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Max Mueller Bhavan | Indien

IT-Sektor

Pavan Madhamaiah, Manager, Frankfurt am Main

Pavan Madhamaiah hat in Indien IT studiert. Heute lebt er mit seiner Familie in Deutschland und arbeitet beim Zahlungsdienstleister Worldline. Was ihn bei seinem Job überzeugt: die Work-Life-Balance.

Pavan Madhamaiah schaut seiner kleinen Tochter zu, wie sie lachend das Klettergerüst erklimmt. Für ihn sind solche Momente Teil des Alltags – Zeit mit der Familie in den Parks der Stadt wechseln sich mit Tagen im Büro oder im Homeoffice ab. „Die Balance zwischen Arbeit und Privatleben funktioniert hier sehr gut“, sagt er. Seit 2023 arbeitet Madhamaiah als Technical Service Delivery Manager beim internationalen Zahlungsdienstleister Worldline in Frankfurt am Main.

Geboren im südindischen Bundesstaat Karnataka, studierte Madhamaiah Ingenieurwissenschaften und arbeitete viele Jahre im IT-Sektor. Der Schritt nach Deutschland war nicht geplant, sondern ergab sich durch einen Zufall: Sein damaliger Arbeitgeber betreute einen deutschen Kunden – und Madhamaiah wurde als Ansprechpartner nach Konstanz geschickt. „Das war meine erste Station in Deutschland. Ein kleiner Ort, direkt am Bodensee, sehr ruhig“, erzählt er.

Die Corona-Pandemie änderte vieles. Die Arbeit beim Kunden vor Ort fiel weg, das Homeoffice wurde Standard. Madhamaiah entschied sich, gemeinsam mit seiner Frau nach Frankfurt zu ziehen. Dort hatte seine damalige Firma ihren Hauptsitz. Als seine Projekte ausliefen, begab er sich aufJobsuche. Den Wechsel zu Worldline verdankt er einer klaren Strategie: „Ich habe mein LinkedIn-Profil aktualisiert und direkt denHiring-Manager angeschrieben. Wenig später hatte ich ein Gespräch mit der HR und wurde eingestellt.“

Alltag zwischen Meetings und Familienzeit

Heute beginnt sein Arbeitstag mit einem Kaffee, gefolgt von Teambesprechungen. Als Service Delivery Manager ist er verantwortlich dafür, dass Projekte einsatzbereit sind, bevor sie live gehen. „OperationalReadiness“ heißt das im Fachjargon. Es bedeutet, Abläufe zu prüfen, Risiken abzusichern und Schnittstellen zu koordinieren. „Wir arbeiten mit Teams in ganz Europa und Indien zusammen. Englisch ist unsere gemeinsame Sprache“, erklärt er.

Das Arbeitsmodell empfindet er als modern und familienfreundlich: Zwei Tage pro Woche im Büro, drei Tage zuhause. „So habe ich genug Zeit für meine Tochter.Ich bringe sie in den Kindergarten, hole sie ab und wir gehen danach zum Beispiel in den Park. Das wäre ohne diese Flexibilität nicht möglich.“

Kinderbetreuung in Deutschland

Seine Frau arbeitet ebenfalls. Die Organisation des Familienlebens war nicht immer einfach. „Einen Kita-Platz zu bekommen, war schwerer als eine Stelle zu finden“,erzählt Madhamaiah lachend. Schon 2022 meldete er seine Tochter an – erst 2024 erhielt er den Platz, rechtzeitig zum dritten Geburtstag. Ihr Kindergarten liegt in der Nähe der Wohnung.

In Deutschland besuchen Kinder in der Regel zwischen drei und sechs Jahren den Kindergarten. Die Einrichtungen werden von Städten, Kirchen oder freien Trägern betrieben und sind keine Vorschulen, sondern pädagogische Betreuungseinrichtungen. Es gibt Gruppen mit festen Erzieherinnenund Erziehern, einen klaren Tagesablauf mit Spielen, Ausflügen und ersten Lernangeboten.Die Nachfrage nach Plätzen ist jedoch vor allem in Großstädten hoch. Deshalb ist es ratsam Kinder möglichst früh anzumelden.

Auch die Kosten sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Im BundeslandHessen etwa sind für Kinder ab drei Jahren sechs Stunden Betreuung am Tag kostenfrei, nur für zusätzliche Stunden oder Mahlzeiten fallen Gebühren an. In anderen Regionen müssen Eltern monatliche Beiträge zahlen, die sich meist nach Einkommen und Betreuungszeit richten.

Tipps für die Jobsuche

Besonders wichtig war für Madhamaiah, Deutsch zu lernen. „Am Anfang fühlte ich mich hilflos. Heute kann ich im Kindergarten mit Erzieherinnen sprechen, beim Arzt oder im Supermarkt.“ Auch für die Karriere sei die Sprache ein Pluspunkt: Sie erweitere die Möglichkeiten bei der Jobsuche deutlich.
Für alle, die nach Deutschland kommen wollen, hat er drei Empfehlungen: Deutsch lernen – es erleichtert den Alltag und öffnet berufliche Türen. LinkedIn aktiv nutzen – viele Stellen werden dort ausgeschrieben, so hat er selbst seinen Job gefunden. Relevante Zertifikate erwerben – etwa im Projektmanagement, um die Chancen im Bewerbungsprozess zu steigern.

Für Madhamaiah bedeutet Deutschland heute Stabilität und Perspektive. Erspielt in seiner Freizeit Badminton, reist gerne und nutzt die Gelegenheit, andere Kulturen kennenzulernen. „Ich bin glücklich und zufrieden“, sagt er. „Ich habe hier die Chance, beruflich zu wachsen und gleichzeitig genug Zeit mit meiner Familie zu verbringen.“