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Für jene, die fließend denken, ist die Gegenwart voll der Zukunft

Aufnahme des Künstlergsprächs im Zentrum für Dokumentarfilm und der Premiere von Lichtinstallation|Premiere der Lichtprojektion ist eines der Schlüsselprojekte des Deutschlandjahres in Russland

  • Goethe-Institut Moskau, Moskau

Die Lichtprojektion Ausschnitt © Lillevan, Sila Sveta, Vadim Epstein

Die Lichtprojektion ist eines der Schlüsselprojekte des Deutschlandjahres in Russland. Dieses audiovisuelle Kaleidoskop, das eigens für das Deutschlandjahr geschaffen wurde, zeigt die über Jahrhunderte gewachsenen Beziehungen zwischen deutschen und russischen Gelehrten, Kunstschaffenden und Wissenschaftlern und denkt sie für die Zukunft weiter. Konzipiert wurde das Werk vom Berliner Animationskünstler Lillevan und der Moskauer Künstlergruppe Sila Sveta –zusammen mit dem Medienkünstler Vadim Epstein. 

Aufnahme der Live-übertragung

des Künstlergsprächs im Zentrum für Dokumentarfilm und der Premiere von Lichtinstallation im Garten des Goethe-Instituts Moskau am 11.11.2021


Ausgangspunkt der Arbeit ist die gegenseitige Wertschätzung von Goethe und Puschkin – zweier Klassiker unserer Länder. So schrieb Puschkin 1828 eine Szene aus Goethes Faust neu, als Hommage an den deutschen Schriftsteller. Eben diese Szene, die Begegnung zwischen Faust und Mephisto, wurde 1979 von dem russischen Regisseur Michail Schweizer in seinem Film „Kleine Tragödien“  neu interpretiert.

In ihrer Lichtprojektion greifen Lillevan und Sila Sveta diesen künstlerischen Ansatz auf und bearbeiten die Filmszene weiter. Dabei lassen sich Anklänge an weitere wichtige künstlerische Bewegungen und Kulturschaffende beider Länder erkennen wie das Bauhaus, Wassily Kandinsky, Kazimir Malewitsch, El Lissitzky, aber auch Peter Tschaikowski und Vsevolod Meyerhold. Auch der Titel der Lichtprojektion – „Für jene, die fließend denken, ist die Gegenwart voll der Zukunft“ – nimmt Bezug auf Zitate zweier wichtiger Kulturgrößen – den deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz und den russischen Schriftsteller und Dichter Daniil Charms. Doch je länger die Lichtprojektion sich entfaltet, umso gegenwärtiger – und technoider – werden die Referenzen und Bilder. Gleiches gilt auch für den eigens für die Projektion geschaffenen Soundtrack. Er überführt das gemeinsame musikalische Erbe in einen urbanen futuristischen Sound.
 
Ausschnitt © Lillevan, Sila Sveta, Vadim Epstein
Das Projekt wurde 2020/2021 während der Isolationszeit in künstlerischer Teamarbeit auf Distanz geschaffen. Auch Puschkin und Goethe erlebten eine ähnliche Situation – sie trafen sich daher nie persönlich, obwohl sie sich wiederholt zitierten. Die Lichtprojektion selbst wiederum ermöglicht den Passant*innen und Betrachter*innen eine – der aktuellen Situation angemessene - distanzierte Rezeption des Kunstwerks. Dieses strahlt zugleich in den öffentlichen Raum und die städtische Umgebung aus und lädt die Zuschauer*innen ein, ÜBER neue Kommunikations- und Dialogmittel in einer gemeinsamen Zukunft zu reflektieren.

Der Zugang zur Veranstaltung erfolgte nach vorheriger Anmeldung und Vorlage eines QR-Codes, das Tragen einer Maske war erforderlich.

Künstlergespräch im Zentrum für Dokumentarfilm
Subowski-Boulevard 2/7
11.11.2021, 17:30 Uhr 

Premeire der Lichtprojektion 
Goethe-Institut, Garten, ab 20 Uhr

Sie konnnten sich das Künstlergespräch und die Lichtprojektion „Für diejenigen, die fließend denken, ist die Gegenwart voller Zukunft“ auch online ansehen. Die Live-Übertragung begann am 11. November um 17:30 Uhr auf der Plattform des virtuellen Festivals „Deutschland Express“.