100 Jahre Hörspiel

Februar: Metropolis (2001)

2024 feiert das Hörspiel in Deutschland sein 100. Jubiläum. Anlass für uns, ein herausragendes Beispiel aus der deutschen Hörspielgeschichte als „Hörspiel des Monats“ in deutscher Sprache vorzustellen.
Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Während in der lichtlosen Unterstadt die Arbeiter wie Sklaven hausen, lebt die Gesellschaft der Oberstadt in einer Welt des Luxus. Herr über Menschen und Maschinen ist Fredersen, das "Hirn von Metropolis". Seine Gegenspielerin ist Maria, "die Heilige der Unterdrückten". Freder, der blonde Sohn des Herrschers, verliebt sich in sie und folgt ihr in die Katakomben. Sein Vater bittet den Magier Rotwang, eine "falsche Maria" zu erschaffen, einen künstlichen Menschen, der Maria aufs Haar gleicht. Die Doppelgängerin wiegelt die Massen auf. Mit der Zerstörung der Maschinen droht der Untergang. Thea von Harbous 1925 veröffentlichter Roman "Metropolis" ist ein früher Klassiker der Science-Fiction. Der Roman und das Drehbuch zur legendären Verfilmung von Fritz Lang bilden die Grundlage für die Radiobearbeitung. | Von Thea von Harbou/Fritz Lang | Regie: Bernhard Jugel | BR 2001, 70 min.

März: Krieg der Welten (1938)

2024 feiert das Hörspiel in Deutschland sein 100. Jubiläum. Anlass für uns, ein herausragendes Beispiel aus der deutschen Hörspielgeschichte als „Hörspiel des Monats“ in deutscher Sprache vorzustellen.
Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Eines der spektakulärsten Ereignisse der Radio-Geschichte löste der Regisseur Orson Welles am Vorabend zu Halloween 1938 mit seiner Live-Sendung "The War of the Worlds" aus: Zahlreiche amerikanischer Zuhörer glaubten an eine Invasion der Marsmenschen aus dem Weltall. Neufassung des englischsprachigen Hörspielklassikers mit deutscher Kommentierung. | Von Orson Welles | Neufassung: Jochen Rack | Mit Walter Kreye, Ursula Illert | Regie: Orson Welles | CBS Radio 1938/RB 1998. Auf Englisch und Deutsch. 76 min.

April: Adolf Eichmann: Ein Hörprozess (2021)

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Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Dieses Bild ging um die Welt: Adolf Eichmann, Hauptorganisator der Ermordung der europäischen Juden in der NS-Zeit, sitzt 1961 als Angeklagter vor dem Jerusalemer Bezirksgericht in einer gläsernen Kabine aus schusssicherem Glas. Zeugen aus allen europäischen Ländern berichten vom Alltag der Verfolgung und Vernichtung. Zum ersten Mal in der Aufarbeitung der NS-Verbrechen wurde der komplette Prozess live im Radio übertragen. Dokumentarisches Hörspiel über eine Berichterstattung, die sich ins kollektive Gedächtnis der Israelis brannte. | Von Noam Brusilovsky/Ofer Waldman | Regie: Noam Brusilovsky | rbb/DLF 2021, 60 min.

May: Apparat Herz - Sondersendung zu Passierscheinfragen (2001)

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Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Nach dem Mauerbau der DDR wurde 1963 eine Passierschein-Regelung über Weihnachten und Neujahr ausgehandelt, um Westberlinern den Besuch ihrer Verwandten in Ostberlin zu ermöglichen. Der Rundfunk im amerikanischen Sektor RIAS richtet eine telefonische Beratungsstelle ein. Die Originalton-Collage der damaligen Call-In-Sendungen vermittelt ein präzises Stimmungsbild der historischen Situation. | Von Helgard Haug, Daniel Wetzel | DLF 2001. 59 min.

Juni: Apollo Amerika (1969)

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Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Während der ersten Mondlandung von Neil Armstrong und Edwin Aldrin mit Apollo 11 befand sich der Hörspielautor Ferdinand Kriwet mit einem Tonbandgerät in Amerika und dokumentierte die Berichterstattung im Radio und Fernsehen als Hörcollage. | Von Ferdinand Kriwet | SWF/BR/WDR 1969. 30 min. Auf Englisch.

Juli: Locomotion (1986)

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Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Lautsprecherdurchsagen, ein Pfiff, der Zug setzt sich wieder in Bewegung. Ortswechsel, Ortsveränderung. Eine akustische Reise durch vier Länder, vier Sprachen. Von Berlin über Paris, Barcelona, Madrid, Granada, Tanger, Casablanca bis nach Marrakesch. Ein akustischer Film. | Von Alfred Behrens/Norbert Jochum | hr/BR/SFB 1987. Keine Sprache. 63 min.

August Regina B. - Ein Tag in ihrem Leben (1967)

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Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

Regina Bayer, Arbeiterin und Mutter zweier Kinder, wird von ihrem Freund verlassen. Sie fasst den schwerwiegenden Entschluss, sich über ein vom Betrieb beworbenes Abendstudium zur Ingenieurin weiterzubilden. Von Kollegen und Vorgesetzten wird sie gemobbt und zurückgewiesen: Wie soll das gehen, ein Abendstudium als alleinerziehende Mutter? | Von Sigfried Pfaff | Regie: Fritz-Ernst Fechner | Rundfunk der DDR 1967. 82 min.

September: Anne Frank – Spur eines Kindes (1958)

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Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.

"Das Tagebuch der Anne Frank", die wahre Geschichte eines jüdischen Mädchens, das sich mit ihrer Familie vor den Nazis in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckte, ist weltberühmt. Sie wurde von ihrem Vater Otto Frank herausgegeben, der als einziger seiner Familie die Vernichtungslager der Nationalsozialisten überlebte, Anne Frank kam mit 15 Jahren kurz vor Kriegsende im KZ Bergen-Belsen zu Tode. Die Veröffentlichung des Tagebuchs in Deutschland war von Zweifeln an seiner Echtheit begleitet. Der Autor und Radio-Pionier Ernst Schnabel ging den Spuren Anne Franks nach. Seine Recherchen belegen die Authentizität der Aufzeichnungen. Die Gespräche, die er mit 42 Zeitzeugen führte, verarbeitete er zu einem dokumentarischen Hörspiel, das in vielen Ländern ausgestrahlt wurde. Sein Fazit: "Die öffentliche Teilnahme am Tagebuch dieses Kindes war nicht nur bewegend, sondern auf gewisse Weise auch erschreckend. Das Schicksal von sechs Millionen hatte die deutsche Öffentlichkeit bis dahin viel weniger deutlich betroffen als der Tod dieses einen Mädchens, und es gab Stimmen, kritische, die sagten: es leide sich eben viel leichter mit einem schönen Kinde, als mit einer unabsehbaren Armee von Verelendeten." | Von Ernst Schnabel | Regie: Fritz Schröder-Jahn | NWDR 1958. 92 min.
 

Oktober: Rocky Dutschke ´68 (1997)

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Aufstand gegen die ewig Gerechten und politisch Korrekten der 68er-Generation. Rudi Dutschke geht in diesem Hörspiel noch einmal auf die große Reise nach West-Berlin, er stürmt die Kaufhäuser und verfängt sich in den ideologischen Schlingen des Kapitalismus. Währenddessen lassen es sich zwölf Redakteure im Studio gutgehen, Wolf Biermann steppt und Heiner Müller offenbart im Interview Details über Lustgewinn. In einer furiosen Collage zertrümmert Christoph Schlingensief Bilder und Formeln einer überständigen Epoche. Hörspiel nach der Fassung für die Volksbühne Berlin. | Von Christoph Schlingensief | Regie: Christoph Schlingensief | WDR 1997. 56. min.
 

November: Das Verhör des Lukullus (1949)

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Der römische Feldherr Lukullus, dessen Eroberungszüge unzählige Menschenleben forderten, muss sich nach seinem Tod vor dem Gericht der Unterwelt verantworten. Seine Taten rechtfertigt er damit, dass er zum Wohle Roms gehandelt habe und verweist auf seinen Nachruhm als Gourmet. Brecht schrieb das Hörspiel als Kritik an Hitler kurz nach Kriegsbeginn 1939 im schwedischen Exil, die Ursendung erfolgte ein Jahr später in der Schweiz. Die deutsche Erstsendung verantwortete nach dem Krieg der Bayerische Rundfunk. Brecht arbeitete das Werk in der DDR gemeinsam mit dem Komponisten Paul Dessau 1951 zu einer Oper um. | Von Bertolt Brecht | Bearbeitung und Regie: Harald Braun | BR 1949. 56 min.
 

Dezember: Drei Rosen aus Papier (1962)

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Janne ist achtzehn Jahre alt und Praktikantin in einem großen Werk in der DDR. Arno, zweiunddreißig, ist dort Ingenieur und Abteilungsleiter. Als er Janne übers Wochenende in sein Haus am See einlädt, entsteht aus einem banalen Flirt bald ein Gespräch, das wesentlich tiefer geht: Was ist Wahrheit, worin besteht die Wahrheit in der Liebe, hat jedes Jahr eine neue Wahrheit, wo beginnt die Lüge? Die gemeinsamen Gedanken führen zum gemeinsamen Handeln - das Paar beginnt, eine Ehe zu spielen. | Von Manfred Bihler | Mit Waltraud Kramm, Otto Mellies | Regie Werner Grunow | Rundfunk der DDR 1962. 62. Min.