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20:30 Uhr

Future is a Desert — History Projected #1

Filmvorführung in Zusammenarbeit mit Ethnofest|Predicting the Present (Die Gegenwart vorhersagen)

History Projected 1 Typical Organization

HP 15.6. Typical Organization

HISTORY PROJECTED 2026
Geschichte, aber als Projektion 2026

Predicting the Present
Die Gegenwart vorhersagen

Filmvorführungen in Zusammenarbeit mit Ethnofest
Programm kuratiert von Geli Mademli
Visual Identity: Typical Organization

Episode #1: Die Zukunft ist Wüste

Können wir träumen, ohne an die Zukunft zu denken? Sind wir in Gesellschaft, wenn wir die nächsten Versionen unseres Lebens und unserer Gesellschaften entwerfen? Wie spiegeln sich unsere Visionen im Raum um uns herum wider? Drei Filme führen uns durch wechselnde Zeitzonen und politische Realitäten und stellen Menschen vor, die umherstreifen, nachdenken und trostlose Räume vermessen.

Alaska
Dore O. (Bundesrepublik Deutschland,  1968, 18΄)

Alaska Alaska

Erinnerungen an die Körper der anderen, Blick auf den eigenen Körper: „Traum meiner selbst, Konsequenz aus dem Akt mit der Gesellschaft“, sagt Dore O. über ihren Film. Der Ton ist komponiert aus Geige, Haarfön und einigen Klängen aus der „Concord Sonata“ von Charles Ives. Alaska von Dore O. ist ein schöner Film, dies macht ihn uns verdächtig. Doch die Schönheit hat einen Haken. Sie ist nur Oberfläche; dahinter verbergen sich Grauen und Angst. Für Dore O. ist Schönheit ein Teil der Realität. Es gibt für sie eine Schönheit der Angst, wie es für Genet eine Schönheit des Mordes gibt. Alaska ist ein gefilmter Traum, ohne die plumpen, der Psychoanalyse entnommenen Metaphern, die den Traum rationalisieren und interpretierbar machen. Alaska ist ein Film, der sich nicht interpretieren, sondern nur erleben läßt.“ Klaus Bädekerl, Filmkritik 5/1969


Melted Into the Sun
Saodat Ismailova (Usbekistan, Italien & Portugal, 2024, 36΄)

Melted Into the Sun Melted Into the Sun

In einem visuell überwältigenden Werk aus Usbekistan erwacht eine mythische Figur aus dem 8. Jahrhundert zu neuem Leben. Saodat Ismailovas Melted Into the Sun geht der Frage nach, wie Ideen über Zeiten hinweg zirkulieren und in neuer Form nachhallen. Inspiriert von der zwiespältigen Figur Al-Muqanna („Der Verschleierte“), einem Färber, der im 8. Jahrhundert zu einem spirituellen und politischen Agitator in Süd- und Zentralasien wurde, spekuliert der Film über den kulturellen und politischen Nachhall seiner revolutionären Ideen und sein Vermächtnis, das heute als „proto-sozialistisch“ gelten kann. Die sowjetische Propagandamaschinerie der Region stilisierte ihn zu einer heroischen, nativistischen Symbolfigur des Widerstands und des Kampfes für die gemeinschaftliche Verteilung von Eigentum und Reichtum. Verkörpert wird Al-Muqanna vom usbekischen Dichter Jontemir Jondor. Ursprünglich als Installation gezeigt, ist Melted Into the Sun nun erstmals auf der Leinwand zu erleben.

Exopragmatiko [Unwirklich]
Stavros Tornes (Griechenland / Italien, 1979, 40΄)

Exopragmatiko Exopragmatiko

Stavros Tornes’ letzter Film spielt in Italien und trägt einen Titel, der den Regisseur treffend beschreibt – vor allem seine Fähigkeit, ausgehend von einer dokumentarischen Perspektive in reine Fantasie abzutauchen. Ein Boot, das den Fluss hinauffährt; ein Feuer im Herzen der Stadt; ein Mann, der an den Hängen des Ätna umherirrt – das sind einige der Bilder aus Eksopragmatiko. Der Regisseur bezeichnet ihn als melancholischen Film, der vom Publikum verlangt, sich geistig und emotional auf ihn einzulassen.