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Nachhaltigkeit mit Santa
Städteboom-Challenge: mein Fazit

Santa Meyer-Nandi zieht das Fazit ihrer Städteboom-Challenge
Santa Meyer-Nandi zieht das Fazit ihrer Städteboom-Challenge | Foto (Ausschnitt): Santa Meyer-Nandi

What an epic time! Ich sitze hier gerade vor meinem PC und frage mich, wie ich die humanere Stadt-Challenge zusammenfassen kann. So viel ist passiert - auf der globalen Ebene, in meiner Umgebung und ja, auch in meinem persönlichen Leben.
 

Um mich herum sehe ich so viel Solidarität, Depression und Verzweiflung und Wut. Kreativität und Innovation, Müll, und auf einmal auch kleine, zauberhafte Details, die mir früher in der Schnelle doch oft entgingen. Das Leben ist tatsächlich langsamer geworden, und leichter und schwerer zu gleich, vor allem wenn man sich zu Hause ein wenig auf der Pelle sitzt. Und wie kann ich meine letzten Monate zusammenfassen? Ich kann sagen, dass es einen gewissen Tabula-Rasa-Zustand gab, aus dem sehr viel gewachsen ist, vor allem ich als Person.

Dazu finde ich das Konzept des Growth Mindset vs. des Fixed Mindset interessant, also eine wachstumsorientierte vs. fixierte Einstellung, und all das eingebettet in Resilienz. Bevor ihr sagt, dass ich gerade wieder Santasia spreche, gebe ich euch zuerst Recht und erkläre dann natürlich, was ich hier sagen will:

Verständnisvoller mit sich selbst

Wenn man resilient ist, dann kann man unerwartete Schocks leichter abprallen lassen und sich bei etwas größeren Sachen auch leichter wieder regenerieren. Man hat also ein gutes Immunsystem im weiteren Sinne. Wenn man zu sehr am Status Quo hängt (Fixed Mindset), die Realität aber anders ist, dann kann man den inneren Widerstand zu der Realität ausdehnen auf eine Weise, die dich Energie kostet und auch den nötigen Antrieb nehmen, dich anzupassen und das Beste aus der Situation herauszuholen. Ein Growth Mindset hingegen hat eine geschmeidigere Art, mit der Realität umzugehen, sammelt sich und optimiert. Er ist der wendige Tiger unter den Mindsets. Nachdem innerhalb weniger Tage Ende September 2020 das Gros meiner Aufträge verschwand und ich angefahren wurde, hatte ich eine etwas längere Mich-Sammeln-Phase, und ja, hatte doch auch mit inneren Widerständen mit der Realität zu kämpfen. Und nach einer Art von Winterschlaf fühle ich mich präsenter und besser denn je.
Boris Lebedev lebt in einem Tiny House in München Boris Lebedev lebt in einem Tiny House in München | Foto (Ausschnitt): Boris Lebedev

Ich habe, wie Tiny-House-Boris es so schön in unserem Gespräch sagte, akzeptiert, dass es ein Abenteuer ist und wird. Ich kann es mir noch sehr schwierig vorstellen, autark in einem Tiny House zu leben und doch sind einige Erkenntnisse, die Boris mit uns teilte, universell.

Ich fand folgenden Satz  besonders inspirierend:

Deswegen bin ich liebevoller und verständnisvoller mit mir geworden. Ich kann ja nichts dafür ein Mensch zu sein, der materielle Bedürfnisse hat. Und lasse meine Finger lieber auf meinem Saxophon tanzen, statt meine Hände wund zu arbeiten an altem Holz. Und jetzt gehe ich oft in den Baumarkt und freue mich, dass ich das richtige Material genau für diesen Zweck kaufe.

Boris Lebedev


Klar sind es bei mir weder altes Holz noch das Saxophon, aber das mit dem liebevoller und verständnisvoller sein mit mir kann ich nur unterschreiben, vor allem wenn man oder Santa Meyer es besser weiß, aber nicht besser kann. Wie ist es bei euch? Wo könnt ihr liebevoller und verständnisvoller mit euch umgehen?

Challenge statt Stress

So auch die Notwendigkeit proaktiv seinen Körper und Geist Herausforderungen auszusetzen. Und just machte ich gerade eine Schulung zur Gut-Brain Connection, was viel sexier als das deutsche Equivalent Darm-Gehirn-Verbindung klingt, oder? Und dort hat mich ein Satz natürlich hellhörig werden lassen: Unsere Mitochondrien – Zellorganellen, die für die Energieversorgung in unserem Körper wie auch zur Regulierung kognitiver Funktionen verantwortlich sind – brauchen zur optimalen Funktion logischerweise gute Ernährung unsererseits, ABER auch regelmäßig kleinere Stressfaktoren, wie zum Beispiel kalte Duschen oder Sport, der uns herausfordert. Ich meine natürlich nicht Mega-Stress, sondern eher im Sinne von Challenges und Abenteuer. Mitochondrien brauchen aber auch Wohlbefinden: Schlaf, Meditation und Entspannung. Finden wir also ein gutes Equilibrium zwischen Arbeit, Spiel und Ruhe. Mindestens für die guten, alten Mitochondrien (gesagt mit einem leicht Fake-Rheinischem Akzent, bin ja immerhin in Duisburg geboren und aufgewachsen).

Städte brauchen ein starkes Immunsystem

Wenn wir schon beim Darm mit Charme sind, dann komm ich sang- und klanglos auf das Interview mit Abhinav Agarwal zu sprechen zur resilienten Stadt.
Santa Meyer-Nandi (links) und Abhinav Agarwal (rechts) Santa Meyer-Nandi (links) und Abhinav Agarwal (rechts) | Fotos (Ausschnitt): Santa Meyer-Nandi

In der Tat lassen sich Parallelen zwischen dem intestinalen Mikrobiom und der Resilienz einer Stadt ziehen. Diversität ist der Schlüssel zu Resilienz. […] Für Leute, die in dem Thema nicht so drin sind, mag sich das abgedreht anhören. Gleichzeitig trägt diese Parallele zwischen dem Immunsystem eines Individuums und dem der Umwelt/von Städten eine unglaubliche Wahrheit und Weisheit in sich. Wenn ein Immunsystem stark ist, kann es Erschütterungen leichter abwehren und sich schneller erholen, wie eine solide gebaute Festung oder in der Geschichte von den drei kleinen Schweinchen.

Abhinav Agarwal


Ok, ich gebe zu, in meinem Kopf findet ständig eine Party statt und ich reise und mache Themen-Hopping und verbinde sie dabei ziemlich...ähem, ok...unverschämt, aber hey, wir tun alle, was wir tun können – und teilweise wollen. Das Event des Monats Februar war definitiv ein Besuch in der Normandie zu Abhinavs Smaragd-Garten. Ganz ehrlich, wer kann und will, sollte sich diesen Ort vormerken als wichtigen Hub für innovative Lösungen und System-Denker wie mir.
Abhinavs Smaragdgarten liegt in der Normandie und lädt ein, sich der Natur ein Stückchen näher zu fühlen. Abhinavs Smaragdgarten liegt in der Normandie und lädt ein, sich der Natur ein Stückchen näher zu fühlen. | Foto (Ausschnitt): Santa Meyer-Nandi
 

Stadt als Chance für Nachhaltigkeit?

Und so kommen wir, ganz flüssig und logisch zu Christian Berg, Autor des Meisterwerks (I mean it!!!) Ist Nachhaltigkeit utopisch? und zu der Wichtigkeit von sozialem Zusammenhalt. Er sagt:

„Mehr als die Hälfte der Menschen lebt heute in Städten, und es werden immer mehr. Damit geht eine Ausdifferenzierung von Tätigkeiten, Berufen und Aktivitäten einher, die auch ein großes Angebot von Kulturleistungen ermöglicht, was wiederum weitere Menschen anzieht. Menschliche Kultur ist seit ihren frühesten Anfängen mit Siedlungen und Städten verbunden. Zugleich wissen wir aus der Glücksforschung, dass unser Glück sehr stark vom sozialen Miteinander abhängt, davon, wie wir mit anderen Menschen zusammenleben. Und hier bieten Städte tolle Möglichkeiten, denn wir haben eine große Vielfalt auf engem Raum – die Chance, Gleichgesinnte zu finden, aber auch immer wieder neue, spannende Leute, ist in der Stadt viel größer. […] Es ist doch klar, dass wir auf das, was wir lieben, besonders gut aufpassen, das kennen wir von Menschen, die wir lieben. Wir haben gerade über Achtsamkeit gesprochen. Dabei ging es um das menschliche Miteinander. Aber wir müssen natürlich auch (wieder) lernen, achtsam mit der Natur umzugehen.“

Christian Berg

Christian Berg Christian Berg | Foto (Ausschnitt): © Melvin Berg

Und das, meine lieben Leser, möchte ich uns allen gerne auf den Weg geben

Seien wir liebevoller und üben wir einen achtsameren Blick auf uns, unsere Lieben und Umwelt, und entdecken die vielen schönen und schützenswerten Elemente in unserer Welt. Ich weiß, diese Zeit ist unglaublich herausfordernd für uns alle – und doch glaube ich fest daran, dass wir unsere Herzen offen halten können und neue Weisen des Reisens und Seins entdecken können, wie das Ornament am Nachbarhaus, das ich vorher nie gesehen habe, die Blume, die ihren Weg durch den Asphalt fand und den vielen tollen innovativen Konzepten der Nachhaltigkeit und des sozialen Zusammenhalts, die genauso wie eben genannte Blumen aus dem scheinbaren Nichts herauswachsen.

Passt gut auf euch auf und bleibt frohen Mutes und resilient!

Eure Santa

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