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17:00–18:20 Uhr

Von einer Grenze zur anderen

Gespräch |Ein Gespräch zwischen Mikael Ross und Mathilde van Gheluwe

Mikael Ross © Foto: Inês Gomes Ferreira

Ein Gespräch zwischen Mikael Ross und Mathilde van Gheluwe © Inês Gomes Ferreira / Mathilde van Gheluwe

Die deutschsprachige Literatur ist Ehrengast auf der Foire du Livre, die vom 13.03.- 16.03. in Tour & Taxis, Brüssel stattfindet. Unter dem Motto „Wanderlust: Voyager à travers la littérature de la langue allemande“ reisen 16 deutschsprachige Autor*innen, Illustrator*innen und Spoken Word-Künstler*innen aus Belgien, Deutschland, Schweiz und Österreich nach Brüssel. Das Goethe-Institut Brüssel lädt gemeinsam mit der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen Comic-Künstler Mikael Ross ein, der mit der französischsprachigen Mathilde Van Gheluwe in einen Dialog tritt.

Auf beiden Seiten einer unterschiedlichen Sprachgrenze pflegen Deutschland und Belgien einen künstlerischen Austausch, der sich gegenseitig bereichert. Zwei Künstler*innen, die sich in der Kunstschule kennengelernt haben, diskutieren über ihre jeweilige kreative Praxis. Zwischen Kameradschaft und gegenseitigen Einflüssen erkunden sie, was sie in der Arbeit des anderen inspiriert. Auf der einen Seite steht der deutschsprachige Mikael Ross für Deutschland, auf der anderen Seite Mathilde Van Gheluwe für das französischsprachige Belgien. Eine von Salva di Bennardo moderierte Diskussion, die sich mit den Herausforderungen und der Dynamik der Transkulturalität auseinandersetzt.

Mikael Ross wird im Anschluss Bücher signieren. Mikael Ross (München, 1984) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Theaterschneider, bevor er nach Berlin zog und sich an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee auf Comics konzentrierte. Seine erste längere Erzählung, Herrengedeck, veröffentlichte er 2008 im Eigenverlag. Während eines Auslandsjahres an der Brüsseler Hochschule für Bande Dessinée, ESA Saint-Luc, lernt er den belgischen Szenaristen und Zeichner Nicolas Wouters kennen. Sie teilten eine Faszination für Punk und Subkultur und begannen gemeinsam die Graphic Novel Les pieds dans le béton (2013) zu schreiben und zu zeichnen. Sie handelt von zwei rastlosen jungen Männern in der Berliner Hausbesetzerszene der 1980er Jahre. Das Buch ist 2014 unter dem Titel Lauter Leben! im avant-verlag erschienen. 2016 erscheint ebenso zusammen mit Nicolas Wouters die Coming-of-Age Geschichte Totem. Nach zweijähriger Recherche wagt der Zeichner mit seiner Graphic Novel Der Umfall (2018) einen Perspektivwechsel und erzählt von den Tiefschlägen und Höhenflügen eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung. Hierfür erhielt er im Jahr 2020 den Max und Moritz-Preis für das "Beste deutschsprachige Comic". Zum Beethoven-Jahr 2020 erarbeitete Ross mit Goldjunge eine unterhaltsame wie authentische Biografie, welche die Jugendjahre des Genies der Klassischen Musik porträtiert. Im Sommer 2024 erschien Der verkehrte Himmel, ein hitziger Thriller über ein vietnamesisches Geschwisterpaar, das auf ein entführtes Mädchen trifft.