Sleeping Beauties
Sleeping Beauties ist ein EUNIC Rumänien Projekt, das in Zusammenarbeit mit repräsentativen Kurorten und lokalen Gemeinschaften in ganz Rumänien durchgeführt wird und einen umfassenden Überblick über die Vielfalt, das Erbe und das erneuerte Potenzial dieser bemerkenswerten Kulturlandschaften bietet.
Über das Projekt
Sleeping Beauties ist ein Multi-Residenzprojekt, das von EUNIC Rumänien konzipiert und entwickelt wurde. Es umfasst sechs in Rumänien tätige Kulturinstitutionen – den British Council, das Tschechische Zentrum, das Goethe-Institut, das Instituto Cervantes, das Polnische Institut sowie Fundația9 –, die jeweils für die Unterstützung einer Residenz verantwortlich sind.
EUNIC – European Union National Institutes for Culture – ist das europäische Netzwerk nationaler Kulturinstitute und -organisationen mit 39 Mitgliedern aus allen EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern.
Das Projekt wurde von diesem Konsortium europäischer Partner in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Ilinca Păun Constantinescu entwickelt – PhD, Präsidentin und Gründerin des Vereins Ideilagram, Mitgründerin des Architekturbüros Ideogram Studio, Dozentin an der Universität für Architektur und Städtebau „Ion Mincu“ in Bukarest, Abteilung für Architekturtheorie und -geschichte, sowie Koordinatorin von MuzA – dem Museum der Architektur in Rumänien und seinem wandernden nationalen Programm.
Das deutsche Residenzprojekt in Eforie-Techirghiol
Mit dem Projekt „Nu schimbați prosoapele zilnic. / Handtücher bitte nicht wechseln!“ untersucht Silvan Hagenbrock die Verbindungen zwischen Fürsorge, Erinnerung und dem kulturellen Erbe der Kurorte Eforie und Techirghiol. Ausgehend von gesammelten Handtüchern und den damit verbundenen Geschichten der Bewohner erforscht der Künstler Praktiken des Heilens, gemeinschaftliche Erfahrungen und die kulturellen Transformationen dieser Orte. Durch Recherche, Videodokumentation und eine abschließende performative Intervention wird das alltägliche Objekt zum Träger kollektiver Erinnerung, von Erneuerung und sozialem Zusammenhalt.
Residenzkünstler
Silvan Hagenbrock ist ein urbaner Künstler, dessen Arbeit die Bereiche Performancekunst, Urbanistik und Bewegtbild miteinander verbindet. Als Mitglied des Kollektivs Raumstation seit 2013 und Mitbegründer der Performance-Initiative Lingsanling030 erforscht er soziale Räume und deren Narrative. Sein akademischer Werdegang umfasst ein Studium in Social Design – Arts as Urban Innovation an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar und der Tongji-Universität Shanghai. Seine Projekte wurden auf internationalen Festivals präsentiert, darunter das Rotterdam, Odense und Budapest Architecture Film Festival, das Nature Film Festival Innsbruck, das Milano Design Film Festival sowie Theater der Welt in Frankfurt. Durch seine Praxis schafft Silvan Situationen und Arbeiten, die die Beziehungen zwischen Menschen, Orten und Geschichten neu denken.
Eforie - Techirghiol
Eforie-Techirghiol ist ein Schwarzmeer-Resort, in dem sich das Erbe der Zwischenkriegszeit, Küstenmodernismus, Massentourismus und zeitgenössische kulturelle Initiativen überlagern.
Lokaler Kontext
Die Architektur der Küste von Eforie entwickelte sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen eines umfassenderen Bestrebens, das Gebiet zwischen dem Schwarzen Meer und dem Techirghiol-See in ein modernes Kur- und Erholungsziel zu verwandeln. Während sich Eforie Nord durch mehrere unabhängige Parzellierungsprojekte entwickelte, die von unterschiedlichen Architekten entworfen wurden und sowohl lokale Ambitionen als auch europäische modernistische Einflüsse widerspiegelten (besonders sichtbar in experimentellen Entwicklungen wie der Blank-Parzelle, die mit G. M. Cantacuzino und Horia Creangă verbunden ist), entstand Eforie Sud rund um die Vision von Ion Movilă, war ursprünglich als Băile Movilă bekannt, später Movilă-Techirghiol, und gilt als erster Badeort an der rumänischen Schwarzmeerküste. Zusammen kombinierten die beiden Bereiche Villen, Hotels, Sanatorien und öffentliche Räume und wurden später durch die sozialistische Massen-Tourismus-Infrastruktur erweitert, die die Küste für kollektive Erholung neu gestaltete. Heute bleibt dieses vielschichtige Erbe – von frühen balneologischen Strukturen über die Zwischenkriegsmoderne bis hin zu Entwicklungen des Massentourismus – eine wertvolle, aber fragile Kulturlandschaft, die einer integrierten Erneuerung bedarf.
Über den Gastgeber
Der Verein Forumul Artelor Vizuale (FAV) hat mit seinem Programm Eforie Colorat an der rumänischen Schwarzmeerküste eine kulturelle Plattform entwickelt, die künstlerische Produktion, Erforschung des kulturellen Erbes und gesellschaftliches Engagement verbindet. Im Zentrum steht die Revitalisierung des ehemaligen Sommerkino Cinemascop in Eforie Sud, das in ein aktives kulturelles Zentrum umgewandelt wurde und Filme, Ausstellungen und Veranstaltungen beherbergt, die das Leben des Badeortes über die Tourismussaison hinaus verlängern. Ergänzend dokumentiert das Projekt Arhivele Litoralului die Geschichte, Architektur und das kollektive Gedächtnis der Küste und bringt Künstler:innen und Forschende zusammen, um ihre Transformation im Laufe der Zeit zu untersuchen. Gemeinsam rahmen diese Initiativen die Küste als komplexe Kulturlandschaft neu und unterstützen ihre nachhaltige, ganzjährige Reaktivierung.