Veranstaltungsreihe

STILLSTAND - EINE FILMREIHE

Filmreihe|Haus-Kino im Goethe-Institut Montreal

Stillstand Reihe © Global Screen

Das Goethe-Institut widmet dem Stillstand ein facettenreiches Online-Projekt, wo diesem ganz besonderen Zustand und seiner feinen Poesie, in zahlreichen Beiträgen internationaler Künstler*innen und Autor*innen, auf den Grund gegangen wird.  

Auch Filmschaffende aus Deutschland hat der Stillstand - die Ruhe vor (oder nach) dem Sturm, die kreative Pause im Leben, das besondere Potenzial von Wartezeit - schon immer fasziniert. Was passiert, wenn die Figuren „aus der Zeit fallen“, wenn die Zeit stehen zu bleiben oder sich kreisförmig zu bewegen scheint? Ein stoisch-radikales Annehmen des Stillstands kann auch eine Lösung darstellen, wenn man nicht weiß, wie es weiter gehen soll oder wenn alles zu viel wird, wie in Ulrich Köhlers Bungalow oder Jan-Ole Gersters Oh Boy. Stillstand erscheint als Raum der Möglichkeiten und der Verheißung auf ein anderes, ein queeres, ein freies Großstadtleben bei Neubau von Johannes M. Schmitt. Das unfreiwillige Feststecken in gesellschaftlichen Konventionen, innerhalb einer starren Gesellschaft thematisiert Jutta Brückner mit ihrem Film Hungerjahre – in einem reichen Land, über das Erwachsenwerden einer jungen Frau im Deutschland der 50er und 60er Jahre. Margarete von Trotta widmet sich in Die bleierne Zeit dem Thema von der Seite der Idealist*innen, also denjenigen Menschen, die – zum Teil gewaltsam – Veränderungen erzwingen und schließlich an ihren eigenen Zielen scheitern. In Martina Priessners bildstarkem Dokumentarfilm Die Wächterin, über eine syrisch-orthodoxe Nonne im Südwesten der Türkei, wird der Stillstand zum Mitstreiter ihrer Protagonistin in einer rauhen Umgebung. Mit ihrem wunderschön gefilmten experimentellen Dokumentarfilm Unter Schnee, begibt sich Ulrike Ottinger nach Echigo in Japan, wo im Winter der Schnee die Landschaft in eine ganz besondere, fast poetische Stille hüllt. Hier eröffnet der Stillstand eine Passage in mythische Zwischenwelten und ermöglicht die Begegnung mit magischen Figuren.

Zwischen September 2022 und Februar 2023 wird jeder zweite Mittwoch im Monat zum Stillstand-Filmabend und wir freuen uns, ihnen jeweils einen dieser Filme (immer in Originalversion mit französischen oder englischen Untertiteln) bei uns im Goethe-Institut (1626 boul. St-Laurent, Montréal, QC, H2X 2T1) präsentieren zu können.

Kostenlos, empfohlene Spende: 5$


Kurzfristige Änderungen möglich. Bitte schauen Sie regelmäßig auf unsere Webseite.

2022 gezeigte Filme:
  • Mein Ende. Dein Anfang. (2019) | Regie: Mariko Minoguchi
  • Transit (2018) | Regie: Christian Petzold
  • Der traumhafte Weg (2016) | Regie: Angela Schanelec
  • Die endlose Nacht (1963) | Regie: Will Tremper