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19:00 Uhr

Ulrich Gutmair

Begegnung mit musikalischen Einlagen|Wir sind die Türken von morgen

  • Goethe-Institut Paris, Paris

  • Sprache Auf Deutsch und Französisch
  • Preis Eintritt frei

Auf dem rechtenBild ist ein Punk vor einem roten Container zu sehen, der leicht nach vorne gebeugt ist und in die Kamera schaut. Rechts oben das Buchcover von „Wir sind die Türken von morgen“. Auf dem rot eingefärbten Cover sieht man einen Mann in Laufposition auf dessen Oberkörper in gelber Schrift der Buchtitel platziert ist. Buchcover: © ; Portrait: © Ulrich Gutmair

Das linke Bild zeigt das Buchcover von „Wir sind die Türken von morgen“. Auf dem rot eingefärbten Cover sieht man einen Mann in Laufposition auf dessen Oberkörper in gelber Schrift der Buchtitel platziert ist. Auf dem rechten Bild ist ein Punk vor einem roten Container zu sehen, der leicht nach vorne gebeugt ist und in die Kamera schaut. Buchcover: © Klett-Cotta; Portrait: © Ulrich Gutmair

Um 1980 versetzte die „Neue Deutsche Welle“ Westdeutschland in Aufruhr. Die Wirkung der 68er war verpufft und Rufe nach nationaler Identität wurden wieder lauter.  
 
In dieser revisionistischen Grundstimmung schwappte die in New York entstandene Punk-Szene in die BRD über. Mit provokativen Texten beklagten die Musiker*innen autoritäre Normierungszwänge des alltäglichen Lebens. Löcher in T-Shirts und Jeans verwiesen auf die Kaputtheit der Verhältnisse in Westdeutschland.  
 
Der Punk feierte das Kaputte, Hässliche, Einfache und Radikale. Dilettantismus war kein Schimpfwort mehr, sondern ein Mittel der Befreiung von Klischees und Konventionen. Die androgynen Styles und provozierenden Texte der „Neuen Deutschen Welle“ spielten mit Geschlechterrollen und feierten Queerness.  
 
Eine bedeutende, lange Zeit aber übersehene Rolle in dieser popkulturellen Wende spielten Kinder von Migrant*innen und Gastarbeiter*innen. Gabi Delgado-Lopez z.B., der Sänger von „Deutsch Amerikanische Freundschaft“ (DAF), antwortete auf deutsche Überfremdungsangst: „Wir sind die Türken von morgen“. 
 
Mit seinem neuen Buch, betitelt mit diesem Ausdruck, richtet der Autor Ulrich Gutmair den Fokus auf jene übersehene Gruppe der Migrant*innen und Gastarbeiter*innen und ihre Bedeutung für den gesellschaftlichen Bewusstseinswandel.  
 
Ulrich Gutmair wird Auszüge aus seinem Buch lesen und Musik vorspielen, vor allem deutschsprachige Punksongs, aber auch einige seiner französischen Lieblingspunksongs. Er arbeitet als Kulturredakteur bei der Tageszeitung taz, legt Platten auf und ist Host der Radiosendung ALMAN PVNK.