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Max Mueller Bhavan | Indien

Maschinenbau

Sagar Vemula, Prozessingenieur, Salzgitter

Sagar Vemula hat sich als Ingenieur nicht nur in der deutschen Industrie etabliert, sondern gibt seine Erfahrungen jetzt auch an andere weiter.

Sagar Vemula setzt sich gerne für Andere ein. Als Mentor für ausländische Fachkräfte hilft er Menschen dabei, in Deutschland Fuß zu fassen und engagiert sich zudem ehrenamtlich für Obdachlose bei der Organisation Hiob – Hilfe für Obdachlose. Dort verteilter Essen und Kleidung an Bedürftige. „Die Arbeit bei Hiob erfüllt mich“, sagt er. Für ihn gehört soziales Engagement zum Leben in Deutschland. „So lerne ich Menschen kennen und knüpfe neue Kontakte.“

Seit 2013 lebt Vemula in Deutschland. Heute arbeitet er als Prozessingenieur in der Batteriezellproduktion beider FirmaPowerCoin Salzgitter. „Am Anfang war es nicht leicht. Ich bin allein nach Deutschland gekommen und musste viele Hürden bewältigen“, berichtet Vemula. Anmeldung, Versicherungsverträge und Kontoeröffnung waren schwierig, abermachbar. „Ich habe immer nachgefragt, wenn ich unsicher war – und stets Hilfe erhalten.“

Integration durch Sprache

Für Vemula ist klar: Wer in Deutschlandlebenund arbeiten möchte, kommt an der Sprache nicht vorbei.„Gerade in technischen Berufen braucht man Deutsch, um sich fachlich auszutauschen“, erklärt er.Doch auch im Alltag, im Freundeskreis oder beim gesellschaftlichen Engagement sei die Sprache der Schlüssel. Deshalb empfiehlt er, möglichst früh mit dem Lernen zu beginnen – idealerweise schon vor der Ankunft in Deutschland. Ebenso wichtig ist für ihn der Aufbau eines Netzwerks:„In einer Community trifft man Menschen mit Erfahrungin verschiedenen Bereichen. Das erleichtert das Ankommen.“

Orientierung geben und Chancen eröffnen

Deshalb engagiert sich Vemula im Projekt VDIXPand. DasProgramm organisiert der Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Es bringt internationale Fachkräfte und erfahrene Mentorinnen und Mentoren zusammen. Die Tandems tauschen sich regelmäßig aus und sprechen über Bewerbungen, Arbeitsmarkt, Karriere und Integration. Im Mentoring begleitet Vemula zu gewanderte Ingenieurinnen und Ingenieure zu Themen wie Bewerbung, Assessment-Center, deutsche Arbeitskultur oder Verhalten am Arbeitsplatz. „Ich wollte meine Erfahrungen weitergeben – und XPand bot mir dazu die passende Plattform“, sagt er. Der Austausch hilft nicht nur den Mentees, sondern auch ihm: „Ich konnte mein Netzwerk erweitern und neue Perspektiven gewinnen.“

Karriere mit Eigeninitiative und Zielstrebigkeit

Vemulahat seine berufliche Laufbahn in Deutschland auch deshalb erfolgreich aufgebaut, weil er früh Eigeninitiative gezeigt hat – zum Beispiel bei seinen Bewerbungen. „Für Jobshabeichmich initiativ beworben und sehr gute Rückmeldungen bekommen“, erzählt er.

Eine Initiativbewerbung bedeutet, sich bei einem Unternehmen zu bewerben, ohne dass es eine ausgeschriebene Stelle gibt. Statt auf eine konkrete Ausschreibung zu warten, nimmt man selbst Kontakt auf – mit einem überzeugenden Lebenslauf und einem Anschreiben, das erklärt, warum man gut zum Unternehmen passt und welche Fähigkeiten man einbringen kann.

FürVemulawar das eine wichtige Strategie: „Viele Firmen sind offen für motivierte Fachkräfte – auch wenn gerade keine Stelle ausgeschrieben ist.“ Gerade in gefragten Branchen wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder erneuerbare Energien kann diese Form der Bewerbung Türen öffnen.

Energiewirtschaft attraktiv für Fachkräfte

Heute arbeitet Vemula in einer Schlüsselsektor der Energiewende: Erneuerbare Energien und Elektromobilität sind sein Fachgebiet. Als Prozessingenieurkoordiniert er die Fertigung von Batteriezellen für Autobatterien– ein Kernprodukt für die Energiewende. „Deutschland ist ein attraktiver Standort für Forschung und Produktion.Fachkräftewerdengebraucht.“

An der deutschen Arbeitskultur beeindruckt ihn vor allem dieklare Kommunikation:„Bei Besprechungen bringen alle ihre Ideen ein und geben Feedback.“ Eigeninitiative und selbstständiges Arbeiten sind gefragt: „MankannVorschläge machen und kreativ sein.“

Ein weiterer Unterschied zu seiner Heimat ist die Organisation des Arbeitsalltags. „30 bezahlte Urlaubstage, eine ausgeglichene Work-Life-Balance und gute Entwicklungsmöglichkeiten – das hat mich positiv überrascht“, erzählt Vemula. Diese Rahmenbedingungen schätzt er sehr. Sie geben ihm Raum für sein Engagement und seine persönlichen Interessen.