Christoph Schäfer
Partner: FeelBeit
Zeitraum: 7.7– 18.8.2026
Der Künstler Christoph Schäfer wurde in Zusammenarbeit mit FeelBeit zu einer Residenz in Jerusalem eingeladen.
In seiner künstlerischen Praxis verbindet Schäfer Zeichnen als Instrument sozialer Recherche und der Kommunikation mit seiner Umgebung mit reflexiven künstlerischen Interventionen, die auf den jeweiligen lokalen Kontext reagieren.
Über den Künstler
Christoph Schäfer ist ein in Hamburg ansässiger Künstler, der sich auf partizipatorische und ortsbezogene soziale Projekte spezialisiert hat. Sein zentrales Interesse gilt Städten, ihren Bewohner*innen und den im Alltag entstehenden Imaginationen, die urbane Räume prägen und verändern können.
Seit 1994 ist Schäfer Mitbegründer und aktiver Teil der international anerkannten Bürgerinitiative Park Fiction, einem Modell projektkollektiver Stadtplanung. Mit Park Fiction nahm er 2002 an der documenta11 teil. Seine Arbeit verbindet künstlerische Praxis mit politischer Teilhabe und gemeinschaftlicher Wissensproduktion.
Neben seinen kollaborativen Projekten verfolgt Schäfer eine eigenständige, vorallem zeichnerische Praxis, die soziale Situationen untersucht und wie ein „Reflexionsorgan“ in gesellschaftliche Prozesse hineinwirkt. Zu seinen wichtigen Arbeiten zählen das Buch „Die Stadt ist unsere Fabrik“ (Spector Books, 2010) sowie die Zeichnungsserie Bostanorama, gezeigt auf der 13. Istanbul Biennale (2013).
Schäfer ist zudem Mitgründer weiterer Initiativen wie Planbude (2014) und Fabric.place (2017–2021). Seit 2022 arbeitet er gemeinsam mit Margit Czenki am Projekt Parklabyr am Museum Morsbroich.
Christoph Schäfer ist Professor für Malerei und partizipative Strategien an der HKS Ottersberg.
Über die Residenz
Während seines Residenzaufenthalts wird Christoph Schäfer am multidisziplinären Co‑Creation‑Lab „Crossings“ teilnehmen, das von FeelBeit initiiert wird und israelische und palästinensische Künstler*innen zusammenbringt, um Kunst, Gemeinschaft und Dialog miteinander zu verweben. Das Lab widmet sich dem Thema „Crossings“, das politische, gesellschaftliche, identitäre und geografische Übergänge durch eine vielschichtige künstlerische Praxis untersucht. Die im Rahmen des Labs entstehenden Arbeiten werden anschließend im Sommerfestival präsentiert, das zwischen der letzten Juliwoche und den ersten beiden Augustwochen stattfinden wird.
Schäfer wurde eingeladen, in einer Rolle zu arbeiten, die zwischen aktiver Teilnahme und reflexiver Beobachtung changiert, und sich mit den gemeinsamen künstlerischen Prozessen in Jerusalem auseinanderzusetzen. Im Bewusstsein für die Komplexität kollaborativer Arbeitsformen und die Herausforderungen seines externen Blicks als Gastkünstler entwickelt er einen Werkkomplex, der aus einer dokumentarischen zeichnerischen Praxis hervorgeht. Seine Arbeitsweise nutzt Zeichnung häufig als Mittel sozialer Recherche und als Kommunikationsform mit der Umgebung und führt zu reflexiven, ortsspezifischen Interventionen. Das Projekt zielt darauf ab, einen gegenseitigen Lernprozess zwischen dem Gastkünstler und der lokalen Gemeinschaft zu ermöglichen und zukünftige Kooperationen anzuregen.
Über den Partner
FeelBeit wurde als Partnerschaft zwischen Israelis und Palästinensern gegründet, um eine gerechtere und menschlichere Zukunft in einem gemeinsamen Lebensraum zu gestalten. Seit 2020 beherbergt die Institution Ausstellungen, Aufführungen und Festivals, die als Reflexionsraum über die komplexe Realität dienen. Das Zentrum liegt an der Nahtstelle zwischen Ost- und West-Jerusalem, was es bei den Gemeinschaften ermöglicht, in einer sicheren Umgebung in einen ehrlichen Dialog zu treten. FeelBeit versteht sich als Labor für Erfahrungen, das Künstler*innen einlädt, neue Prozesse und Werke zu entwickeln, die aus seinen Grundwerten entstehen.
Zeitraum
7. Juli 2026 – 18. August 2026
Projekt Park Fiction
Künstlergespräch mit Christoph Schäfer
Ort: FeelBeit
Datum und Uhrzeit: Sa, 8.8.2026, 16:00 Uhr
Im Rahmen der Residenzpartnerschaft von FeelBeit und dem Goethe-Institut wird der Künstler Christoph Schäfer das Projekt Park Fiction vorstellen. Das interdisziplinäre Projekt aus Hamburg ist international als Beispiel dafür bekannt, wie Kunst politische Veränderungen beeinflussen kann, wie Partizipation Architektur verbessern kann und wie Vielfalt als Vorteil für die Stadtplanung genutzt werden kann.
Als Gegenmodell zu homogenisierender und autoritärer Top-down-Planung gelang es Park Fiction seit seiner Gründung im Jahr 1994, gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern einen Nachbarschaftspark in Hamburg zu entwickeln. Das Projekt, das auf der documenta 11 präsentiert wurde, wurde 2005 realisiert und wird derzeit unter dem neuen Titel Port Fiction weitergeführt. Schäfer, der zum ersten Mal Israel besucht, wurde zur Residenz sowohl als Teilnehmer als auch als reflektierender Beobachter des interdisziplinären SHIFT Festivals eingeladen, bei dem israelische und palästinensische Künstlerinnen und Künstler in Zusammenarbeit originelle Kunstwerke schaffen.
Im Bewusstsein sowohl der Komplexität kollaborativer Arbeit als auch der Herausforderungen einer Außenperspektive wird Schäfer eine Werkserie entwickeln, die auf dokumentarischem Zeichnen basiert. In seiner künstlerischen Praxis nutzt er Zeichnung häufig als Instrument sozialer Forschung und der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften und entwickelt dabei ortsspezifische künstlerische Interventionen.