© Sonia Soney
Eine Tanzresidenz mitten in der Pandemie, in einem der sicheren Zeitfenster, war definitiv eine interessante Erfahrung als Bewegungskünstlerin. Zunächst einmal gab es so viel Platz und persönlichen Raum, um die kulturellen Unterschiede zu erforschen, zu verstehen und zu erleben, das Muster patriarchalischer Veränderungen seit der Geschichte in der Region, die Geschichte starker Frauen in Düsseldorf und so weiter. Als Choreografin wird meine Arbeit von dem beeinflusst, was Frauen aufgrund der patriarchalischen Konditionierung und Strukturen tagtäglich erdulden müssen.
In letzter Zeit habe ich meinen Schwerpunkt darauf gelegt, zu erforschen, wie ich meine Arbeit auf das cishetische Männerpublikum beziehen und übertragen kann, worüber ich während der Residency nachgedacht habe. Es gibt so viele feministische Performances, aber ein Großteil der Männer kann sich damit nicht identifizieren, im Gegensatz zu den anderen Geschlechtern. Das ist die Herausforderung, mit der ich mich befassen möchte. Barrieren aufzulösen und eine Verbindung und ein Gleichgewicht als Performerin zu finden.
© Kirthi Kumar Barik
Ich möchte den menschlichen Körper, seine Erfahrung und sein Dasein jenseits der Geschlechtertrennung verstehen und zum Ausdruck bringen - etwas, das ich auch in Zukunft erforschen und in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen möchte. Mein Ziel ist es, diese Arbeit an die Öffentlichkeit zu bringen, an öffentliche Orte, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, das bisher keine Gelegenheit hatte, diese Facette der Kunst und ihr Potenzial kennenzulernen. Einladen, heilen, verlernen und umlernen, indem wir unseren verdrahteten Verstand auf neue, schöne Perspektiven einstellen. Texte, Forschung, Geschichten und Erfahrungen, Subjektivität der Kunst, menschliche Verhaltensmuster und Theater beeinflussen meinen choreografischen Prozess und meine Performances.
Meine jüngste Arbeit
PURPOSE, die ich während meiner
bangaloREsidency-Expanded@Weltkunstzimmer präsentierte, ist stark von den Geschichten von Menschen beeinflusst, die von der patriarchalen Struktur in ihrem Leben schwer getroffen wurden. Indem ich ihre Geschichten auf die Bühne bringe, fordere ich einen Wandel und notwendige Veränderungen in der Gesellschaft. Diesmal durch Elemente der Ironie, des Sarkasmus und eines klitzekleinen Hauches von Humor, vielleicht oder vielleicht auch nicht. Das Vokabular für die Bewegungen im Tanzstück wurde aus den Schriften und Texten entwickelt und ist von dem Gedicht "Still I rise" von Maya Angelou inspiriert.