Das Residenzprogramm „La Bottega“ bietet Künstler*innen aus Deutschland und Frankreich einen Forschungsaufenthalt in engem Kontakt mit der Kunst- und Kulturszene Palermos. Den Resident:innen steht ein 115 m² großes Atelier innerhalb der „Cantieri Culturali alla Zisa“ als gemeinsamer Arbeitsraum zur Verfügung.
Die Teilnahme an der Residenz ist über die jährlichen Ausschreibungen für Künstler:innen bis maximal 35 Jahre möglich. Etablierte Persönlichkeiten aus der Kunst- und Kulturwelt können auf Einladung an der Residenz teilnehmen.
Förderbedingungen
Bewerben können sich Künstler:innen aus Deutschland, Frankreich und Italien unten 35 Jahr. Die Teilnahme von Künstlerduos wird besonders begrüßt. Besonderes Augenmerk gilt Projekten, die den künstlerischen Austausch zwischen den beiden Programmländern (Frankreich und Deutschland) und Palermo, Sizilien und Italien fördern.
Künstler:innen, die älter als 35 Jahre sind, werden gebeten, ihr Portfolio einschließlich des Projektvorschlags per E-Mail einzureichen.
Eine Hin- und Rückreise zwischen Deutschland oder Frankreich und Palermo. Reisen mit dem Zug und/oder Schiff werden, wenn möglich, besonders gefördert
Stipendium in Höhe von 1.500 Euro pro Person und Monat
Unterkunft in einer unabhängigen Wohnung oder bei einem institutionellen Partner
Budget von bis zu 500 Euro für Recherche-, Kreations- und Produktionskosten des Projekts; Ausgaben aus diesem Budget müssen im Voraus abgesprochen werden. Zugang zu einem gemeinsamen Arbeitsraum in der Bottega, ein 115 Quadratmeter großes Künstleratelier auf dem Gelände der Cantieri Culturali alla Zisa
Unterstützung, um Kontakte zur lokalen Kunst- und Kulturszene zu knüpfen sowie bei der Recherche und Umsetzung von Projekten
Ermäßigte Teilnahmegebühren für einen Italienischkurs an der Universität Palermo
Die Teilnehmer:innen des Residenzprogramms für junge Künstler:innen unter 35 Jahren werden von einer Jury ausgewählt, die sich aus Vertreter*innen des Goethe-Instituts Palermo und des Institut français Palermo sowie aus Fachleuten der italienischen Kunst und Kultur zusammensetzt. Die Auswahlkriterien sind in der Ausschreibung aufgeführt und umfassen:
Projekt mit Bezug zu Palermo, Sizilien oder dem Mittelmeerraum
Bereitschaft zur Teilnahme an mindestens zwei pädagogischen Aktivitäten (Präsentation der Arbeit, Workshop mit Schulen in Palermo etc.). Möglichst Ausschluss anderer beruflicher Verpflichtungen
Künstler:innen, die älter als 35 Jahre sind, können auf Einladung an der Residenz teilnehmen.
Für Künstler*innen unter 35 Jahren sind alle erforderlichen Unterlagen in der Ausschreibung aufgeführt. Dazu gehören:
Nachweis einer im Ausland gültigen Haftpflichtversicherung für die Dauer der Residenz
Ansässigkeitsbescheinidung, falls der Wohnsitz nicht in Italien liegt
Lebensläufe (max. zwei Seiten pro Person) aller am Projekt beteiligten Personen mit Angabe der Kontaktdaten und des Geburtsdatums
Projektbeschreibung
Portfolio (max. fünf Seiten), in dem die künstlerische Praxis und/oder Forschung der Bewerber*innen vorgestellt wird
Alle Dokumente sind in einer einzigen PDF-Datei zusammenzufassen. Die Bewerbungen sind in zweifacher Ausfertigung, eine auf Deutsch oder Französisch, die andere auf Englisch einzureichen.
Künstler:innen, die älter als 35 Jahre sind, werden gebeten, ihr Portfolio einschließlich des Projektvorschlags per E-Mail einzureichen.
Nächster Bewerbungsschluss
Die Bewerbungsfrist für die Residenzen 2026 für Künstler:innen unter 35 Jahre ist am 28. Februar abgelaufen. Die nächsten Ausschreibungen werden hier zwischen Dezember 2026 und Januar 2027 veröffentlicht.
Künstler:innen, die älter als 35 Jahre sind, können auf Einladung an der Residenz teilnehmen.
Kontakt
Bianca Bozzeda
Beauftragte für das Deutsch-Französisches Kulturinstitut Kultur Ensemble Palermo
Die Schriftstellerin Annabelle Hirsch studierte sowohl in München als auch in Paris Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Philosophie. Mit deutsch-französischen Wurzeln, nach einiger Zeit in Rom lebt sie gerade in Berlin und arbeitet als freie Journalisten für DIE ZEIT, FAS/FAZ und Weltkunst. Gleichzeitig ist sie als Autorin von Kurzgeschichten und Büchern, wie auch als Übersetzerin beschäftigt.
Ihr Buch Die Dinge. Eine Geschichte der Frauen in 100 Objekten (Kein & Aber, 2022) zeichnet anhand von hundert Objekten die Geschichte und Rolle der Frauen nach, vom Papyrus von Sappho aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. bis zu den Handschuhen von Caterina de’ Medici; von der Münze gegen die Sklaverei, die Sojourner Truth gewidmet ist, die Ende des 18. Jahrhunderts als Sklavin in einem Vorort von New York geboren wurde, bis hin zur Verfassung der Italienischen Republik und der Rolle der „Madri Costituenti” (Verfassungsmütter). Das Buch wurde in 15 Sprachen übersetzt, darunter Italienisch beim Verlag Corbaccio, Englisch und Amerikanisch bei Canongate und Crown Publishing sowie Französisch beim Verlag Les Arènes. Im Jahr 2025 wurde ihr Buch Der Teller (Residenz Verlag, 2023) vom Verlag Corbaccio auf Italienisch veröffentlicht.
Derzeit arbeitet die Autorin an ihrem nächsten Werk, das sich mit dem Zusammenhang zwischen weiblichen Körpern und Essen, Appetit und dem Streben nach Selbstbestimmung befassen wird. Dieses Werk wird auch die Essgewohnheiten von Frauen im Laufe der verschiedenen Epochen untersuchen, die physische Beziehung zur Spiritualität, insbesondere bei Frauen im Christentum, Heiligen, Mystikerinnen und frühen Märtyrerinnen.
Während ihrer Künstlerresidenz entwickeln Nicola Baratto und Magdalena Mitterhofer ein filmisches Szenario aus Traumfragmenten, nachgestellt, performativ durchschritten und auf 16mm aufgezeichnet. Ausgangspunkt sind Aufzeichnungen von Träumen unter autoritären Regimen, inspiriert von Das Dritte Reich des Traums (Beradt) und durchdrungen von den Texten Favole della dittatura (Sciascia).
Im Atelier entsteht ein reduziertes Bühnenbild, das als Ort für Wiederholung, Projektion und Versuchsanordnungen dient. Die Künstler*innen sammeln taktiles, körniges und zeitversetztes Film- und Tonmaterial, das sie in einem hybriden Format zwischen Filmprojektion und Performance präsentieren. Die Arbeit entsteht in engem Austausch mit dem Schauspieler Maziar Firouzi sowie mit lokalen Archiven und Institutionen.
Das Projekt wurde von einer Jury ausgewählt, die sich aus Jérémy Rossignol (OFAJ-DFJW), Stefan Koppelkamm (Künstler, Sizilien/Deutschland) und Philippe Terrier-Hermann (Künstler, Sizilien/Frankreich) zusammensetzte. Die Residenz wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt.
Magdalena Mitterhofer (geb. 1994, San Candido) arbeitet zwischen Theater, Film und Zeichnung, oft in kollaborativen Konstellationen und ortsspezifischen Kontexten. Ihre Projekte setzen sich mit Architekturen als Bühnen – sowohl gebauten als auch symbolischen – auseinander, um gesellschaftspolitische Strukturen und Zuschauer*innen-Dynamiken zu untersuchen.
Ihre Arbeiten nehmen die Form von Performances, Videos, Installationen und Texte an und wurden unter anderem im Kunstverein München, dem KW Institute for Contemporary Art, Tanzquartier Wien, Volksbühne Berlin, Longtang Zurich, Museion Bozen, Brücke Museum Berlin und anderen Orten gezeigt. Seit 2021 entwickelt sie gemeinsam mit Shade Théret die nomadische Performance- und Videoserie Lament.tv.
Nicola Baratto (Italien, 1989) arbeitet mit Film, Skulpturen und Installationen. Seine Arbeit entwickelt sich durch Erforschungen von Traumpraktiken, Alchemie, Mythen und historischen Imaginationen. Er ist Teil des Künstlerduos Baratto & Mouravas, dessen “Archaeodreaming”-Methode die Überschneidungen zwischen sensorischer Archäologie und traumähnlicher Erfahrung erforscht. Zu seinen jüngsten Austellungen zählen Tears of Fog, LE18 Marrakech; Una Boccata d’Arte bei der Elpis Foundation, Sizilien, Italien; A Rave Down Below, in Elevsis, Europäische Kulturhauptstadt, Elefsina, Griechenland.
Im Rahmen ihrer Künstlerresidenz von Kultur Ensemble Palermo setzen Lorraine Hellwig und Maxime Leleux ihre künstlerische Zusammenarbeit rund um die zeitgenössische Identität fort. Durch die Kombination von Fotografie, Schrift, visueller Sprache und urbaner Erkundung lädt das Projekt jeden Teilnehmer ein, sein eigenes "privates Manifest" zu formulieren: ein kurzer Gedanke über die eigene Art, die Welt zu bewohnen.
Ausgehend von dadaistisch inspirierten Fragenbögen, werden diese Ausdrucksformen in Bilder übersetzt: fotografische Porträts von Lorraine Hellwig und grafische Kompositionen von Maxime Leleux.
Ein offenes Atelier, das in der Bottega 1 in den Cantieri Culturali alla Zisa eingerichtet ist, wird zum Ort dieser kollektiven Erkundung. Es verbindet Produktion, Dialog, Beobachtung und Begegnung miteinander. Das Projekt bietet jungen Sizilianer*innen eine Plattform, um ihre persönlichen Geschichten zu teilen, ihre Identität zu hinterfragen und ihren Blick auf eine sich wandelnde Welt festzuhalten, durch die sensible Auseinandersetzung mit ihrer urbanen Umgebung.
Durch das Verweben individueller Erzählungen und kollektiver Erinnerungen hinterfragt das Projekt die europäische Jugend angesichts der vielfältigen existentiellen sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Krisen.
Entstanden im Buro Stedelijk in Amsterdam unter dem Namen Manifesto Room, soll diese Arbeit durch mehrere europäischen Städte reisen, um die festgefahrenen Vorstellungen der Jugend zu dekonstruieren und ein vielfältiges, lebendiges Porträt zu bieten, das durch die Erfahrung der jeweiligen Stadt und der Begegnung genährt wird.
Das Projekt wurde von einer Jury ausgewählt, die sich aus Jérémy Rossignol (OFAJ-DFJW), Stefan Koppelkamm (Künstler, Sizilien/Deutschland) und Philippe Terrier-Hermann (Künstler, Sizilien/Frankreich) zusammensetzte. Die Residenz wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt.
Durch eine interdisziplinäre Praxis erforscht die Fotografin und bildende Künstlerin Lorraine Hellwig soziale Strukturen. Mit einem intimen Blick hinterfragt sie gesellschaftliche Veränderungen und deren Auswirkungen auf das Individuum. Sie beleuchtet den Einfluss sozialer Systeme auf Identität und soziale Beziehungen, insbesondere im Angesicht wirtschaftlicher, ökologischer und identitätsbezogener Herausforderungen sowie dem Umgang mit Technologie.
Mithilfe von Fotographie, Videos, großformatigen Collagen und Texten untersucht sie diese Themen und regt den Zuschauer zu einer kritischen Überlegung an. Mit ihrem radikalen und polarisierenden ästhetischen Vokabular fordert sie zu Reaktionen, Interaktionen und Engagement auf und bietet gleichzeitig eine immersive ästhetische Erfahrung.
Sie hat an der Hochschule München Fotodesign studiert und wurde 2018/19 für ihr Projekt Y A MANIFESTO, das in den Deichtorhallen Hamburg ausgestellt wurde, mit dem Preis Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie ausgezeichnet. 2024 erhielt sie den Förderpreis für Fotografie der Landeshauptstadt München und stellte vor kurzem im Bureau Stedelijk in Amsterdam aus. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in internationalen Ausstellungen präsentiert, insbesondere in Deutschland, Frankreich, Italien, der Türkei und Vietnam.
Seit 2020 arbeitet sie mit dem Grafikdesigner Maxime Leleux an einem gemeinsamen künstlerischen Projekt zusammen. Derzeit nehmen sie an einer Künstlerresidenz im Rahmen von Kultur Ensemble Palermo teil, und beschäftigen sich sich mit der Identität der Stadt durch die sizilianische Jugend.
Der Grafikdesigner Maxime Leleux beschäftigt sich mit urbanen und sozialen Themen und erforscht Formen visueller Ausdrucksweisen im öffentlichen Raum, in dem er sich ihnen kontextuell annähert. Er interessiert sich dafür, wie eine Stadt bildlich festgehalten wird und welche sozialen und kulturellen Dynamiken sich durch jene, im öffentlichen Raum vorhandene Inschriften offenbaren, gleich ob sie spontan oder willentlich entstehen. Er bietet eine neue Interpretation jener Sprachen an, die die visuelle und imaginäre Landschaft von Städten bilden.
Er studierte an der École nationale supérieure des arts visuels de La Cambre in Brüssel, und setzte seine Forschungen an der ENSAD Paris fort. Dort vertiefte er seine Überlegungen zum urbanen Design, insbesondere zur Kartografie des Verkehrs und dessen Einfluss auf die Darstellung und Wahrnehmung des öffentlichen Raums. Diese Arbeite führte zur Gründung der Forschungsgruppe Oriented Design, die sich der kartografischen und narrativen Praxis im urbanen Raum widmet.
In den letzten Jahren hat er mit mehreren von Designer Ruedi Baur geleiteten Strukturen zusammengearbeitet, darunter dix-milliards-humains, Integral Designers und Civic City. Dort hat er zu Projekten beigetragen, die die Bürgerschaft und das soziale Engagement neu denken. Seine Tätigkeit als Designer erstreckt sich auch auf verschiedene Bereiche der visuellen Kommunikation: Beschilderung, Szenografie, visuelle Sprachen, pädagogische Projekte, urbane und künstlerische Installationen.
Seit 2024 leitet er sein eigenes Forschungsbüro, das sich auf den soziokulturellen Bereich, Design und Architektur spezialisiert hat.
Seit 2020 arbeitet er mit der Fotografin und bildende Künstlerin Lorraine Hellwig an einem gemeinsamen künstlerischen Projekt zusammen. Derzeit nehmen sie an einer Künstlerresidenz im Rahmen von Kultur Ensemble Palermo teil, und beschäftigen sich mit der Identität der Stadt durch die sizilianische Jugend.
Um uns das Meer
Das Projekt von Katharina Ziemke und Mélodie Richard erforscht den Zustand der marinen Lebensräume, die Ausbeutung der Ressourcen (insbesondere durch die Fischerei) und Vergangenheit und mögliche Zukunft des Mittelmeers. Dabei bringen sie zwei unterschiedliche Arten der Beziehung zur Welt zusammen, die künstlerische und die wissenschaftliche. Ihre Recherche umfasst Interviews mit Forschern der Stazione Zoologica Anton Dohrn (unter besonderer Mitwirkung der Leiterin der Forschungstelle Sylvaine Giakoumi), Managern von Meeresschutzgebieten und Fischern sowie Tonaufnahmen und Zeichnungen, die vor Ort angefertigt wurden. Das Ergebnis ihrer Forschung wird in Form einer Videoinstallation Anfang März präsentiert.
Das bewegte Bild, fließend und immer in Veränderung, wurde von der bildenden Künstlerin Katharina Ziemke mit pigmentierter Tinte auf Reispapier erstellt. Durch eine Glasscheibe gefilmt, dehnen sich die Zeichnungen aus, scheinen lebendig zu sein und erinnern an die Bewegungen des Meeres. Es wird von einer Klanginstallation begleitet, in der sich wissenschaftliche und persönliche Aussagen mit der Stimme der Schauspielerin Mélodie Richard mischen, die das Publikum in die Tiefen der Meereswelt führt. Die ökologischen Herausforderungen werden so aus einer ungewöhnlichen und poetischen Perspektive angegangen. Durch die Verbindung von Wissenschaft und bildender Kunst versucht das Künstlerduo, die emotionale Tragweite von Phänomenen im Zusammenhang mit dem Meer zu erfassen. Sie wollen die Verbreitung wissenschaftlicher Entdeckungen zu unterstützen, um die Öffentlichkeit für diese Themen zu sensibilisieren.
Dies ist die zweite Zusammenarbeit zwischen Katharina Ziemke und Mélodie Richard. Ihre erste gemeinsame Arbeit konzentrierte sich auf Marie Phisalix, die erste Wissenschaftlerin, die am Naturhistorischen Museum in Paris arbeitete. Die Residenz dauert von Anfang Januar bis Anfang März 2025.
1979 in Kiel geboren, studierte Katharina Ziemke Bildende Kunst an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-arts in Paris. Zunächst als Malerin ausgebildet, beschäftigt sie sich heute mit verschiedenen künstlerischen Formen, wie Performance, Videokunst und Theater. Sie ist Mitglied des in Berlin ansässigen interdisziplinären feministischen Künstlerkollektivs AGOSTO, der Station urbaner Kulturen Hellersdorf der nGbK Berlin und des von Wolff/Ziemke art & science collective.
Als bildende Künstlerin mit dem Schwerpunkt Kunst und Wissenschaft beschäftigt sich Ziemke seit 2019 mit den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit und seit 2020 mit Frauen in der Wissenschaft. Sie arbeitete mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Humboldt-Universität zu Berlin (2023) und mit dem Musée National d’Histoire Naturelle in Paris (2023) zusammen.
Ziemke arbeitet regelmäßig mit dem Intendanten der Schaubühne, Thomas Ostermeier, zusammen, für den sie Live-Malerei-Performances entwickelt, wie für „Professor Bernhardi“ 2017 und „Die Möwe“ 2013, 2016 und 2024. Ihre Theatererfahrungen haben sie dazu gebracht, eine Methode zu entwickeln, um Aquarellbilder vor dem Publikum „aufzuführen“; die Entwicklung des Bildes wird auf Film festgehalten.
International hatte Katharina Ziemke Einzelausstellungen an der Humboldt Universität (Berlin, 2023), Espace d’art plastique Madeleine Lambert (Vénissieux, 2017), Schaubühne (Berlin, 2016), Zürcher Gallery (New York, 2009) und Musée de l’Abbaye Sainte-Croix (Les Sables d’Olonne, 2008). Zu ihren Gruppenausstellungen zählen Quartier général (La Chaux-de-Fonds, 2022), Centre d’Art Contemporain (Meymac, 2019), Kunstquartier Bethanien (Berlin, 2015) und Printemps de Septembre (Toulouse, 2008). Ihre Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter der Fonds national d’art contemporain (Frankreich), die Collection de la Ville de Vénissieux (Frankreich) und die Danske Bank (Dänemark). Im Jahr 2023 wurde ihr eine Residenz in der Cité internationale des arts verliehen. Katharina Ziemke wird von der Galerie Isabelle Gounod in Paris vertreten.
Mélodie Richard ist Schauspielerin und Musikerin. Nach ihrem Abschluss an der nationalen Schauspielschule in Paris (Conservatoire National Supérieur d’Art dramatique) im Jahr 2010, lernte Mélodie Richard Krystian Lupa kennen. Sie spielte mit ihm in seinen drei französischsprachigen Stücken, bis zum letzten, „Die Ausgewanderten“.
Es folgten weitere wesentliche Begegnungen mit Christophe Honoré, Thomas Ostermeier, George Lavaudant, Denis Podalydès und Célie Pauthe, die ihr einige der spannendsten Frauenrollen des Repertoires anboten, darunter Louise Miller, Die Möwe, Bérénice, Kleopatra, Electre, Katia Kabanova oder Célimène.
Sie vertiefte ihre Praxis, indem sie an der Seite von besonders inspirierenden Schauspielerinnen wie Nada Strancar, Anne Alvaro, Nathalie Richard, Dominique Reymond und Valérie Dréville spielte. Derzeit ist sie mit einer freien, zeitgenössischen und feministischen Adaption von Jack Londons Martin Eden der Autorin und Regisseurin Alice Zeniter auf Tournee.
Als Musikerin – Pianistin und Sängerin – inszenierte und vertonte sie Éric Reinhardt in einer Adaption seines Romans „L’Amour et les Forêts“ (nicht übersetzt). Sie singt ihr erstes Rezital im Odéon-Theater in Paris. Sie vertonte eine Adaption des Lebens der deportierten Malerin Charlotte Salomon und eine weitere Adaption von Rohmers „Vollmondnächte“, über Pascale Augier. Regelmäßig beschäftigt sie sich mit Klanggestaltung, wie zB. in einer von ihr erdachten und gespielten Telefon-Science-Fiction während des Lockdowns. Zu der Videoinstallation der Berliner Künstlerin Katharina Ziemke über Marie Phisalix, die erste Wissenschaftlerin, die im Naturkundemuseum in Paris arbeitete, schuf Richard die Klangwelt.
Ihre Liebe zu Autorinnen - insbesondere zu wegweisenden Schriftstellerinnen wie den Brontë-Schwestern, Jane Austen, George Eliot oder George Sand - teilt sie in ihrer Arbeit für Hörbücher oder auf öffentlichen Lesungen. Sie ist auch regelmäßig im Fernsehen und im Kino zu sehen, in Filmen von Nina Companeez, Arnaud Desplechin, Abdellatif Kechiche, Christophe Honoré und Olivier Assayas.