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21:00 Uhr
Solo Sunny von Konrad Wolf
Film|Im Rahmen der Filmreihe Filmissimi – Deutsches Autorenkino
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Garten des Goethe-Instituts, Rom
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Sprache
Deutsch mit italienischen Untertiteln
(*) Bei schlechter Witterung wird der Film im Auditorium des Goethe-Instituts verlegt. Die Uhrzeiten bleiben gleich - Preis Der Eintritt ist kostenlos und wird nach Verfügbarkeit der Sitzplätze gewährt
- Teil der Reihe: Filmissimi – Deutsches Autorenkino
Regie: Konrad Wolf
DDR 1980, 104 Minuten, Originalversion mit itl. UTs
Sunny lässt sich nichts vorschreiben. Trotz aller Widerstände und Enttäuschungen folgt sie ihrem Traum, als Sängerin Karriere zu machen. Das tragikomische Musikdrama der DEFA-Größen Konrad Wolf und Wolfgang Kohlhaase wurde zum Kultfilm und Kassenschlager.
Im Ostberlin Ende der siebziger Jahre träumt Sunny davon, mit ihrer Musik zum Star zu werden und auf den großen Bühnen aufzutreten. Dafür hat sie ihren Job als Fabrikarbeiterin aufgegeben und tourt nun mit ihrer Band durch die biedere Provinz. Aber nicht nur ihren künstlerischen Ambitionen ist wenig Erfolg beschieden, auch ihre Suche nach Liebe und privatem Glück mündet immer wieder in Enttäuschungen. Doch trotz aller beruflichen und persönlichen Rückschläge lässt sich Sunny nicht davon abbringen, ihren Träumen zu folgen.
Solo Sunny gehört zu den großen Klassikern der DEFA. Basierend auf der realen Lebensgeschichte der Sängerin Sanije Torka, zeichnet er das Bild einer Frau, die sich nicht verbiegen lässt: schnoddrig, ungeschönt, authentisch. Der letzte Film des DDR-Starregisseurs Konrad Wolf - Namensgeber der ältesten Filmhochschule Deutschlands in Potsdam-Babelsberg - nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase erlaubte sich mit seiner widerborstigen Protagonistin Subversion und unverblümte Gesellschaftskritik. Nachdem Renate Krößner bei der Berlinale 1980 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde und der Film zudem den FIPRESCI-Kritikerpreis gewann, avancierte Solo Sunny rasch zu einem Kassenschlager. Der Erfolg war nicht zuletzt dem Soundtrack geschuldet, der in Zusammenarbeit des Musikers und Komponisten Günther Fischer mit der Jazzsängerin Regine Dobberschütz entstand, die sämtliche Titel der Sunny interpretierte.
Biographie
Konrad Wolf
Regisseur
Konrad Wolf, einer der wichtigsten Regisseure der DDR, wurde entscheidend durch seine frühe Flucht vor dem Nationalsozialismus in die Sowjetunion geprägt. Schon dort entwickelte er eine Filmfaszination und erhielt eine kleine Rolle im Film Kämpfer (1936).
Als 17-Jähriger meldete sich Wolf freiwillig zur Roten Armee, diente im Zweiten Weltkrieg, übersetzte und verhörte Kriegsgefangene. Er kämpfte sich bis nach Deutschland vor, erlebte die Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen und nahm am Angriff auf Berlin teil. Nach Kriegsende arbeitete er in der sowjetischen Besatzungszone/DDR in der Abteilung für Kultur und Zensur, bevor er 1949 ein Regiestudium in Moskau begann. 1952 nahm er die DDR-Staatsbürgerschaft an.
In den 1950er Jahren etablierte er sich als Regisseur bei der DEFA. Seine Werke thematisierten intensiv Heimatlosigkeit und das deutsch-sowjetische Verhältnis. Trotz politischer Loyalität sah sich Wolf immer wieder mit Zensur konfrontiert; so wurde die geplante Premiere seines Films Sonnensucher (1958) abgesagt und konnte erst 15 Jahre später uraufgeführt werden.
Mit Sterne (1959) thematisierte Wolf als Erster in einem deutschen Spielfilm das KZ Auschwitz. Der Film wurde in Cannes ausgezeichnet und gilt als eines der wichtigsten Werke über die Shoah. Sein größter Publikumserfolg wurde der Film Solo Sunny (1979) über eine junge Berliner Sängerin, für den Hauptdarstellerin Renate Krößner den Silbernen Bären gewann.
Von 1965 bis zu seinem Tod 1982 war Konrad Wolf Präsident der Akademie der Künste der DDR. Ein Jahr vor seinem Tod wurde er Mitglied des Zentralkomitees der SED, während sein Sohn Oleg bei einem Fluchtversuch aus der DDR verhaftet wurde.
Ort
Via Savoia, 15
00198 Rom
Italien