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Sukare .

Di, 06.10.2020

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Hanna Sukare - "Staubzunge"

Wenn Matthias Röhricht von seinem Job in einem großen Konzern spricht oder zu jeder Dienstreise eine andere Assistentin mitnimmt, vermutet man nichts von seiner streng religiösen Erziehung. Das Dogma, die Gewalt und das Schweigen, die er als Kind erlebt hat, versucht er zu vergessen. Auch seine Schwester Adele lebte jahrelang distanziert von den Eltern. Sie nähert sich ihrer Mutter Jad erst wieder, als diese ihre Erinnerung verliert und nicht mehr weiß, dass Adele ihre Tochter ist. Der Tod der Mutter wird für die beiden zur Zäsur. Matthias zieht sich aus allen bisherigen Beziehungen zurück. Adele beginnt rastlos Orte aus Jads Vergangenheit zu suchen und verfällt einer Suchsucht nach der eigenen Zugehörigkeit.

Ein Familienroman, der sich über drei Generationen von der Vorkriegszeit in Polen bis ins heutige Österreich erstreckt. Hanna Sukare erzählt diese inhaltlich dichte Geschichte in einer klaren, eleganten Sprache und mit wechselnden Perspektiven, die das Geschehen mit unterschiedlichen Blickweisen beleuchten und interpretieren.
 
Hanna Sukare geboren 1957 in Freiburg im Breisgau, lebt seit der Jugend meist in Wien. Hanna Sukare war u. a. als Journalistin, Redakteurin und Wissenschaftslektorin tätig. Seit 2001 ist sie freie Autorin. 2016 wurde „Staubzunge“ auf die Shortlist für den Literaturpreis ALPHA nominiert.
 

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