Schwarze Adler
Torsten Körner

SCHWARZE ADLER, dir. Torsten Körner | Kicker Figuren © BROADVIEW PICTURES

Dokumentarfilm, Deutschland 2021, 102 Min.
Regie: Torsten Körner

Aus einzelnen Lebenswegen tritt eine kollektive Erinnerung hervor, geprägt von Resilienz und Zugehörigkeit. Der Film gibt jenen eine Stimme zurück, deren Geschichten allzu oft von anderen erzählt wurden, und macht die stille Kraft von Biografien sichtbar, die lange unsichtbar gemacht wurden.
 

Interviews mit Erwin Kostedde, Rigobert Gruber, Jimmy Hartwig, Steffi Jones, Gerald Asamoah, Patrick Owomoyela, Cacau (Claudemir Jerônimo Barreto), Jordan Torunarigha, Jean-Manuel Mbom, Shary Reeves, Anthony Baffoe, Otto Addo, Guy Acolatse und Beverly Ranger.

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft das Spielfeld betritt, die Nationalhymne erklingt und die Kameras vor dem Anpfiff die Gesichter einfangen, versteht es sich von selbst, dass die Spieler, denen wir heute zu Hause vor dem Bildschirm die Daumen drücken, sehr unterschiedliche Lebensgeschichten haben. Was sie verbindet, ist ihr Stolz, für Deutschland zu spielen und sich mit den Besten der Welt zu messen. Ihr Wappentier ist der schwarze Adler, den sie auf ihren Trikots tragen. Doch der Adler, der heute für Einheit steht, hatte lange Zeit auch eine ausgrenzende Botschaft, denn der deutsche Fußballheld wurde als weiß gedacht, erträumt und verehrt.

Der Dokumentarfilm Schwarze Adler lässt schwarze Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft ihre persönlichen Geschichten erzählen. Welchen Weg haben sie zurückgelegt, welche Hindernisse mussten sie überwinden? Mit welchen Vorurteilen und welcher Feindseligkeit wurden sie konfrontiert – und wie war es früher im Vergleich zur Gegenwart? Begleitet von selten gezeigten Archivaufnahmen, die manchmal ebenso unerwartet wie beunruhigend sind, lässt Regisseur Torsten Körner in seinem Film verschiedene Spielergenerationen zu Wort kommen. Von Erwin Kostedde, der 1974 als erster schwarzer Spieler sein Debüt in der Nationalmannschaft gab, über Jimmy Hartwig und Steffi Jones, von Gerald Asamoah über Patrick Owomoyela und Cacau bis hin zu Jean-Manuel Mbom: Schwarze Fußballnationalspieler berichten von ihren Erfahrungen auf dem und abseits des Platzes. Ob sie selbst oder ihre Kollegen aus der Bundesliga wie Anthony Baffoe, Otto Addo, Shary Reeves, Guy Acolatse und Jordan Torunarigha: Ihre Geschichten zeigen nicht nur, was es bedeutet, vor Tausenden von Menschen im Stadion und Millionen von Fernsehzuschauern Ziel rassistischer Anfeindungen zu sein. Sie beleuchten auch, wie Zuschauer, Medien und die deutsche Gesellschaft mit dem Thema Rassismus umgehen – und wie sich aus heutiger Sicht in den letzten Jahrzehnten langsam etwas an dieser Art des Umgangs geändert hat.

Schwarze Adler (Black Eagles) ist weit mehr als die Geschichte von Deutschlands Nationalsport Nr. 1 und einiger seiner Protagonisten. In einer Zeit, in der die ganze Welt in Aufruhr ist, ist es unsere Geschichte – die Geschichte eines Landes, das noch lange nicht dort angekommen ist, wo es sich vor Jahren schon wähnte.

In den letzten Jahren hat Regisseur Torsten Körner Dokumentarfilme wie Angela Merkel: Die Unerwartete und 3 Tage im September präsentiert. Die Kamera führte Johannes Imdahl (Kroos, Nowitzki). Schwarze Adler ist eine Produktion von BROADVIEW Pictures. Kreativer Produzent war Peter Wolf (Kroos, Resistance Fighters, Nowitzki), Franziska Rempe war für die Recherche des Archivmaterials verantwortlich. Produziert wurde der Film vom Emmy-Preisträger Leopold Hoesch (Kroos, Nowitzki, Klitschko, Angela Merkel: Die Unerwartete).