Wettbewerbe und Veranstaltungen

Tunis Foto Workshop © Foto: Goethe-Institut/Bernhard Ludewig

Schüler und Schülerinnen zu aktivieren ist eine der wichtigsten - und manchmal schwierigsten - Aufgaben jeder Lehrerin bzw. jedes Lehrers. Das Goethe-Institut Taschkent hat deshalb eine Reihe von Angeboten zu Kulturveranstaltungen und Wettbewerben zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihre Schüler und Schülerinnen zu motivieren, so dass Deutsch lernen mehr Spaß und Freude macht.

Ich lege mich hin
Und werde neunzehn Jahre lang schlafen
Soviel Schlaf ist verlangt,
um wieder zu erwachen
Ich vergesse die Dunkelheit
Und das Licht
Die Stimmen, Geschmack und Gefühle
Und dann wiederhol ich noch zweimal das Gleiche
Zur Erlangung der vollen Reinheit.
Früher glaubte ich an den Tod nach dem Tod
Jetzt gilt mein Glaube der Wiedergeburt
Das ist kein Schritt, geschweige denn zwei
Alles musst du von Anfang beginnen.
 
 
 
***
Wir kämpfen gegen Windmühlen.
Die Stadt wird mit gleichaussehenden Gebäuden gefüllt.
Sie wird gehäutet und umhautet
Es wird Transformation genannt.
Und wir sind ahnungslos,
welches Wort diese Vernichtung fasst. 
Egal, was man aussucht, trifft nicht zu.
Eine Stadt mit offener Seele und Großzügigkeit
Ist von nun an mir so fremd.
Was mache ich hier?
Ich finde keine Antwort.
Und wohin soll es gehen, weiß ich auch nicht.
Wie im Delirium: wird die Stadt
Von Windmühlen überfallen.
 
 
***
 
 
Ich war in Sanjar verliebt
Aber ich habe es verschwiegen
Wichtig war es für mich
Es war in mir, die Liebe
Und fand nährhaften Boden
Wichtig war es, dass in den stürmischen Ozeanen
und tosenden Strömen
In Windböen
ich in ihm nicht einen Dichter, nicht einen Menschen sah.
Wichtig war es, als ich das Gedicht berührte,
auf den Zehenspitzen stehend
Der Abgrund schloss sich unter mir
Und wurde fest
 
 
Sie
Jedes Mal gehe ich morgens von zu Hause aus. Sauber und fröhlich. Jedes Mal gehe ich Richtung U-Bahn, und die Sonne scheint auf mich. Wenn die Vögel nur zu mir singen und die Passanten lächeln, treffe ich sie. 
 
Sie hat einen schweren Gang, schmutzige Kleider und rotes Gesicht. Sie riecht schlecht und sieht aus wie eine alte Frau. Doch die Augen behaupten das Gegenteil. Ihr leiser, leerer, verschwommener Blick. Sie ist jünger als ich.
 
Sie sieht mich an, schaut nach mir. Manchmal denke ich, dass sie mich anstarrt. Sie schaut dorthin, vorwärts, von wo aus ich auftreten kann.
 Eine Wolke schwebt über ihr. Eine riesige, schwarze Wolke, in der es von Blitzen wimmelt wie von Würmern, und es begießt einen voll mit Regen, wenn man sie versehentlich mit dem Blick berührt.
 
Warum starrst du mich an?  Warum wartest du auf mich? Woher weißt du das?
 
Es gibt nichts Gemeinsames zwischen uns. Kein einziger Gedanke, kein einziger Merkmal. Außer... du könntest ich sein, und ich du.
 
Wann immer du das tust, will ich zu dir kommen, deine Hand in meine nehmen, mit dir zum Arzt gehen, zur Dusche, zum Priester, ins Krankenhaus für Drogensüchtige. Und zu glauben, dass es möglich ist. Vielleicht eine andere Person aus dir machen, ohne mit dir die Plätze tauschen zu müssen. Vielleicht dich näher ans Licht zu bringen.
 
Aber ich schaue immer weg, ich gehe vorbei, murmelnd: Schau mich nicht an! Schau nicht!
 
Ich habe immer Angst, dass ich dorthin gelange, an deine Stelle
 
 
 
Eine Ode an Taschkent
 
Eine Stadt
Über zweitausend Jahre alt
Deine Steine riechen nach Zeiten,
Als noch alles möglich war.
 
Taschkent, einst warst du grün
Jetzt sehe ich dich glühn
Deine alten Platane
In Asche verwehen
 
Dein Herz schlägt nicht mehr
Auf deinem Grab
Baut man Cities
Mit Bars und Pubs
 
Ich lungere herum
In Neonlichtstraßen
Einst enge, schattige Gassen
verblassen
 
Am nachtblauen Himmel
An den man Träume schrieb
Finde ich keine Antwort
Hast du mich noch lieb?
 
Man sieht kaum über dich
Die Sterne golden
Dafür lässt man dich
Mit Neon besolden
 
Eine leere Stadt,
mit überfüllten Wohnungen
dunklen Seiten
und stillen Strömungen
 
Das Leben hier ist geplant für dich
Von der Wiege bis Bahr
Alles andre
Ist einfach nicht wahr
 
Steinstadt, ohne Gefühle
Ich nenn dich
trotzdem mein Leben
denn hier bin gestrandet eben
 
Du wiegst mich in den Schlaf
Mit deiner tröstlichen Lüge
Schwer sinkt das Herz in den Abgrund
Weil ich es mit Glück betrüge
 
 
Die Nacht
 
Ich wundere mich
Ob die Nacht mich verändert
Ob die Dunkelheit
In meine Seele wandert
Mit dreckigen Schuhen
Auf dem Boden meines Herzens stampft
Es gelüstet nach einem Kampf
mit den Wölfen
Bis es ausblutet
Die Nacht kriecht mir
Unter die Haut
Bin nicht mehr still
Meine Stimme traut
Die Sprachgitter zu brechen
Es gibt keine Lichter
außer brennende Herzen
 
 Heimkehr
 
Die vergilbten Blätter knirschen unter schweren Schritten,
Die Alleen, die niemals vergessen waren,
Ob sie sich an mich erinnern?
Die Krähen haben die Farbe meiner Augen,
voller Sehnsucht.
Sie gleiten über den türkisblauen Kuppeln,
über das Grab meiner Kindheit,
wie in meinem Traum.
In dem ich meine zersplitterte Seele,
heilen kann.
 
 
Die alte Tür küßt meine Knöchel zur Begrüßung,
und läßt mich in die Vergangenheit rein,
die nach Nelken riecht.