Common Crafts – Common Libraries
IDEE
Common Crafts – Common Libraries bringt neun Bibliotheken des Goethe-Instituts in einen gemeinsamen Lern- und Austauschprozess. Ausgangspunkt ist ein regionales Netzwerktreffen in Athen im November 2025, bei dem Bibliothekar*innen, Gestalter*innen und Kulturschaffende erkundet haben, wie handwerkliche Praktiken neue Impulse für die Bibliotheksarbeit eröffnen können. Durch die Einbindung handwerklichen Kulturerbes entstehen neue Formen der Vermittlung und nachhaltiger Entwicklung.
Im Mittelpunkt steht Handwerk als Wissensform, die über Bücher hinausgeht. Praktiken wie Keramik, Textilarbeit, Buchbinden, Reparieren oder Gärtnern machen Wissen unmittelbar erfahrbar, stärken Beziehungen und schaffen Anlässe für Begegnung. Die Bibliothek übernimmt dabei eine aktive Rolle als Ort des Machens, an dem Menschen handwerkliche Praktiken kennenlernen, anwenden und gemeinsam reflektieren.
Das Programm setzt auf partizipative Formate, nachhaltige Arbeitsweisen sowie den reflektierten Einsatz analoger und digitaler Methoden. Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation wird die Verbindung von Handwerk und digitalen Werkzeugen durch hybride Ansätze neu gedacht, die handwerkliche Praxis mit digitalen Formen der Dokumentation, Archivierung und Weitergabe verbinden und so zeitgemäße Modelle für den verantwortungsvollen Umgang mit Wissen schaffen.
Zugleich entfalten diese Ansätze in diversen Kontexten: Bibliotheken agieren unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen, mit eigenen Dynamiken und Ressourcen. Common Crafts – Common Libraries begreift diese Diversität als besondere Stärke – als Grundlage für Austausch, gemeinsames Erproben und nachhaltiges voneinander Lernen.
NETZWERKTREFFEN 2025
Das regionale Netzwerktreffen am 3. und 4. November 2025 im Goethe-Institut Athen brachte Bibliothekar*innen und Expert*innen aus Design, Kunst und Technologie zusammen. Ziel war es, gemeinsam auszuloten, wie Bibliotheken eine stärkere Rolle bei der Bewahrung handwerklichen Wissens, der Förderung resilienter Gemeinschaften und der Entwicklung nachhaltiger Zukunftsmodelle übernehmen können.
Im Rahmen interner Arbeitssitzungen wurden Bedarfe, Chancen und praxisorientierte Ansätze diskutiert. Ergänzt wurde das Treffen durch eineöffentliche Podiumsdiskussion am 3. November, in der eingeladene Expert*innen Impulse zu zirkulären und innovativen Formaten gaben, die Handwerk und Bibliotheken sinnvoll miteinander verbinden können.
Die Erkenntnisse des Netzwerktreffens bilden die Grundlage für die Entwicklung innovativer Projektformate, die 2026 in den lokalen Goethe-Institut Bibliotheken umgesetzt werden.
URBANE MODULARE GARTENANLAGE
Der urbane modulare Garten auf der Terrasse des Goethe‑Instituts Kroatien verwandelt die Bibliothek in einen offenen, nachhaltigen und inklusiven Raum des gemeinsamen Gestaltens. Das Projekt verbindet urbanes Gärtnern, Design, Handwerk und intergenerationelles Lernen in einem partizipativen Prozess, an dem Studierende, Fachleute, Bürger*innen sowie Bibliotheksnutzer*innen beteiligt sind.
Der Garten ist als modulares, mobiles und ökologisch nachhaltiges System konzipiert und durch einen Studierendenwettbewerb entstanden. Er ist Teil des regionalen Projekts Common Crafts – Common Libraries, das gemeinschaftliche, nachhaltige und inklusive kulturelle Praktiken fördert.
Studierendenwettbewerb und Entwicklung des Konzeptentwurfs
Der Wettbewerb brachte Studierende der Architektur, Landschaftsarchitektur, des Designs und der Forstwissenschaft zusammen, die Lösungen für einen modularen Garten entwickelten, der an die Terrasse der Bibliothek angepasst ist. Die Einreichungen umfassten ein Konzept, einen Pflanzplan, nachhaltige Materialien und Visualisierungen.In der zweiten Phase arbeiteten die ausgewählten Teilnehmer*innen im April 2026 in Workshops und Gruppenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Petra Pavleka (Zemljanka) an der Weiterentwicklung des Entwurfs. Dabei wurden ihre Konzepte zu einem gemeinsamen Modell zusammengeführt, mit besonderem Fokus auf:
- Einsatz recycelter und gespendeter Materialien
- einfache Montage und Mobilität der Module
- Übertragbarkeit des Modells auf andere Institutionen und Privatpersonen
Die Präsentation des Konzeptentwurfs finden Sie hier.
Workshops und Bau des Gartens
Der Bau des Gartens erfolgt im Rahmen einer Reihe offener, praktischer und inklusiver Workshops, die unterschiedliche Generationen und Wissensstände miteinander verbinden:- Bau der Hochbeete und Holzwerkstatt
- Pflanzung und Aussaat von an das Mikroklima der Terrasse angepassten Pflanzen
- Gartenpflege während der Saison
- Workshops zu nachhaltigem Kochen, Ernte und Kompostierung
- Wissensaustausch in thematischen Treffen
Die Bibliothek als Zentrum lebendigen Wissens
Die Bibliothek des Goethe‑Instituts möchte sich mit diesem Projekt als Plattform für gemeinsames Lernen positionieren, als ein Ort, an dem Wissen nicht nur bewahrt, sondern aktiv geschaffen wird. Sie soll ein modernes Zentrum nachhaltiger Praktiken und lebendiges Labor der Gemeinschaft sein.Was das Projekt der Gemeinde bringt:
- Terrasse als Bildungs‑ und Begegnungsraum
- Modularer Garten, der sich leicht anpassen und nachbauen lässt
- Stärkung ökologischer Bewusstseinsbildung
- Ein Modell, das in anderen Institutionen repliziert werden kann
- Aufbau einer dauerhaften Gartengemeinschaft
- Förderung des intergenerationellen Dialogs und der inklusiver Teilnahme