Die Teilnahme an kreativen kollektiven Bürgerbewegungen in den Gemeinden Bangalores trug dazu bei, mein Schaffen und meine Praxis zu verfeinern. Mit der Initiative bangaloREsidency-Expanded hatte ich die Möglichkeit, meine individuelle Leistungsfähigkeit in den Lichtenberg Studios, Berlin, zu testen.
Die glücklichen Fahrradreisen wurden zu meinem Modus Operandi. Ich fand interessante Orte, die durch soziale Wohnungsstrukturen getarnt waren, ohne sich als Spektakel zu bezeichnen - ganz im Gegensatz zur ansonsten internationalen Weltoffenheit Berlins.
Gefundenes Material aus Parks war für mich eine Möglichkeit, Informationen über den Ort zu verbreiten: Wo verschmelzen Natur und Ästhetik, und wie viel sagt ihr funktionaler Kontrast über ihre Beziehung aus. Ich wurde mit Mahonie Gehölzen am Orbsee gemästet, Marmelade herzustellen war die einzig mögliche Idee, die später beim Abschiedsessen als bitter-süßes Dessert geteilt werden konnte.
Ständig Blumen zu finden, die aus den Zäunen ragten, die widerum einen Großteil der Wohn- und Sozialwohnungen umgaben, half mir, den Geist dieser Nachbarn poetisch zu reflektieren, die sich, obwohl sie hoch wachsam waren, langsam und freundlich öffneten, um ein*e andere*r zu sein, als ich mit ihnen interagierte. Eine Fotodruckserie davon wurde dann am S-Bahnhof Rummelsberg installiert.
Während ich mich umher bewegte fühlte ich den zunehmenden WIderstand gegen die Genrtifikatiobn in dem Ort und seinen Anwohner*innen. Die Tarnblocks, die ich im Atelier gemacht hatte, wurden als temporäre öffentliche Skulpturen verwendet, die sich performativ und spielerisch in verschiedenen Formen und Situationen bewegten, bis sie durch den Wind oder kleine Fußgänger auseinandergeblasen wurden.
Um die kritische Erinnerung an die Stasi im öffentlichen Raum zu erhalten, habe ich mich entschieden, Interventionen mit dem gleichen Medium wie dem der Etikettiergeräte durchzuführen, wobei ich Elemente und Symbole aus dem Stasi-Gefängnis und -Museum verwendet habe, die als Kommentar zu der gegenwärtigen Erinnerung oder deren Fehlen im öffentlichen Raum mit Etiketten versehenen wurden.
Rückblickend bin ich neugierig zu verstehen, was als Erinnerung, Daten, Informationen, Erfahrungen assimiliert wird und was zu Wissen wird und für wen.
Ich entwickle eine videobasierte Arbeit in Form von Selbstbeobachtung darüber als Erweiterung / Reflexion meiner Residenz-Zeit.