Ein kreativer Blick auf Gori

Auf dem Foto: Marc Andrews

Auf dem Foto: Marc Andrews | © Oto Gvritishvili | Goethe-Institut Georgien

Die Stadt durch persönliche Geschichten entdecken

Im Rahmen der regionalen Aktivitäten von Creative Compass Georgia fand im Juni 2026 in Gori der zweite Social-Design-Workshop „Mapping the City: A Creative Approach to a Neighbourhood of Gori“ statt. Geleitet wurde der Workshop von Marc Andrews und Christian Degen. Aufbauend auf der positiven Resonanz der ersten Initiative in Kutaisi brachte der einwöchige Workshop 15 lokale Kreativschaffende zusammen, um die Verbindungen zwischen persönlicher Erfahrung, Ort und Identität zu erforschen.

Ausgehend von ihren eigenen Lebensgeschichten und ihrer Beziehung zur Stadt Gori beschäftigten sich die Teilnehmenden mit kreativer Recherche, visuellen Experimenten, gemeinsamer Reflexion und Gruppendiskussionen. Auf diese Weise entwickelten sie individuelle künstlerische Erzählungen, die Themen wie Zugehörigkeit, Erinnerung und Wandel in den Mittelpunkt stellten.

 

Der zweite Tag des Workshops

Der zweite Tag des Workshops | © Oto Gvritishvili | Goethe-Institut Georgien

Den Abschluss des Workshops bildete die Erstellung eines gemeinsamen Print- und Online-Magazins, das die Geschichten, Kunstwerke, Fotografien und Reflexionen der Teilnehmenden zusammenführt. Die Publikation dient sowohl als Dokumentation des kreativen Prozesses als auch als Einladung an die Leser*innen, sich mit vielfältigen persönlichen Perspektiven auseinanderzusetzen. Dabei werden die individuellen Wege sichtbar, auf denen Menschen Herausforderungen begegnen, Veränderungen erleben und Prozesse der Selbstfindung durchlaufen.
 
Oto Gvritishvili

Oto Gvritishvili | © Goethe-Institut Georgien

Mariam Topchishvili

Mariam Topchishvili | © Goethe-Institut Georgien

Am letzten Tag des einwöchigen Workshops präsentierten die Teilnehmenden ihre Arbeiten der Öffentlichkeit im Rahmen einer multimedialen Ausstellung sowie einer begleitenden Präsentation. Durch die Verbindung von bildender Kunst, Storytelling, Fotografie und Design entstand ein Raum für den Dialog zwischen den Künstler*innen und dem lokalen Publikum. Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll das Potenzial kreativer Praxis, einen bedeutungsvollen gesellschaftlichen Austausch anzustoßen und das Engagement innerhalb der Gemeinschaft zu stärken.
    Der Workshop sowie die Abschlussveranstaltung wurden im Gori Art House ausgerichtet – einer gemeinschaftsorientierten Kulturplattform und langjährigen Partnerinstitution des Goethe-Instituts Georgien. Über viele Jahre hinweg hat das Goethe-Institut Georgien in zahlreichen kulturellen und bildungsbezogenen Projekten eng mit dem Gori Art House zusammengearbeitet und dessen wichtige Rolle für die Stärkung der Kulturlandschaft der Region anerkannt.

Durch seine kontinuierliche Arbeit mit lokalen Künstler*innen, jungen Kreativschaffenden und der Stadtgesellschaft hat sich das Gori Art House zu einer treibenden Kraft für die Entwicklung der zeitgenössischen Kunstszene in Gori entwickelt. In einer Stadt, in der die Möglichkeiten für zeitgenössischen künstlerischen Ausdruck lange Zeit begrenzt waren, hat die Plattform Räume für Experiment, Dialog und kulturelle Teilhabe geschaffen. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, die Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst und der kreativen Szene in der Region zu stärken.

  An der Abschlussveranstaltung nahmen neben den Teammitgliedern von Creative Compass Georgia auch Vertreter*innen der Delegation der Europäischen Union in Georgien teil. Sie hatten die Gelegenheit, sich direkt mit den Arbeiten der Teilnehmenden auseinanderzusetzen und mehr über die kreativen Prozesse sowie die persönlichen Geschichten hinter der Publikation und der Ausstellung zu erfahren

Mit Initiativen wie diesem Workshop unterstützt Creative Compass Georgia aufstrebende Kreativschaffende im ganzen Land und stärkt die Verbindung zwischen künstlerischer Praxis und lokalen Gemeinschaften. Auf diese Weise fördert das Programm kreative Entwicklung, kulturellen Austausch und die aktive Beteiligung der lokalen Gemeinschaft an kulturellen Prozessen.