„Flüchtlinge damals und heute“
Filmprojekt für Jugendliche

Flüchtlinge damals und heute © Glocal Films

Deutsch-Polnisch-Ukrainisches Projekt

Das Projekt „Flüchtlinge – damals und heute“ wurde von den Goethe-Instituten in Warschau und Kiew in Kooperation mit Youth for Understanding Deutschland durchgeführt. An dem Projekt nahmen jeweils sieben Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Polen und der Ukraine im Alter von 14 – 18 Jahren teil. (Die Teilnehmer aus Polen und der Ukraine lernten Deutsch in der Schule auf dem Niveau B1.) Sie kamen drei Mal in diesen Ländern zusammen, um gemeinsam jeweils zwei Filme zu den Themen Flucht, Ausgrenzung, Heimat und Integration zu produzieren. Die Leitung der Filmarbeit übernahmen dabei die Expertinnen Kerstin Rickermann und Silke Beller von Glocal Films aus London. Insgesamt produzierten die Filmteams sechs Filme, in denen sie Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und Heute untersuchten.

Ziel des Projektes war es, eine Sensibilisierung für mit Migrationsbewegungen verbundene Problemfelder zu erzeugen. Die Teilnehmer sollten ein Verständnis für Mechanismen von Flucht und Migration entwickeln. Durch die Produktion der Filme beschränkte sich dieser Lernprozess jedoch nicht nur auf die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Am Ende eines jeden Workshops fand eine öffentliche Filmpremiere statt. Die Filme sind online verfügbar und können nun von den Teilnehmern in ihren Klassen gezeigt oder auch von Lehrerinnen und Lehrern im Deutsch-, Politik- oder Geschichtsunterricht eingesetzt werden. Auf diese Weise bekamen die jungen Filmemacher die Möglichkeit ihre Beobachtungen zu teilen und ihre Erkenntnisse weiterzutragen, um andere für die Thematik zu sensibilisieren. Das Medium Film bietet den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler einen eigenen und kreativeren Zugang zu dem Thema finden, als dies im normalen Schulunterricht möglich wäre. Vor allem die Gespräche mit Zeitzeugen, die von teils schmerzhaften Erfahrungen berichten, hinterließen dabei einen bleibenden Eindruck bei den Jugendlichen.

Ebenso sollten die Teilnehmer die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit erkennen. Dadurch, dass in jedem Filmteam Jugendliche aus drei unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiteten, ergab sich eine Vielfalt der Meinungen und Sichtweisen, die sowohl für die Filme als auch für den Lernprozess der Teilnehmer gewinnbringend waren.

Durch die Beschäftigung mit aktuellen politischen Themen sowie grundlegender politischer Prinzipien wie den Menschenrechten sollten die Jugendlichen dazu angeregt werden, sich auch über das Projekt hinaus zivilgesellschaftlich zu engagieren.
Projekt © glocal films