Diversität in der neuen musik
Boston

Ensemble Recherche Foto: Marc Doradzillo

RADIOSENDUNG: BR-KLASSIK
A postcolonial recherche
Vorgestellt von Uta Sailer

Hören Sie die Sendung des Bayerischen Rundfunks über das Projekt "A Postcolonial Recherche", eine Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut und dem Ensemble Recherche (Freiburg).

Im Rahmen von „Dialog der Kulturen“ widmet sich der „Basar“ einem weiteren aktuellen Projekt des Goethe-Instituts. Einer „postkolonialen Recherche“ und Begegnung des Freiburger Ensemble Recherche mit zehn Komponistinnen und Klangkünstlern aus sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern. Im Zentrum stand die Überlegung: Wie zeitgenössisch ist Musik im 21. Jahrhundert, wenn sie sich weiterhin so eurozentrisch gibt? Herausgekommen sind bei diesem Austausch neben wichtigen Denkanstößen zum Thema Diversität in der zeitgenössischen Musik spannende Uraufführungen. Das Goethe-Institut Boston organisierte in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Recherche im Oktober 2022 ein zweitägiges Symposium zum Thema Vielfalt und Gleichberechtigung in der klassischen Musik, bei dem Komponisten, Musiker und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammenkamen, um verschiedene Themen zu diskutieren und über neue Wege nachzudenken.
 

ein zweitägiges Symposium

Das Goethe-Institut Boston präsentierte in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Recherche (Freiburg) und Castle of our Skins (Boston) ein zweitägiges Symposium am 10. und 11. Oktober 2022, das lokale und internationale Kreative zusammenbringt, die aktiv an der Diversifizierung des Repertoires für Neue Musik in Boston, Deutschland und darüber hinaus arbeiten. Durch eine Mischung aus virtuellen und persönlichen Diskussionsrunden, Brainstorming-Sitzungen und Aufführungen erhoffte das Symposium zu kulturübergreifenden Aktionen und zur Bildung von Koalitionen rund um das Thema Vielfalt in der neuen klassischen Musik anregen.
Weitere Informationen zum Symposium

KULTURELLE INKLUSIVITÄT IN DER NEUEN MUSIK

mit Perspektiven aus dem globalen Süden, den USA und Europa

Podiumsteilnehmer
Bongani Ndondana-Breen, Komponist und Dozent (Südafrika)
Jon Silpayamanant, Musiker, Komponist, Dozent, Forscher (USA/Thailand)
Harald Kisiedu, Musiker, Musikwissenscahftler, Lehrbeauftragter, Forscher (Deutschland/USA)


 

DIVERSIFYING NEW MUSIC REPERTOIRE

Ein Gespräch mit Ensemble Recherche (Freiburg), Castle of our Skins (Boston) und ICE (NY)

Referent*innen:
George E. Lewis
Ashleigh Gordon
Bongani Ndodana-Breen
Clemens K. Thomas


 

Think Tank

Musikerinnen und Musiker aus Boston wurden eingeladen, an einer persönlichen Brainstorming-Diskussion mit den Musikern des Freiburger Ensemble Recherche teilzunehmen, bei der es darum ging, wie man die lokale und internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf die fortschreitende Diversifizierung der Neuen Musik ausbauen kann. Die dreistündige Diskussion fand im Goethe-Institut Boston in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Recherche (Freiburg) und Castle of our Skins (Boston) statt und wurde von Aliana de la Guardia, der künstlerischen Leiterin und Mitbegründerin der Guerilla Opera, moderiert. Ziel war es, interkulturelles Bewusstsein und Handeln anzuregen und eine Koalition für mehr Vielfalt in der neuen klassischen Musik zu bilden. 

Nach einer kurzen Einführung und einem ersten Kennenlernen teilte sich die Gruppe in kleinere Gruppen von 2 bis 4 Personen auf, um eine Wissensbasis zu schaffen. Die Gruppen ermittelten Beispiele für Initiativen, die sie auf lokaler und dann auf internationaler Ebene entwickelt oder gesehen haben. Anschließend diskutierten sie darüber, was sie gerne sehen würden, wenn es keine Beschränkungen für das, was möglich ist, gäbe, und zwar sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene. Der Think Tank endete mit einer Diskussion über die Gemeinsamkeiten und Themen, die von den Moderatoren des Think Tanks identifiziert wurden, und mit einer Einigung darüber, was in Zukunft getan werden kann. Zum Abschluss schrieb jeder Teilnehmer ein persönliches Bekenntnis auf, das er nach 6 Wochen per Post als Erinnerung erhält.  

Das Treffen wurde als ein Anfang verstanden: eine Chance, sich mit gleichgesinnten Kuratoren sowohl jenseits des Atlantiks als auch innerhalb der Bostoner Klassik-Gemeinschaft zu vernetzen und auszutauschen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es notwendig ist, ein internationales Netzwerk von Kuratoren aufzubauen, die sich aktiv für Vielfalt und Inklusion im Kanon der Neuen Musik einsetzen. Idealerweise wäre dies eine Plattform für den Austausch, die Diskussion und die Entwicklung einschlägiger Themen und neuer Ideen für Projekte mit internationaler Zusammenarbeit. Für die Zukunft plant das Goethe-Institut, Folgetreffen mit den Teilnehmern des Think Tank zu organisieren. Darüber hinaus wird es die internationale Zusammenarbeit unterstützen, indem es den Bildungsaustausch über kulturelle Grenzen hinweg initiiert und hilft, Finanzierungsmöglichkeiten für potenzielle Projekte zu identifizieren. 

Das Symposium hat bereits zu einigen konkreten Projekten geführt, die in Vorbereitung sind. Ein Projektvorschlag, an dem Künstler aus Deutschland, den USA und Südafrika beteiligt sind, wurde für den Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe-Instituts eingereicht und wird derzeit in der zweiten Runde geprüft. Runde geprüft. Der Bayerische Rundfunk arbeitet an einem Bericht über das Projekt "A Postcolonial Recherche" des Ensemble Recherche, der die Perspektiven der Teilnehmer des Symposiums/Think Tank einbeziehen wird. Und es gibt Interesse von Fachzeitschriften, einen Bericht über das Symposium in eine der nächsten Publikationen aufzunehmen. Stay tuned! 

Virtueller Showcase

Eine Ausstellung von Videos mit Ensembles aus Boston, die eine Diversifizierung entlang ethnischer und/oder kultureller Linien im Kanon der neuen Musik zeigen.
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