteten die ausgewählten Teilnehmer*innen im April 2026 in Workshops und Gruppenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Petra Pavleka (Zemljanka) an der Weiterentwicklung des Entwurfs. Dabei wurden ihre Konzepte zu einem gemeinsamen Modell zusammengeführt, mit besonderem Fokus auf:
- Einsatz recycelter und gespendeter Materialien
- einfache Montage und Mobilität der Module
- Übertragbarkeit des Modells auf andere Institutionen und Privatpersonen
Die Präsentation des Konzeptentwurfs finden Sie hier.
Workshops und Bau des Gartens
Der Bau des Gartens erfolgt im Rahmen einer Reihe offener, praktischer und inklusiver Workshops, die unterschiedliche Generationen und Wissensstände miteinander verbinden:- Bau der Hochbeete und Holzwerkstatt
- Pflanzung und Aussaat von an das Mikroklima der Terrasse angepassten Pflanzen
- Gartenpflege während der Saison
- Workshops zu nachhaltigem Kochen, Ernte und Kompostierung
- Wissensaustausch in thematischen Treffen
Holzwerkstatt "Vom Balken zum Hochbeet" am 15. Juni 2026:
© Goethe-Institut Kroatien via Canva
Bepfanzungsworkshop "Kleiner Garten, gemeinsame Geschichte" am 5. September 2026:
Die Bibliothek als Zentrum lebendigen Wissens
Die Bibliothek des Goethe‑Instituts möchte sich mit diesem Projekt als Plattform für gemeinsames Lernen positionieren, als ein Ort, an dem Wissen nicht nur bewahrt, sondern aktiv geschaffen wird. Sie soll ein modernes Zentrum nachhaltiger Praktiken und lebendiges Labor der Gemeinschaft sein.Was das Projekt der Gemeinde bringt:
- Terrasse als Bildungs‑ und Begegnungsraum
- Modularer Garten, der sich leicht anpassen und nachbauen lässt
- Stärkung ökologischer Bewusstseinsbildung
- Ein Modell, das in anderen Institutionen repliziert werden kann
- Aufbau einer dauerhaften Gartengemeinschaft
- Förderung des intergenerationellen Dialogs und der inklusiver Teilnahme