Logo Goethe-Institut

Max Mueller Bhavan | Indien

Gastronomie

Akash Wakade, Commis de Cuisine, Berlin

„Ich habe mir hier ein neues Leben aufgebaut.“
 

Wenn Akash Wakade über sein Leben in Berlin spricht, dann hört man Stolz, Dankbarkeit – und jede Menge Tatendrang. „Ich fühle mich angekommen“, sagt der junge Koch. Geboren in Nasik, der Weinhauptstadt Indiens, hat er schon früh eine Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Heute arbeitet er im Estrel Hotel Berlin - dem größten Hotel Deutschlands - als Commis de Cuisine in der Bankettküche. Sein Weg dorthin war eine Kombination aus Mut, Vorbereitung und Neugier.

Von Frankreich nach Deutschland


Wakade absolvierte seinen Bachelor in Hotel Management und Küchentechnologie in Indien. Während seines Studiums machte er ein Praktikum in einer Hotelküche in Frankreich. „Dort habe ich nicht nur gelernt, wie wichtig Struktur und Hygiene in der europäischen Küche sind, sondern auch einen Kollegen kennengelernt, der mir von Deutschland erzählt hat“, berichtet der 28-Jährige. Das weckte seine Neugier: „Ich habe viel über die Gastronomie hier gelesen und wusste, dass ich irgendwann in Deutschland arbeiten will.“

Noch in Indien begann er mit den Vorbereitungen: „Ich habe online nach Jobs gesucht und mich über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert. Außerdem habe ich angefangen, ein bisschen Deutsch zu lernen.“

Angekommen in Berlin – mit Herausforderungen

Der Start in Berlin war aufregend, aber nicht einfach. „In Indien habe ich bei meiner Familie gelebt. Hier war ich plötzlich allein“, sagt Wakade. „Ich musste mich an alles gewöhnen: neue Menschen, neue Regeln und eine neue Sprache.“ Auch die Wohnungssuche war herausfordernd. Sein Tipp: „Man sollte sich schon aus Indien intensiv um eine Unterkunft bemühen. Online gibt es viele Plattformen, auf denen Wohnungen angeboten werden.“ Mittlerweile wohnt Wakade in einem kleinen Studio-Apartment mitten in der Stadt. 

Die größte Herausforderung? „Ganz klar die Sprache“, sagt Wakade offen. „Am Anfang konnte ich kaum Deutsch und viele meiner Kolleginnen und Kollegen sprechen nur wenig Englisch. Aber alle waren sehr hilfsbereit. Manche haben sich sogar bemüht, Englisch mit mir zu sprechen, obwohl es ihnen schwerfiel.“

Der Arbeitsalltag in der Großküche

Wakades Arbeitstage sind abwechslungsreich und fordernd. Er arbeitet im Schichtsystem: morgens richtet er Buffets an, backt Croissants und bereitet Speisen fürs Mittagessen vor. Abends organisiert er das Küchenteam, übernimmt Verantwortung für Aushilfskräfte und sorgt dafür, dass die Hygienevorgaben eingehalten werden. „In Stoßzeiten ist es stressig, manchmal bereiten wir Essen für 5.000 Gäste vor. Aber genau das liebe ich an meinem Job.“ 

Besonders gefällt ihm die Arbeitsweise in Deutschland. „Die Küchen sind modern, alles ist sehr organisiert. Das ist anders als in vielen indischen Betrieben.“ Seine deutschen Lieblingsgerichte sind Schnitzel mit Kartoffelsalat und Currywurst.

Tipps für andere Fachkräfte aus Indien

Wakades Tipp für andere, die nach Deutschland kommen wollen: „Vorbereitung ist alles!“ Seine wichtigsten Empfehlungen sind Deutsch zu lernen, einen strukturierten Lebenslauf für Bewerbungen vorzubereiten und sich mit den deutschen Regeln vertraut zu machen. „Es ist gut, wenn man sich schon vorher darüber informiert, wie die Dinge in Deutschland funktionieren - vom Nahverkehr bis zum Mietvertrag“, sagt Wakade. Auch im Alltag sei Eigeninitiative gefragt: „Man muss rausgehen, Leute treffen, Netzwerke knüpfen. In Berlin ist das wahrscheinlich einfacher als in anderen Städten, da hier viele Menschen aus der ganzen Welt leben.“

Zukunftspläne in Berlin

Inzwischen hat Wakade viele Städte in Deutschland bereist. „Aber Berlin bleibt mein Favorit“, sagt er. „Es ist multikulturell, offen und voller Möglichkeiten.“ Auch beruflich sieht er seine Zukunft in der Hauptstadt: „Ich möchte mich weiterentwickeln, mehr Verantwortung übernehmen und irgendwann Chefkoch werden. 

Ob er stolz ist auf das, was er erreicht hat? „Sehr sogar“, sagt er. „In Indien habe ich nie allein gelebt. Jetzt habe ich mir in einem fremden Land ein selbstständiges Leben aufgebaut. Ich habe viel gelernt und weiß, dass es die richtige Entscheidung war, nach Deutschland zu kommen.“