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Max Mueller Bhavan | Indien Kolkata

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19:00 Uhr

Switched on India

Musik|Eine Performance-Vorlesung von Varun Desai

  • Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Kolkata, Kolkata

Moog event square © Varun Desai, Photo credit: Zareen Desai

Moog event © Varun Desai, Photo credit: Zareen Desai

„Switched on India“ ist eine Performance-Vorlesung, die der transformativen Wirkung elektronischer Musik und von Synthesizern nachspürt. Im Mittelpunkt steht eine rekonstruierte Version des Moog-Synthesizers, den David Tudor 1969 nach Indien brachte. Dieses einzigartige Instrument, das eine zentrale Rolle in den frühen Begegnungen Indiens mit der Synthesizer-Technologie spielte, war wegweisend für die Verbindung westlicher elektronischer Innovationen mit indischen Musiktraditionen und futuristischen Klangvorstellungen. Die Veranstaltung vereint Live-Performance, historische Einordnung und visuelles Storytelling, um das Vermächtnis der Klangsynthese in Indien zu erkunden – und zu zeigen, wie sich globale und lokale Klangwelten miteinander verwoben haben, um die akustische Landschaft des Landes neu zu definieren.

Über den NID-Synthesizer

Im Jahr 1969 wurde am National Institute of Design (NID) in Ahmedabad Indiens erstes Studio für elektronische Musik unter der Leitung des amerikanischen Komponisten David Tudor gegründet – ein bedeutender Moment in der Geschichte der globalen elektronischen Musik und der postkolonialen Kultur Indiens. Die Einführung des Synthesizers verband westliche technologische Innovation mit indischen modernistischen Bestrebungen und spiegelte die Vision des NID wider, Design, Technologie und kulturelle Identität zu vereinen.

Komponisten wie Jinraj Joshipura und S.C. Sharma schufen Werke wie Dance Music und Space Liner 2021, die minimalistische elektronische Klangformen mit einer modernen indischen Identität verknüpften. Das Studio am NID war – wenn auch nur für kurze Zeit (1969–1972) – ein Ort postkolonialer Moderne und ein Knotenpunkt des globalen avantgardistischen Austauschs.

Über den rekonstruierten NID-Synthesizer für Switched on India

Im Dezember 2024 vollendete Varun Desai eine bemerkenswerte Rekonstruktion des NID-Synthesizers – in einer reisefreundlichen Version im Maßstab von 60 %, entstanden nach zwei Jahren sorgfältiger handwerklicher Arbeit.

Dieses neu belebte Instrument, das auf dem historischen Erbe von David Tudors Moog-basiertem Studio beruht, verkörpert eine Verbindung aus postkolonialer indischer Innovationskraft und zeitgenössischer modularer Synthese. Es ermöglicht neue klangliche Experimente, die den avantgardistischen Geist seiner Vorgänger weitertragen.

Seit der Fertigstellung probt Desai intensiv mit dem Synthesizer und bereitet dessen erste öffentliche Aufführung im Jahr 2025 vor – ein bedeutender Moment, der das klangliche Erbe des NID wieder ins globale Bewusstsein rücken und zugleich seine kulturelle wie technologische Bedeutung für die Geschichte elektronischer Musik in Indien würdigen soll.

Über Varun Desai

Varun Desai moog © Varun Desai, Photo credit: Zareen Desai


Varun Desai ist Computer-Ingenieur und arbeitet an der Schnittstelle von Synthese und interaktivem Design. Er ist Dozent und Lehrer für Hard- und Software-Plattformen, zudem Grafikdesigner, Programmierer, Musiker und Synthesizer-Bauer. Seine Videoarbeiten basieren auf Echtzeit-Visualisierungen durch Code, bei denen eigens entwickelte Mikrofone, Kameras und Sensoren zum Einsatz kommen.

Mit über 18 Jahren Erfahrung in den Bereichen Kunst und Kultur ist Varun als Veranstalter, Label-Manager und Produzent tätig. Als Musiker, Komponist und Pädagoge ist er an transkulturellen Projekten und Residenzen beteiligt und entwickelt Werke, die auf technologische Entwicklungen des digitalen Zeitalters reagieren.

Er ist Gründer von Synthfarm, Indiens führender Residenz für Synthese, modulare Klangerzeugung, Musikproduktion und Synthesizerbau, sowie Direktor des Kolkata Jazzfest, eines der traditionsreichsten Musikfestivals Indiens.


Das Programm steht allen offen, wobei die Plätze nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben werden, bis alle Plätzebesetzt sind.