German and Beyond

German and Beyond

Aktuelle Diskurse im Deutschunterricht —
Online-Seminare für Deutschlehrkräfte

Der Blick über den Tellerrand des Deutschunterrichts ist für die meisten Deutschlehrkräfte eine Selbstverständlichkeit. Anno 2020 ist Fremdsprachenunterricht mehr als die Vermittlung sprachlichen Wissens und kommunikativer Kompetenzen. Der Fremdsprachenunterricht eignet sich wie nur wenige andere Fächer dafür, aktuelle und spannende Inhalte zu integrieren und mit dem Spracherwerb zu verknüpfen. Gerade diese Verknüpfung stellt uns allerdings regelmäßig vor Herausforderungen: Denn wie vermitteln wir Inhalte, in denen uns selbst das Expert*innenwissen fehlt? Und wir integrieren wir komplexe Sachverhalte und Debatten in den Sprachunterricht für die niedrigeren Niveaus?
 
Das Goethe-Institut Boston lädt Deutschlehrkräfte aus den USA in diesem Herbst zur Teilnahme an unserer virtuellen Seminarreihe ''German and Beyond: Aktuelle Diskurse im Deutschunterricht'' ein. Gemeinsam mit Expert*innen präsentieren wir in 90-minütigen virtuellen Seminaren Einblicke in die großen Diskurse und Themen unserer Zeit und suchen gemeinsam nach sinnvollen Verknüpfungen dieser Themen mit dem Deutschunterricht an High Schools. 
 
Programm:

21.10.2020, 19:00 Uhr EDT
Dekolonisierung des Lehrplans (Prof. David Gramling, University of Arizona)


David Gramling © David Gramling David Gramling ist Mitglied des Steering Committee im Diversity, Decolonization, and the German Curriculum Collective (DDGC, @DDGCTweets). Er ist Author und Co-Author verschiedener Bücher, u.a. The Invention of Monolingualism (Bloomsbury 2016), Linguistic Disobedience (Palgrave 2019) und Germany in Transit: Nation & Migration 1955–2005 (University of California Press). Er unterrichtet an der University of Arizona, auf dem Land der Tohono O’odham Nation.
 
Sein Vortrag fokussiert auf drei Themen: a) die unterschiedlichen Ursprünge des Diskurses der Dekolonisierung, b) die aktuelle Arbeit im Bereich der Dekolonisierung im deutschsprachigen Raum und die historischen Einflüsse, die dabei eine Rolle spielen, und c) die Implikationen von Dekolonisierung für das Lehren und Lernen von Deutsch und anderen Fremdsprachen.

3.11.2020, 19:00 Uhr EST
Anti-Rassismus (Prof. Priscilla Layne, University of North Carolina at Chapel Hill)


Priscilla Layne © Priscilla Layne Priscilla Layne ist Lehrbeauftrage für Deutsch und African, African American and Diaspora Studies an der University of North Carolina in Chapel Hill. Sie machte ihren  PhD an der University of California in Berkeley. Ihre Forschung und Lehre fokussieren auf postcolonial studies, gender studies und critical race theory und auf Themen wie der Repräsentation von “Blackness” in Literatur und Film, Rebellion und dem Konzept des “Anderen” in Science Fiction und Fantasy.

Der Begriff “Rasse” war in Deutschland lange Zeit tabu wegen der Verbindung dieses Begriffs mit den Gräueltaten des Nazi-Regimes. Viele Deutsche sind der Meinung, dass eine Abwendung vom Begriff der biologischen Kategorie der Rasse genug sei, um das Problem des Rassimus in der Gesellschaft zu beseitigen. Dies ist aber nicht eingetreten, zum Teil deswegen, da viele Deutsche nationale Identität schon seit langer Zeit mit “Whiteness” assoziieren; eine Annahme, die sich in der Sprache und in Verhaltensweisen wiederspiegelt, die kontinuierlich Schwarze und Menschen anderer Hautfarben ausschlieβen. Die afro-amerikanische Aktivistin Angela Davis sagte einmal: “In einer rassistischen Gesellschaft ist es nicht genug, nicht rassistisch zu sein, wir müssen anti-rassistisch sein.” In diesem Vortrag werde ich zeigen, wie eine anti-rassistische Pädagogik im Deutschunterricht aussehen kann.

17.11.2020, 19:00 Uhr EST 
Intercultural Competence (Prof. Manuela Wagner, UCONN)

Manuela Wagner © Manuela Wagner
Manuela Wagner ist Expertin für die Integration von Interkultureller Kompetenz und Intercultural Citizenship im Fremdsprachenunterricht. Ihr besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Theorie und Praxis. Sie war Mitredakteurin von Teaching Intercultural Competence Across the Age Range: From Theory to Practice (2018) und von Education for Intercultural Citizenship: Principles in Practice (2017). Das Buch Teaching Intercultural Citizenship Across the Curriculum: The Role of Language Education, das sie mitverfasst hat, erschien 2019 bei ACTFL.

Nach einer Einführung in das Konzept der intercultural citizenship (Byram, 2008) werde ich die folgenden Fragen behandeln: 1) Warum sollten wir intercultural citizenship innerhalb und auβerhalb des Fremdsprachenunterrichts lehren? 2) Welche Verbindungen existieren zwischen intercultural citizenship, anti-rassistischer Erziehung und der Dekolonisierung des Lehrplans im Deutschunterricht? 3) Welche Beispiele für die Einbettung von intercultural citizenship education in den Fremdsprachenunterricht gibt es? 4) Welchen Herausforderungen und welcher Kritik begegnet das Konzept der intercultural citizenship education im Fremdsprachenunterricht und wie gehen wir damit um?

3.12.2020, 19:00 Uhr EST
Media Literacy (Prof. Anke Finger, UCONN)


Anke Finger © Anke Finger Anke Finger ist Professorin für German Studies, Media Studies and Comparative Literary and Cultural Studies an der University of Connecticut. Sie ist unter anderem Direktorin für Verbindungsarbeit mit High Schols für German Studies und Ko-Direktorin des dualen Studienprogramms EUROBIZ. Ihre Forschung fokussiert auf der deutschen Moderne, Medienwissenschaften und Interkultureller Kommunikation und sie entwickelt einen Kurs zum Thema “Medienkompetenz und Datenethik” für das allgemeinbildende Grundprogramm an UConn.
 
Dieser Vortrag über Medienkompetenz im Deutschunterricht konzentriert sich auf drei Fragen: Was für Medien? Welche Daten? Wessen Ethik? Wir werden diese Fragen vor dem Hintergrund der deutschen Kuktur- und Medienlandschaft untersuchen und prüfen, welche Kenntnisse Schüler*innen brauchen, um aktuelle deutschsprachige Medien und Datenbestände nutzen zu können. Dabei müssen wir realisieren, dass alle Medien heutzutage direkt mit Kompetenzen wie Lesen, Schreiben oder der Verwendung von Social Media verbunden sind. Medienkompentenz wird somit innerhalb und auβerhalb des Klassenzimmers ein essentielles Instrument, das uns zum Leben und Funktionieren in einer multimodalen und multilingualen Welt befähigt.

Teilnahmezertifikat
Für Lehrkräfte, die an mindestens drei der Veranstaltungen teilnehmen, stellen wir gerne Teilnahmezertifikate zum Nachweis Ihrer professionellen Entwicklung aus.
 
Anmeldung:

Die Teilnahme ist kostenlos. Zur Anmeldung schicken Sie bitte eine Email an Kerstin Hämmerling vom Goethe-Institut Boston: 
kerstin.haemmerling@goethe.de.