Übersetzung: Hanan Elstein
Regie: Riki Assor
Mitwirkende: Wael Hamdun, Moriel Bitton, Gal Cohen, Rea Desheh, Abeer Lawen
In einer Trollfabrik in einem unscheinbaren Gebäude in Sankt Petersburg arbeitet die junge Sascha im Dienst des Staates – als Autorin der erfolgreichsten Serie aller Zeiten: Das Ende des Westens. Der Produzent der Serie war früher Geheimagent beim KGB und ist heute Präsident einer Weltmacht. Ziel der Serie: die Zerstörung der westlichen Demokratie. Sascha und ihre Kolleginnen und Kollegen agieren unter fiktiven Identitäten, verbreiten Desinformation und vergiften weltweit den öffentlichen und politischen Diskurs. Das Stück Das Ende des Westens beschreibt einen Tag im Leben von Sascha, dem strategischen Trumpf ihrer Abteilung, doch an diesem Tag geschieht etwas Unerwartetes, nachdem sie von einer Kollegin eine Einladung zum Kaffee erhält.
Lars Werner, eine der großen Hoffnungen der jungen deutschen Dramatik, hat ein ebenso aktuelles wie innovatives Stück über jene Giftmaschinen verfasst, die gegenwärtig die Wahrnehmung der Realität verzerren und darauf angelegt sind, politische Systeme und Gesellschaften zu zersetzen. Das Stück vereint postdramatische Elemente mit sorgfältiger Recherche und zieht das Publikum in einen Strudel aus Zeitebenen, parallelen Erzählsträngen, Wahrheiten und Verschwörungen.
Die Regisseurin und freie Theatermacherin Riki Assor begegnete Lars Werner 2025 beim internationalen Forum des Berliner Theatertreffens und erkannte sofort, wie relevant Das Ende des Westens für die Realität ist, in der wir heute leben.
Lars Werner (*1988 in Dresden), arbeitet seit 2018 als freischaffender Autor.
Für das Stück "Weißer Raum" erhielt Werner 2018 den Kleistförderpreis und 2019 das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste, Berlin. 2023 erschien Werners Debütroman „Zwischen den Dörfern auf hundert“ bei Albino Berlin. Lars Werners Stück „Die ersten hundert Tage“ war 2024 für den Heidelberger Stückemarkt nominiert und hatte 2025 Uraufführung am Deutschen Theater Göttingen. Mit dem Hörspiel "Das Ende des Westens" gewann Werner 2024 den MAX15 Hörspielpreis der ARD und war auf der Shortlist des BBC Radio Award 2026. Das Stück wurde in 2025 Oldenburg uraufgeführt. Weitere Inszenierungen, sowohl in Deutschland als international, folgen in der kommenden Spielzeit. Lars Werner lebt in Berlin.
Dauer des Stücks: ca. 45 Min.
Getränke und Aufmerksamkeiten ab 19:30 Uhr
Beginn des Stücks: 20:00 Uhr
Im Anschluß findet ein Gespräch mit den Mitwirkenden statt.
Moderation: Hanan Elstein
Sprache: Hebräisch
Zur Information: Während dieser Veranstaltung wird fotografiert. Die Aufnahmen können vom Goethe-Institut für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing verwendet werden.
Riki Assor
Riki Assor ist Theaterregisseurin, Dramatikerin und unabhängige Produzentin. Sie erwarb einen Masterabschluss (M.F.A.) in Regie an der Universität Tel Aviv. 2025 wurde sie als Stipendiatin zum internationalen Forum des Theatertreffens in Berlin eingeladen.
Zu ihren herausragenden Arbeiten als Regisseurin und Dramatikerin zählen: „Holy Cat“ (Habait Theatre),„Herr Kolpert“(Habima 4) und „Lass mich in Ruhe“ (Festival 360, Jerusalem).
In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut entwickelt sie derzeit ihr nächstes Projekt, „Das Ende des Westens“ des deutschen Theaterautors Lars Werner.
Ihre Werke zeichnen sich durch eine schwarze, subversive Komik aus, die komplexe gesellschaftliche Fragestellungen dekonstruiert. Sie sind geprägt von einer intensiven körperlichen und bewegungsorientierten Ausdruckssprache, die das Spannungsfeld zwischen Humor und einer Ästhetik des Grauens untersucht.
Hanan Elstein
Hanan Elstein, geboren 1971, ist Übersetzer, Lektor, Dozent und Kulturvermittler. Er arbeitet in verschiedenen Bereichen und Genres, darunter klassische und zeitgenössische Literatur, Sachbuch, Theater, Lyrik, Kunst und Wissenschaft. Er hat nahezu dreißig Werke aus dem Deutschen ins Hebräische übersetzt, darunter Texte von Heinrich von Kleist, Bertolt Brecht, Elfriede Jelinek, Heinrich Böll, Irmgard Keun, Werner Bräunig, Peter Bichsel, Christian Kracht, Anna Maria Jokl, Immanuel Kant, Heinrich Heine und Walter Benjamin. Darüber hinaus hat er preisgekrönte israelische Autorinnen und Autoren lektoriert. Er unterrichtete Kreatives Schreiben an der Bezalel Academy of Arts and Design und lehrt heute Literarisches Lektorat am Poetry Place in Jerusalem.
Ort
Beit Rubinstein, Lincoln St. 20
6713412 Tel Aviv
Israel