Dealing in Distance

Ein kollaborativer Ansatz, der Künstler*innen aus Südostasien und der südostasiatischen Diaspora einlädt, die Praxis von Diaspora und Migration in Deutschland – insbesondere im südostasiatischen Kontext – zu reflektieren, neu zu erlernen und zu überdenken.

22.–25. Januar 2026, Cush Cush Gallery, Masa Masa und MASH Denpasar, Bali.

Dealing in Distance © Goethe-Institut Indonesien und Maria Uthe

Veranstaltungsreihe

Kuratorischer Text

Dealing in Distance ist ein Mini-Festival, das südostasiatische Künstlerinnen sowie Künstlerinnen aus der südostasiatischen Diaspora zusammenbringt, um Praktiken von Diaspora und Migration neu zu lesen und zu artikulieren, insbesondere in Bezug auf Deutschland, durch künstlerische Forschung und interkulturellen Austausch. Initiiert von vier Goethe-Instituten in Indonesien, den Philippinen und Vietnam (Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi) und als Plattform für forschungsbasierte Praxis konzipiert, versteht das Programm Wissen als einen fortlaufenden Prozess und nicht als festgeschriebenes Ergebnis, der sich zwischen lokalen und globalen Kontexten bewegt.

Aufbauend auf diesen Zielen wird das Programm konzeptionell von der Programmkuratorin RED Nguyễn Hải Yến gerahmt, die von der Vorstellung ausgeht, dass Identität nicht aus einem einzelnen Ursprung hervorgeht, sondern aus vielfältigen Verbindungen. Geprägt vom Denken Gilles Deleuzes und Félix Guattaris artikuliert sich dieser Ansatz im Bild des Rhizoms, das sich horizontal ausbreitet und Netzwerke bildet, anstatt singuläre Wurzeln auszubilden. In Dialog mit Édouard Glissants Begriff der relationalen Identität wird Diaspora als ein Zustand verstanden, der durch Bewegung, Begegnung sowie sich überlagernde multikulturelle, postkoloniale und transnationale Geschichten geformt ist.

Im Einklang mit dem Engagement des Goethe-Instituts für Dialog und Mobilität reist das Festival für seine dritte Ausgabe nach Bali und wird in Zusammenarbeit mit den beiden lokalen Kuratoren Wayan Sumahardika und Savitri Sastrawan realisiert. Das Programm entfaltet sich durch Ausstellungen, Performances, Workshops, Gespräche und Spaziergänge und präsentiert Begegnungen zwischen zeitgenössischen südostasiatischen diasporischen, indonesischen und balinesischen Künstler*innen, die häufig ungleichzeitig und unabgeschlossen bleiben.

Bali bietet dabei eine kritische Perspektive, um Zugehörigkeit jenseits fixer Definitionen zu reflektieren, geprägt von pluralen Weltanschauungen, Migrations- und Tourismusgeschichten sowie fortwährenden Aushandlungen zwischen Tradition und zeitgenössischer Erfahrung. In diesem Kontext erweist sich Bali als ein aktiver Ort, an dem historische Schichten und gegenwärtige Verhandlungen aufeinandertreffen, sodass das diesjährige Konzept „KAMU DARI MANA? (WHERE ARE YOU FROM?)“ eine besondere Resonanz findet.

Anstatt nach einer „authentischen“ balinesischen Identität zu suchen, lädt Dealing in Distance Künstler*innen und Publikum dazu ein, Bali als einen unabgeschlossenen Prozess zu lesen, als ein Gefüge, in dem Diaspora, Geschichte und Mobilität ineinandergreifen, ohne Stabilität zu versprechen. In Erfahrungen von Verlust, Sehnsucht, Widerstand und Resilienz erscheint „Zuhause“ nicht als Zielpunkt, sondern als etwas, das fortwährend imaginiert, aufgelöst und neu ausgehandelt wird, durch Offenheit und Ungewissheit.

Dealing in Distance „KAMU DARI MANA? (WHERE ARE YOU FROM?)“ mit künstlerischen Beiträgen von:
Alvin Collantes | Amal Purnama | Bilawa Ade Respati | Bumi Bajra | [cap naga] | Don Rare Nadiana x Wulan Dewi Saraswati | Ferdiansyah Tajib | Gatari Surya Kusuma | Gede Yogi Sukawiadnyana x Ni Komang Ayu Anantha Putri x Manik Sukadana | Hà Thúy Hằng | Hiền Hoàng | Hoo Fan Chon | I Ngurah Suryawan | I Putu Oka Surya Pratama | Jules Leaño | Made Masak | Melati Suryodarmo | Nelden Djakababa Gericke x Putri Minangsari | Noutnapha Soydala | Nindya Nareswari | Nuturang | Phạm Minh Đức | Prinka Saraswati | Sarnt Utamachote, Plum, Gula Malacca | Vita Wulansari | Wayan Gde Yudane x Putu Septa | Woven Kolektif | Zelin Seah

Künstler*innen

Kurator*innen

Kontakt

Maya

Programmkoordinatorin
Schwerpunkt: Kunst | Theoretische Diskurse

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