Lesung Hass ist ein Mangel an Fantasie

Theresienstadt Theresienstadt. Foto: unbekannt

So, 05.11.2017

Martin Luther Evanglisch Lutherische Kirche

2379 Lake Shore Boulevard West
Toronto

Eine literarische Collage - Ein Mut machendes Zeugnis

Präsentiert vom Goethe-Institut, der Martin Luther Evangelisch Lutherischen Kirche, und dem Sarah and Chaim Neuberger Holocaust Education Centre

Erzähler Gregorij von Leïtis wird verschiedene Texte von Alice Herz-Sommer, Georg Kafka, Paul Aron Sandfort, Leo Strauss, Viktor Ullmann und Ilse Weber lesen. Unter der Schirmherrschaft von Prof. Felix Kolmer, Berater der Stiftung für Holocaust-Opfer; mit einer Einführung von Michael Lahr, Programmdirektor von Elysium.
 
Die Welle von Terroranschlägen einerseits und von rechtsextremen Gewalttaten andererseits führt uns erneut vor Augen, wie Hass Menschen verblenden kann und welches Gewaltpotential eine menschenverachtende destruktive Ideologie entfalten kann. Die in Theresienstadt inhanftierten Künstlerinnen und Künstler haben dem Hass und der Menschenverachtung der Nazi-Idologie auf ihre Weise getrotzt. Die von diesen Künstlern überlieferten Texte können uns gerade heute Mut machen, die Spirale von Hass, Gewalt und Zerstörung zu durchbrechen. 

Der von den Nazis systematisch geschürte Hass gegen die Juden versuchte diese zu Nummern zu degradieren. Diesem Hass, von Graham Greene sehr treffend als Mangel an Fantasie charakterisiert, setzten die Künstler in Theresienstadt eine Fantasie-Offensive entgegen. Mit ihrer künstlerischen Imagination und ihrer schöpferischen Kraft stemmten sie sich gegen das Diktum der Nazis, die Juden seien Untermenschen und als solche jeder Kultur unfähig. 

Die literarische Collage "Hass ist ein Mangel an Fantasie" ist ein Beweis für die Kraft des kreativen Denkens und die tiefe Liebe und Menschlichkeit der Künstler, die im Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt inhaftiert waren. Die unerschütterliche Hoffnung, dass sich der menschliche Anstand durchsetzen und die Menschheit stärker sein wird als alle Versuche, sie zu zerschlagen, ist die Botschaft der Pianistin Alice Herz-Sommer, des Dichters Georg Kafka, des Dramatikers Paul Aron Sandfort, des Kabarettisten Leo Strauss, Komponist Viktor Ullmann und Dichter Ilse Weber. Gerade heute ist es wichtiger denn je, diese Botschaft der Hoffnung, dieses starke positive Signal in die Welt zu tragen. Die lebensbejahenden Worte dieser Künstler können uns heute dazu ermutigen, die Spirale von Hass, Gewalt und Zerstörung zu durchbrechen.
 
"Hass frisst die Seele des Hassenden, nicht des Gehassten." - Alice Herz-Sommer

Gregorij von Leïtis ist Gewinner des New Yorker Theatre Club-Preises, gründender künstlerischer Direktor von Elysium und Präsident von The Lahr von Leïtis Academy & Archive. Seit 1997 hat seine Arbeit die Inszenierung von Werken von Komponisten und Schriftstellern unterstrichen, die während der NS-Zeit verfolgt und zum Schweigen gebracht wurden. Im Sommer 2005 leitete er die Uraufführung von Egon Lustgartens Oper Dante im Exil in Bernried und später in New York. Gemeinsam mit Michael Lahr gründete er die Lahr von Leïtis Academy & Archive, deren Ziel es ist, jüngere Generationen mit den Schätzen der Exilkunst vertraut zu machen.

Michael Lahr ist Programmdirektor von Elysium und hat zahlreiche Werke von Künstlern ausgegraben, die unter dem Druck des Nazi-Regimes ermordet wurden oder aus ihrem Heimatland fliehen mussten. Viele dieser Kompositionen wurden zum ersten Mal in Konzerten in Europa und den USA aufgeführt. Er gibt Einführungsvorträge für alle Elysium-Programme und hält regelmäßig Vorträge zu Fragen von allgemeiner gesellschaftlicher und politischer Bedeutung.

Sarah and Chaim Neuberger Holocaust Education Centre Sarah and Chaim Neuberger Holocaust Education Centre

Martin Luther Evangelical Church Martin Luther Evangelical Church

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