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18:30–21:30 Uhr
Arsenal on Location
Filmvorführungen & Gespräch|The Pune Edition
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NFAI-NFDC Main Auditorium , Pune
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei | Anmeldung obligatorisch
Das indische Kino spielt seit den Anfängen des Instituts eine wichtige Rolle im Programm von Arsenal. Diese Geschichte spiegelt sich im Archiv wider, denn viele der im Kino gezeigten Filme sind im Laufe der Jahrzehnte in die Sammlung aufgenommen worden – darunter Filmkopien, die heute als selten oder einzigartig gelten. In den letzten Jahren hat Arsenal einige indische Titel digital restauriert und wieder zugänglich gemacht. Die Rückführung von Filmen in ihr Produktionsland spielt dabei eine zentrale Rolle. Arsenal on Location bietet die Möglichkeit, eine Auswahl dieser Restaurierungen in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten in Indien und Sri Lanka öffentlich zu präsentieren – Institutionen, die diese Projekte häufig unterstützt haben. Die Veranstaltungen finden im November und Dezember an sieben Orten statt.
Für die Pune-Ausgabe präsentiert Arsenal zwei wegweisende Werke des indischen Kinos: Badnaam Basti (1971, 83 Min.) und Ghashiram Kotwal (1977, 107 Min.). Beide Filme wurden sorgfältig restauriert und eröffnen nuancierte Einblicke in die sozialen, ästhetischen und politischen Spannungen ihrer Zeit.
Badnaam Basti (1971), einer der frühesten queeren Filme Indiens, zeichnet mit stiller Intensität ein Geflecht aus Begehren, Moral und urbanem Alltag nach. Die Restaurierung lässt seine subtile Radikalität und poetische Bildsprache neu aufleuchten.
Ghashiram Kotwal (1976), die filmische Adaption von Vijay Tendulkars einflussreichem Theaterstück, verbindet dokumentarische Beobachtung mit den dynamischen Formen des Volkstheaters. In seiner restaurierten Fassung entfaltet der Film erneut seine kraftvolle Allegorie auf Machtstrukturen, Korruption und gesellschaftliche Verantwortung.
DETAILS ZU DEN FILMEN UND VORFÜHRUNGEN
BADNAAM BASTI (REGIE: PREM KAPOOR, 1971, 83 MINS.)
SCREENING: DONNERSTAG, 27.11.2025, 18:30
NFAI-NFDC Main Auditorium
Law College Road Pune
BADNAM BASTI (1971) ist das Debüt des Regisseurs Prem Kapoor. Der Fund der Unikat-35-mm-Kopie im Arsenal-Archiv vor ein paar Jahren hat international großes Interesse an dem verschollen geglaubten Film ausgelöst, nicht zuletzt aufgrund der Thematik einer queeren Dreiecksbeziehung. Die Restaurierung konnte in Kooperation mit der Film Heritage Foundation (Mumbai) und dem National Film Archive of India (NFDC-NFAI, Pune) durchgeführt werden, wo das unvollständige Original-Bild- und Tonnegativ lagert. Unter Einbeziehung der 35-mm-Kopie aus dem Arsenal-Archiv konnte eine Langfassung des Films rekonstruiert werden.
GHASHIRAM KOTWAL (1976, 107 MINS.)
Yukt Film Cooperative – REGIE: K. Hariharan, Mani Kaul, Saeed Akhtar Mirza & Kamal Swaroop
TALK & SCREENING AM FREITAG, 28.11.2025, AB 18:30
NFAI-NFDC Main Auditorium
Law College Road Pune
Der zweite Film im Programm ist GHASHIRAM KOTWAL, der 1978 im Programm des Berlinale Forum lief. Eine 35-mm-Kopie mit deutschen Untertiteln verblieb anschließend für Verleihzwecke beim Arsenal. Bislang gilt diese als einzig zugängliche Kopie und war Ausgangspunkt der 2013 durchgeführten Restaurierung. Der Film basiert auf dem bis heute populären gleichnamigen Theaterstück und erzählt von der Entwicklung und dem Fall des Peshwa-Regimes in West-Indien. Ein verbindendes Element zwischen beiden Filmen ist das Theater, was der Ausgangspunkt für das Gespräch mit dem Regisseur K. Hariharan sein wird. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem National Film Archive of India präsentiert.
Die Vorführungen werden von einem Gespräch begleitet, in dem Markus Ruff vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst mit dem Filmemacher K. Hariharan, einem der Regisseure von Ghashiram Kotwal, über die restaurierten Werke und ihre kulturhistorische Bedeutung sprechen wird.
Zentrale Mitglieder des Filmteams werden zudem ihre Erfahrungen und Geschichten teilen.
DETAILS ZU DEN SPRECHER*INNEN
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Markus Ruff
Markus Ruff lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Visuelle Kommunikation sowie Kunst und Medien an der Universität der Künste Berlin und an der Universidad del Cine in Buenos Aires. Seit 2011 leitet er den Bereich Archivprojekte am Arsenal – Institut für Film und Videokunst und verantwortet Projekte zur Digitalisierung und Restaurierung von Filmen. Darüber hinaus engagiert er sich in der Ausbildung im Bereich Filmarchivierung und -erhaltung.
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HARIHARAN K.
Der preisgekrönte Regisseur, Drehbuchautor und Filmwissenschaftler K. Hariharan gehört seit den 1970er Jahren zu den prägenden Stimmen des unabhängigen indischen Kinos. Als Mitbegründer der legendären Filmmachergruppe „Yukt Film Cooperative“ war er maßgeblich an experimentellen und gesellschaftlich engagierten Arbeiten beteiligt, darunter auch Ghashiram Kotwal (1976), dessen innovative Verbindung von Folk-Theater, politischem Kommentar und dokumentarischen Elementen zu einem Meilenstein des indischen Parallelkinos wurde.
Hariharans filmisches Werk, das sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, zeichnet sich durch seine Auseinandersetzung mit sozialen Realitäten, kulturellen Traditionen und der politischen Landschaft Indiens aus. Neben seiner Regiearbeit hat er als Leiter verschiedener Filmhochschulen – darunter die L.V. Prasad Film & TV Academy – Generationen von Filmschaffenden geprägt und sich für eine progressive Film- und Medienbildung eingesetzt.
Sein besonderes Interesse gilt der Förderung junger Talente und der Erforschung regionaler Erzählformen. Durch seine kontinuierliche Arbeit im Bereich Lehre, Filmkultur und Archivierung ist Hariharan zu einer entscheidenden Stimme im Verständnis des indischen Filmschaffens geworden.
Links zum Thema
Ort
Law College Rd
Deccan Gymkhana
Pune 411004
Indien
Anmeldung obligatorisch!