Veranstaltungsreihe

2026-2028

Vom Osten denken

Interdisziplinäres Programm|Künstlerische Antworten auf Transformation und gesellschaftliche Spaltung im Osten Deutschlands und Europas

Der Osten Deutschlands ist seit 1989/1990 geprägt von einer umfassenden und tiefgreifenden Transformation, vom Verlust gesellschaftlicher Utopien sowie von wachsender gesellschaftlicher Spaltung. Die seit dem Mauerfall 1989 gewonnene Freiheit bedeutete zugleich auch Verunsicherung durch den Wegfall elementarer Werte und Normen.
Heute wird in Deutschland kontrovers über den Systemwandel debattiert, der sowohl Aufschwung als auch Umbrüche und Abstürze für Individuen, Institutionen, ganze Wirtschaftsbereiche in Ostdeutschland mit sich brachte. Auch der Aufstieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen und die Bildung von Parallelgesellschaften ist damit verbunden.

Es gibt endlich wieder ein Interesse an den Werken ostdeutscher Künstler*innen sowie an neuen Kunstprojekten, die diesen tiefgreifenden Wandel verarbeiten – in Film, Fotografie und Literatur zeigen sich der subversive Geist und die Eigenwilligkeit mehrerer Künstlergenerationen.

Wir fragen uns daher, ob der Osten in positiver wie negativer Hinsicht als Seismograph, Vorankündiger und auch als Vorreiter gesellschaftlicher Entwicklungen fungiert, die schließlich weit über den Osten hinauswirken. Wir möchten aufspüren, wie innovativ Künstlerinnen und Künstler aus dem Osten auf diese Prozesse reagieren. Welche Formen künstlerischer Verarbeitung der gesellschaftlichen Umbrüche ab 1989/1990 tauchen in den verschiedenen Kunstgenres auf? Welche Ideen, welche Visionen oder innovativen Ansätze entwickeln die Künstler*innen? Welche Perspektiven auf gesellschaftliche Spaltung und Entwurzelung nehmen sie ein? Wie sehen die Blicke der Nachwendegeneration auf die marginalisierte Kultur und Geschichte ihrer Vorgängergenerationen aus? Und lässt sich in bestimmten künstlerischen Arbeiten ein „Ostbewusstsein“ als Entgegnung auf die Narrative über „den Osten“ (jenseits von Elbe, Oder…) ausmachen?

Dafür planen wir eine von Sandra Teitge kuratierte Tournee-Ausstellung mit ostdeutschen künstlerischen Positionen sowie eine Vielzahl künstlerischer und partizipativer Formate (Konzerte, literarische Begegnungen, Filmreihen, Debatten, Community Dinner etc.) an allen Goethe-Instituten in Frankreich bis ins Jahr 2028.
 

Veranstaltungen

  • Charlotte Gneuß: Gittersee

    Literatur | Begegnung mit der Autorin

    • Goethe-Institut Lyon, Lyon

    • Auf Deutsch und Französisch