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What stays - archiving care© transmediale

What Stays – Archiving Care

Die JUNGE AKADEMIE der Akademie der Künste, das transmediale festival for arts and digital culture und das Goethe-Institut Slowakei vergeben drei digitale Residenzen an internationale Künstler*innen für die Teilnahme an dem digitalen Stipendienprogramm „What Stays – Archiving Care“. Der Auswahl ging eine internationale Ausschreibung voraus, die sich an Künstler*innen richtete, die an der Schnittstelle von digitalen Technologien, alternativen Geschichtsnarrativen und experimentellen, archivarischen Praktiken arbeiten. Die ausgewählten Künstler*innen sind Aditya Surya Taruna aka Kasimyn, Romi Ron Morrison sowie Francois Knoetze und Amy Louise Wilson (Lo-Def Film Factory) in Zusammenarbeit mit Joe-Yves Salankang Sa-Ngol.

Die digitalen Residenzen finden von Juli bis Oktober 2021 statt und sind mit je 3.000 Euro dotiert. In diesem Zeitraum entwickeln die Künstler*innen neue Arbeiten, die online gezeigt werden. Die ausgewählten Künstler*innen stellen sich und ihre Arbeit erstmals am 13. Juli 2021 im Gespräch mit Maya Indira Ganesh, Clara Herrmann, Nora O Murchú, Sinthujan Varatharajah u.a. vor. Die hybride Diskussionsveranstaltung findet in der Akademie der Künste, Pariser Platz, statt.

Ausgewählte Künstler*innen und ihre Projekte


Aditya Surya Taruna alias Kasimyn (Indonesien)
JOGET-X – A Speculative Archive in Alternate Histories of Indonesian Dance Music

Gamelan ist die traditionelle Ensemblemusik der javanischen, sundanesischen und balinesischen Völker Indonesiens; die Orchester bestehen im Wesentlichen aus perkussiven Instrumenten. In JOGET-X erforscht Aditya Surya Taruna die Vielfalt der Gamelan-Musik, um ein spekulatives Archiv der indonesischen Tanzmusik aufzubauen. Aditya Surya Taruna ist Produzent elektronischer Musik, Klangkünstler und DJ; er lebt auf Bali.

Romi Ron Morrison (USA)
Noticing the Preconditions for ___________.

Romi Ron Morrisonist eine schwarze queere nicht-binäre Künstler*in und Forscher*in. Noticing The Preconditions For ___________. ist ein Experiment im dauerhaften Austausch zwischen Romi Ron Morrison und der nigerianisch-amerikanischen Künstlerin Mimi Onuoha. In diesem Projekt nimmt das Wahrnehmen eine archivische Form an, indem Momente der Fürsorge aus dem alltäglichen Leben der beiden Künstler*innen katalogisiert werden.

Francois Knoetze und Amy Louise Wilson (Lo-Def Film Factory) in Zusammenarbeit mit Joe-Yves Salankang Sa-Ngol (Südafrika)
The Subterranean Imprint Archive 


Ausgehend von der Geschichte der Shinkolobwe Mine in der demokratischen Republik Kongo untersucht das fortlaufende Forschungsprojekt The Subterranean Imprint Archive das Vermächtnis von Technologien, die zum Abbau von Bodenschätzen in Zentral- und Südafrika eingesetzt wurden. Der Bildhauer, Video- und Performance-Künstler Francois Knoetze und die Autorin und Performerin Amy Louise Wilson gründeten die Lo-Def Film Factory. Ihre Arbeit verbindet Archivrecherche, Dramaturgie und visuelle Strategien mit Videokunst, Collage, skulpturaler Installation und Virtual Reality.

Vortrag und Diskussion am 26.11.2021

OPEN CALL: WHAT STAYS – ARCHIVING CARE

Das Projekt beginnt mit einem Open Call für drei digitale Residencies für internationale Künstler*innen aller Disziplinen. Jede der dreimonatigen Residency ist mit 3.000 Euro dotiert.
 

Historische Aufzeichnungen infrage zu stellen, Erzählungen zurückzufordern oder Differenzen in öffentliche Darstellungen einzuschreiben, erfordert Eigensinn, Vorstellungskraft sowie das Zusammenwirken von gegenläufiger Erfahrung und Wissen. Seinem Wesen nach ist das Archiv meist unvollständig und fragil. Es ist zu einem Raum geworden, in dem Darstellungen von Geschichte(n) angefochten und durch Akte des Widerstands und der Verweigerung neu gedacht werden. Im offensiven Umgang mit Leerstellen, Auslassungen und der Wirkmacht von Metadaten, untersucht What Stays – Archiving Care, wie Gegenarchive durch Gesten der Fürsorge geschaffen werden und dabei alternative Geschichtsnarrative hervorbringen.
 
Als Antwort auf sich verändernde politische Realitäten erkundet What Stays – Archiving Care, wie Objekte, Landschaften, artifizielle Umgebungen und Körper neu organisiert werden können:
 
-        Wie können Gegenarchive anders verkörpert und neu gestaltet werden durch mündliche Traditionen, archivarische Werkzeuge und experimentelle digitale Praktiken?
-        Welche Werkzeuge und Technologien wie Gaming Plattformen oder künstliche Intelligenz berücksichtigen mehr-als-menschliche oder bisher nicht als wertvoll erachtete Erinnerungen?
-        Welche Rolle spielen Fürsorge und Vorstellungskraft in Räumen des Widerstands gegen offizielle Aufzeichnungen und dominante Narrative?
-        Wie können künstlerische Praktiken Stille oder Leerstellen aktivieren und sich der Wirkmacht von Metadaten und Indizierung verweigern?
-        Wie können DIY-Archive auf Intimität, Instabilität und dem Scheitern aufbauen und dabei neue Verantwortlichkeiten und Zuschreibungen sichtbarmachen?
-        Auf welchen Werten beruhen Gegenarchive und wie transformieren oder generieren sie neue politische Realitäten?
-        Welche Formen von Archivierungspraktiken können beschreiben, wie sich Landschaften durch den Klimawandel verändern?
-        Wie können Gegenarchive als Lebensräume des Rückgängigmachens, der Umdeutungund und der Wiedergutmachung erschlossen werden?
-        Welche Rolle spielen Archivierungspraktiken bei der Konstruktion imaginärer Territorien und von Identitäten?
 
What Stays – Archiving Care präsentiert künstlerische, spekulative und nicht-kooperative Praktiken, die das Potenzial bergen, die Wahrnehmung von Vergangenheit und Zukunft zu verändern. Über das Jahr veranstalten und veröffentlichen die Projektpartner*innen verschiedene Events, Workshops, Diskussionen, Performances und Online-Artikel, die die Themen und Ergebnisse des Projekts erforschen und dokumentieren.
 
Bewerbungen
Bewerbungen für What Stays – Archiving Care können vom 6. April bis 4. Mai 2021 (Mitternacht CET) eingereicht werden. Der Call ist adressiert an Künstler*innen, die mit digitalen Technologien, Gegengeschichte(n) und experimentellen archivarischen Formaten arbeiten. Jede der dreimonatigen Residencies ist mit 3.000 Euro dotiert und wird remote von Juni bis September 2021 stattfinden. Die abgeschlossenen Arbeiten werden online präsentiert und die Residents werden eingeladen an Veranstaltungen teilzunehmen.
 
Format
Projekte können in allen Web-basierten Formaten eingereicht und realisiert werden inklusive Text, 3D Objekte, Sound, Performances, API’s und Games uvm. Besonderes Augenmerk gilt Ideen und Projekten, die auf den Prinzipien von Open Source, Zugänglichkeit und Partizipation beruhen.

Jury
Die Künstler*innen für die drei digitalen Residenzen werden von einer gemeinsamen Jury ausgewählt:
Oulimata Gueye (Kuratorin und Kunstkritikerin)
Clara Herrmann (Leiterin der JUNGEN AKADEMIE, Akademie der Künste, Berlin)
Markus Huber (Direktor, Goethe-Institut Slowakei)
Nora O Murchú (Künstlerische Leiterin, transmediale Festival)
Helen Pritchard (Professorin für Queer Feminist Technoscience und Digital Design, University of Plymouth)
 
Bewerbungen
Bewerbungen werden online eingereicht an transmediale und sollten Folgendes enthalten:
Eine Projektskizze/-text (500 - 750 Wörter)
Projektbild oder -video
Vorgeschlagene Methodik
Kurzbiografie
Kontaktinformationen
Ein Portfolio (PDF) früherer Arbeiten

Für weitere Informationen und Fragen wenden Sie sich bitte an: linda.fintorova@goethe.de 


Partner

Akademie der Künste © AkD transmediale ©transmediale

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