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Max Mueller Bhavan | Indien Pune

Artabotrys Hexapetalus

Hirva Chafa, das „Indische Ylang-Ylang“ (Artabotrys hexapetalus), verbindet betörenden Duft, krallenförmige Blüten und eine leise Kletterlust – vom unscheinbaren Strauch zur rankenden Liane und zur Lebensgrundlage der Raupen des Graphium agamemnon.

Artabotrys Hexapetalus © Manvi Vakharia | Goethe-Institut Pune

Der Artabotrys hexapetalus, in Marathi Hirva Chafa genannt und häufig als Indisches Ylang-Ylang bezeichnet, ist eine verholzende Kletterpflanze aus der Familie der Annonaceae, die in vielen Teilen Indiens heimisch ist. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein unscheinbarer Strauch. Erst wenn sie eine Höhe von etwa anderthalb bis zwei Metern erreicht hat, offenbart sie ihren eigentlichen Charakter: Mit Hilfe ihrer hakenförmig gebogenen Blütenstiele beginnt sie, sich an benachbarten Stützen festzuhalten und als Liane emporzuranken.

Nach dem Austrieb erscheinen ihre grünlich-gelben Blüten, die einen berauschenden, süßen Duft verströmen. Besonders in den Abendstunden entfaltet sich ihre Duftintensität und macht die Pflanze zu einem sinnlichen Erlebnis. Botanisch zählt Hirva Chafa zu den evolutionär ursprünglichen Blütengewächsen. Die krallenförmigen Blütenblätter verbergen im Inneren zahlreiche Fruchtknoten, von denen sich jeder nach erfolgreicher Bestäubung zu einer eiförmigen, glatten und angenehm duftenden Frucht entwickelt. Diese reifen in traubenähnlichen Büscheln heran und verleihen der Pflanze auch jenseits der Blütezeit eine besondere Anmutung.

Darüber hinaus besitzt Hirva Chafa eine ökologische Bedeutung: Sie dient als Futterpflanze für die Raupen des Schmetterlings Graphium agamemnon (Tailed Jay), dessen leuchtend grüne Raupen sich bevorzugt von ihren Blättern ernähren.

So verbindet das Indische Ylang-Ylang auf eindrucksvolle Weise botanische Ursprünglichkeit, sinnliche Duftqualität und ökologische Funktion – eine Pflanze, die sich erst im Wachsen, Ranken und Duften vollständig erschließt.